Ruffian: Wilder Mustang im Trans Am-Style
Bereits vor einigen Wochen präsentierten wir hier einen beeindruckenden GT40, den Chris Ashton auf Basis einer Mk1-Replik aus dem Hause Superformance realisierte. Schon damals deuteten wir auch an, dass Chris als umjubeltes Erstlingswerk einen nicht minder faszinierenden Ford Mustang aufbaute. Genau dieses Auto stellen wir nun an dieser Stelle ausführlich vor.
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Racer für die Straße
Chris liebte schon immer Mustangs und Trans Am-Rennwagen der 70er. Diese Leidenschaften verbindet sein erstes Projekt eindrucksvoll: „Ich begann mit einem 1970er Mustang, der kein Mach 1 und auch sonst nichts Seltenes oder Historisches war“, erzählt der Petrolhead. Angesichts seines Autocross-Hintergrunds sollte aus dem Fastback ein hochagiler und -funktionaler Rennwagen für die Straße werden und vor allem eines bieten: Grip ohne Ende! Dafür sorgen 315/30er und 345/30er Toyo Proxes R888R auf Signature ONE-Schmiedefelgen in 11×18 und 12,5×19 Zoll. Denn mit seinem künstlerischen Background wünschte sich Chris zugleich eine perfekte Optik.

Eigenbau-Widebody
„Ich wollte so viel Reifen wie möglich unter die Karosserie bringen – was Kotflügelverbreiterungen bedingte.“ Chris hatte aber niemals selbst derartige Verbreiterungen gebaut. Doch er sagte sich: „Ich hab es im TV und auf YouTube gesehen – es sieht nicht so schwer aus, ich versuche es einfach mal.“ Die mit einem Setzhammer aus Stahl gefertigten Resultate sehen trotz Startschwierigkeiten echt hervorragend aus.
Wo er schon einmal dabei war, arbeitete Chris noch Custom-Luftauslässe in die vorderen Kotflügel und Einlässe vom 69er Mustang in die hinteren Seitenteile ein. Auch die Spoiler an Front und Heck baute er selbst, wofür er sich WIG-Schweißen beibrachte. Lackiert ist der Mustang in einem Olivgrün von Porsche, veredelt mit schwarzen und roten Zierstreifen.

Kraftstrotzender Small Block
Wer auf der Rennstrecke schnell und agil unterwegs sein will, braucht mehr als nur guten Grip. Vor allem, wenn die Basis ein Mustang ist, ein Modell, das zugegebenermaßen von Hause aus nicht unbedingt das fahraktivste ist. So überarbeitete Chris das Fahrwerk komplett. Es bietet nun unter anderem neue Querlenker vorne und eine Drei-Lenker-Aufhängung hinten, Stabilisatoren und DSC Sport-Gewindefederbeine mit aktiver Dämpfung. Brembo-Bremsanlagen bieten Top-Verzögerung. Gut so, denn unter der Haube sitzt – hier müssen Ford-Jünger stark sein – ein 7,0-Liter-LS3-V8-Stroker. Er generiert 633 PS, die eine Sechsgang-Handschaltung auf die Straße bringt.

Reduziert, nicht spartanisch
Der Innenraum präsentiert sich weitgehend leergeräumt. Dennoch herrscht kein kompletter Purismus. So blieb das Armaturenbrett erhalten, aufgerüstet mit Autometer-Rundinstrumenten. Sogar eine Klimaanlage ist an Bord: Chris will im heißen kalifornischen Sommer einen kühlen Kopf bewahren. Schon mehr nach Racing-Equipment klingen die Cobra-Sportsitze mit 5-Punkt-Gurten sowie vor allem das Feuerlöschsystem und die Custom-10-Punkt-Sicherheitszelle. Drei Jahre lang baute Chris am Mustang, den er Ruffian taufte – nach einer sehr erfolgreichen Rennstute.
Ford Mustang Fastback
Baujahr: 1970
Motor: 7,0-Liter-LS3-Stroker-V8-Ottomotor von BluePrint Engines, Quick Fuel-850-cfm-Vergaser, Custom-Ansaugung, MSD LS-Motorsteuerung, Fuel Safe-83-Liter-Tankzelle mit Aeromotive-In-Tank-Kraftstoffpumpe, Accusump-Öldruckspeicher, Custom-Abgasanlage, 633 PS / 745 Nm
Kraftübertragung: Sechsgang-Handschaltgetriebe (Tremec T56 Super Magnum), TrueTrack-Differenzial
Fahrwerk: VA Street or Track-Querlenker und 1-Zoll-Shelby-Tieferlegung, 1 1/8-Zoll-Stabilisator vorne, HA Street or Track-Drei-Lenker-Aufhängung, DSC Sport-Gewindefederbeine mit aktiver Dämpfungsregelung, verstellbarer 1-Zoll-Stabilisator hinten, ölgekühlte Ford-9-Zoll-Hinterachse
Rad/Reifen: zweiteilige Signature ONE-Schmiedefelgen in 11×18 und 12,5×19 Zoll, Sterne in Matte Gun Metal, Betten in Glanzschwarz, schwarze Verschraubungen, Toyo Proxes R888R-Bereifung in 315/30ZR18 und 345/30ZR19
Bremsen: Wilwood-Bremsanlagen mit 4-Kolben-Sätteln auf VA 330-mm- und HA 305-mm-Scheiben
Karosserie: Custom-Frontspoiler, Carbon-Motorhaube mit Hutze, komplette Eigenbau-Widebody-Kotflügel aus Stahl (drei Zoll breiter), seitliche Fake-Lufteinlässe neben Scheinwerfern nun funktional, Custom-Luftauslässe in vordere Kotflügel eingearbeitet, Carbon-Außenspiegel, Lufteinlässe vom 69er Modell in hintere Seitenteile eingearbeitet, Streben vor der Heckscheibe, Lackierung in Olivgrün #274 vom 1978er Porsche, Zierstreifen und -elemente in Schwarz und Rot
Innenraum: weitgehend leergeräumt, geschüsseltes Holzkranz-Lenkrad im OEM-Style mit Quick-Release-Nabe, analoge Autometer Carbon Fiber Ultra Light-Armaturen, Cobra-Sportsitze, Corbeau-5-Punkt-Gurte, Custom-Schalthebel, Retro-Style-Bedienbox zwischen den Sitzen, Custom-10-Punkt-Sicherheitszelle, Vintage Air-Klimaanlage, Feuerlöschsystem, Braille-Leichtbau-Batterie im Kofferraum

