Spektakulärer E10 made in France
Im Tuning-Universum gibt es einige klare Indizien dafür, dass ein Showcar von außergewöhnlicher Qualität ist. Beispielsweise die Einladung zum prestigeträchtigen Ultrace. Oder wenn das Auto nicht nur am European Tuning Showdown im Rahmen der Tuning World Bodensee teilnimmt, sondern dabei ins Finale kommt und einen Top 10-Platz erreicht. Beides trifft auf den hier gezeigten 2002 tii zu. Der individualisierte BMW-Klassiker befindet sich im Besitz von Gabriel Couty.
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Etabliertes Mitglied der Szene
Der Franzose ist in der Szene kein Unbekannter, sondern realisierte über die vergangenen Jahre hinweg bereits einige aufsehenerregende Tuning Cars. Die Basis bildeten dabei zumeist beliebte Oldies wie beispielsweise schon ein VW Golf 1 oder ein BMW E30. Den 02er von 1970 erwarb Gabriel im Jahr 2024 zum Preis von nur 3.000 Euro. Ohne Zeit zu verlieren, läutete er danach den kompletten Um- beziehungsweise in einigen Teilen Neuaufbau der Münchener Legende ein. Denn eines war von Vorneherein klar: Auch dieses Auto sollte keineswegs im Serienzustand verbleiben!

DRM-Style-Bodykit
Um dem tii einen stämmigeren und aufsehenerregenderen Auftritt zu bescheren, entschied sich Gabriel für die Montage eines Widebodykits im Stile des Schnitzer-Gruppe-2-Rennwagens der Saison 1976 der Deutschen Rennsport Meisterschaft. Zur Unterstützung des zugleich extrem cleanen Looks der restaurierten und versteiften Karosserie verzichtete er jedoch auf den großen Heckflügel. Zudem passte er die Front nach seinem persönlichen Geschmack an. Weitere Eyecatcher sind die Custom-Räder der Schweizer Felgenschmiede PS Wheels in vorne 9×16 sowie hinten 10,5×16 Zoll. Sie zeigen optisch eine moderne Interpretation des klassischen Kreuzspeichen-Designs und kombinieren graue Sterne mit polierten Betten. Die Toyo-Semislicks messen 255/45ZR16 und 245/45ZR16. Ein Prazis-Luftfahrwerk lässt den BMW satt auf der Straße stehen.

Umfangreich angepasster M10
Auch im Übrigen optimierte Gabriel seine 02er technisch tiefgreifend. Das Upgrade des ikonischen M10-Vierzylindermotors begann mit einer kompletten Zerlegung und Revision. Im Rahmen des Neuaufbaus wurden diverse Modifikationen umgesetzt. So erhielt der frisch gehonte Zylinderkopf eine Motorsport-Nockenwelle und neue Titanventile mit geschmiedeten Kipphebeln. Dank größerer Bohrungen und mehr Hub wuchs der Hubraum leicht auf 2.039 Kubikzentimeter. Die maßgefertigten Schmiedekolben sitzen auf H-Schaft-Pleueln. Ergänzend kam ein Edelstahl-Wasserkühler an Bord und das Kraftstoffsystem ist rundum verfeinert. Das reicht von der Einspritzanlage mit AEM-Druckregler über Alu-Leitungen bis hin zum Eigenbau-Tank samt NUKE-Catch Tank. Last but not least installierte Gabriel gar eine Trockensumpfschmierung vom M12/7-Aggregat.
Die Abgase entweichen durch eine Eigenbau-Anlage, welche über einen nachgebauten Motorsport-Krümmer anschließt. Auf die Straße übertragen werden die nunmehr etwa 220 PS mittels eines revidierten Fünfganggetriebes samt Sperrdifferenzials. Eigenbau-Bremsen – vorne Wilwood-Anlagen mit Zimmermann-Scheiben und hinten mit Golf 1-Komponenten aufgerüstete Serien-Anlagen – sorgen für standfeste Verzögerung.

Interieur im Racing-Style
Passend zum Gruppe 2-Rennoutfit, bietet natürlich auch der Innenraum echtes Racing-Ambiente. Entscheidend mitverantwortlich dafür ist der originale Motorsport-Überrollkäfig samt Flankenschutz. Der Fondbereich ist statt einer Rückbank mit Aluminium-Platten verkleidet. Diese wurden – wie die ebenfalls aus Alu gebauten Custom-Schalensitze – sogar mit Polsterung versehen. Dennoch geschah dies sicher nur zu Showzwecken und nicht mit dem Gedanken, dass hier wirklich jemand sitzen soll. Die Bezüge der Polster sowie des Alpina-Lenkrads und des Armaturenbretts bestehen aus dunkelrotem Alcantara. Die Türen und hinteren Seitenteile sind hingegen ebenfalls mit Aluminium vertäfelt. Eine einstellbare Tilton-Pedalerie und ein schicker Short Shifter runden das Cockpit ab.
Bilder: Vladimir Ljadov (@wheelsbywovka)
Technische Daten
BMW 2002 tii
Baujahr: 1970
Karosserie: komplett restauriert und versteift (inkl. Schweißarbeiten und Eigenbau-Teilen), angepasster Gruppe 2-Schnitzer-Motorsport-Widebodykit (Nachbau) mit Eigenbau-Front, Stoß- und Zierleisten erneuert, Beleuchtung erneuert, Lackierung in Beige
Motor: 2,0-Liter-M10B20-Reihenvierzylinder-Ottomotor, zerlegt und komplett revidiert, Hubraumerweiterung auf 2.039 ccm (Bohrungen und Hub vergrößert), Block gehont, Zylinderkopf gehont/bearbeitet, Ventile bearbeitet (neues Ventilspiel mit Titanventilen), Alpina-Ventildeckel, BMW Motorsport-Alpina-Nockenwelle, geschmiedete Kipphebel, Schrick-Flachschieber, maßgefertigte Schmiedekolben, H-Schaft-Pleuel, Edelstahl-Wasserkühler, Einspritzanlage überarbeitet mit AEM-Benzindruckregler, zwei Hochleistungs-Benzinpumpen, Aluminium-Kraftstoffleitungen, Eigenbau-Kraftstofftank mit NUKE-Catch Tank, Trockensumpfschmierung vom M12/7-Motor, diverse Komponenten in Braun lackiert oder hochglanzpoliert, Motorraum gecleant, nachgebauter Motorsport-Abgaskrümmer, Eigenbau-Abgasanlage, ca. 220 PS
Kraftübertragung: revidiertes BMW E10-Fünfgang-Handschaltgetriebe mit originalem Sperrdifferenzial, Schwungrad erleichtert
Fahrwerk: Prazis-Luftfahrwerk, Powerflex-PU-Buchsen
Rad/Reifen: PS Wheels-Kreuzspeichen-Leichtmetallfelgen in 9×16 und 10,5×16 Zoll, Sterne in Grau, polierte Betten, Toyo Proxes R888R-Bereifungen in 255/45ZR16 und 245/45ZR16
Bremsen: VA Wilwood-Bremsanlage für BMW E21 mit Zimmermann-Scheiben und angepasster E21-Nabe, HA modifizierte Serien-Bremsanlage mit Golf 1-Bremsscheibe und -Nabe samt Handbremse
Innenraum: Armaturenbrett sowie Lenkrad (samt Lenksäule) und Sitzpolsterungen mit weinrotem Alcantara bezogen, Tür- und Seitenverkleidungen aus poliertem Aluminium, Alpina-Lenkrad, Eigenbau-Sitze und Rückbank aus Aluminum, einstellbare Tilton-Motorsport-Pedalerie, Short Shifter, originaler Motorsport-Überrollkäfig mit Flankenschutz, Hutablage und weitere Details aus Aluminium-Lochblech, Tank-Einfüllstutzen im Kofferraum

