Corvette C5 Z06 von corvetteproject

Corvette C5 Z06 von corvetteproject

Das hier gezeigte Fahrzeug allerdings erregt nicht nur wegen genau seiner exotischen Karosseriebauform und mit der international seit Jahrzehnten populären Martini-Farbgebung Aufsehen, sondern hat es dazu auch „faustdick“ unter dem Blech – pardon: Kunststoff. Vorhang auf für eines der sicherlich aufwändigsten und kreativsten Corvette-Projekte, welche auf deutschen Straßen rollen!

Und damit wäre ein ganz wichtiges Schlagwort auch schon gefallen: Corvette-Projekt. Denn ersonnen, konstruiert und realisiert wurde die ungewöhnliche C5 von niemand geringerem als Werner Moll und seinem Team, welches sich unter dem Label „corvetteproject“ einen herausragenden Namen in der US-Car-Szene gemacht hat und für absolute Kompetenz besonders innerhalb der Corvette-Community steht. Neben seinem über Jahrzehnte gesammelten Know-How ließ „Mr. corvetteproject“ Werner Moll auch das hochoktanige Herzblut eines echten Petrolheads in seine Martini-Corvette einfließen: Hier trafen während der dreijährigen Umbauarbeit (2014 bis 2017) Fachkenntnisse auf Enthusiasmus – und das Ergebnis ist dementsprechend beeindruckend!

Treffen der Generationen

Die Basis des Fahrzeugs bildete eine C5 Z06, welche im Juli 2003 erstmals zugelassen wurde. Von dieser allerdings blieb praktisch nur die äußere Hülle relativ unverändert bestehen, denn viele Technik-Komponenten wurden durch Bauteile der Nachfolge-Generation C6 Z06 ersetzt, speziell angefertigt oder aus Elementen verschiedener anderer Corvette-Modelle komponiert. Damit ist bereits klar: Wir sprechen hier nicht von einem „einfachen“ Motor-Swap. Der Aufbau erfolgte „frame-off“ – und selbst der Rahmen ist eine Custom-Konstruktion aus den Skeletten zweier Corvette-Generationen. So wurde der vordere Rahmenteil einer C6 auf einer Rahmenrichtbank an das unverändert übernommene Hinterteil des C5 Z06-Basisfahrzeugs angepasst. Im hinteren Bereich wurde dafür ein Achskörper angefertigt, welcher außen die Montage verstärkter C5-Dreiecklenker erlaubt, während innen das C6 Z06-Differenzial mit 3,42er Achsübersetzung installiert werden konnte.

LS7-Integration

Unter der langen C5-Haube lauert der frei saugende LS7-V8 der C6 Z06, welcher aus vollen sieben Litern Hubraum, ausgerüstet mit einer „milden“ Performance-Nockenwelle für ein Maximum an Drehmoment im unteren Drehzahlbereich sowie einem modifizierten Einspritzsystem, stattliche 560 PS schöpft. Das Fassungsvermögen des Trocksumpftanks, welcher eine besonders tiefe Einbauposition des Small Blocks ermöglicht, beträgt 9,5 Liter. Für einen „kühlen Kopf“ aller Komponenten des Antriebsstrangs wurde neben einem Aluminium-Hochleistungswasserkühler ein zusätzlicher Motorölkühler (links) sowie ein Getriebeölkühler (rechts) installiert. Klimakompressor und -kondensator wurden aus der C6 Z06 übernommen.

Seine Verbrennungsabgase entsorgt der Hubraumriese unter tieffrequentem Geboller via einer Abgasanlage mit LG-Fächerkrümmern und -Kats von der aktuellen C7 Z06 sowie Pipes und dem Endschalldämpfersystem einer C6 ZR1. Um letzteres unterbringen zu können, wurde eigens der Kofferraumboden umfassend modifiziert: Im unteren Bereich wurde hier jener einer C6 Z06 eingearbeitet, während das Oberteil der C5 Z06 erhalten blieb. Im hinteren rechten Staufach des mit einem nach Maß angefertigten Teppich ausgelegten Gepäckabteils, sitzt eine nur 2,2 Kilogramm leichte LITE BLOX-Lithium-Ionen-Starterbatterie.

LS3-Kraftübertragung

Während die Kupplung samt Geber- und Nehmerzylinder ebenfalls aus der C6 Z06 transplantiert wurden, stammen das 6-Gang-Schaltgetriebe (T60), das Torque Tube sowie das Differenzial aus einer C6 mit LS3-Motor, wie sie in den späten Baujahren (2009 bis 2013) vom Band lief.

Der Vorderachskörper aus Magnesium stammt ebenso von der C6 Z06 wie die Lenkung und die Bremssättel beider Achsen. Letztere wirken vorne mit einteiligen Hawk DTC 70 RR-Rennsport-Bremsbelägen auf zweiteilige 380-Millimeter-Bremsscheiben mit eigens konstruierten Bremstöpfen ein. Fischer-Stahlflex-Bremsleitungen stellen maximale Bremspower sowie einen definierten Druckpunkt sicher.

Räder und Fahrwerk von den Tuning-Spezialisten

Von OZ Racing mit passender Einpresstiefe für das außergewöhnliche Projektfahrzeug geliefert wurden die goldenen Ultraleggera HLT-Felgen der Dimensionen 8,5×19 Zoll ET59 und 11×20 Zoll ET75, welche corvetteprojekt mit Michelin Pilot Sport PS 2-Hochleistungsbereifung der Größen 245/35ZR19 und 285/30ZR20 besohlte.

Das eigentlich für die C6 Z06 konzipierte Gewindefahrwerk steuerten die Spezialisten von KW bei. Sämtliche Aufhängungskomponenten wurden eloxiert, die Dreiecklenker an beiden Achsen mit Uniball-Lagern von TIKT montiert. Dazu kamen verstärkte Radlager von SKF zum Einsatz.

Dezent: Carbon-Karosserieparts

Im Vergleich zum unter dem Karosseriekleid getriebenen Aufwand, halten sich die äußerlichen Änderungen in einem überschaubaren Rahmen. Vor ihrer Lackierung in Weiß-Perleffekt, dem Basisfarbton der Martini-Designfolierung, wurde die Vette mit „Le Mans“-Karosseriekit von corvetteproject ausgerüstet, welcher einen Frontspoiler sowie Seitenschweller aus Carbon beinhaltet. Während selbige ihr Hightech-Material jedoch unter einer Lackierung in Wagenfarbe verstecken, zeigen die eigens angefertigten Abdeckungen der Hella-LED-Scheinwerfermodule mit Tagfahrlicht-Ringen, welche die C5-typischen Klappscheinwerfer ersetzen, ihre Carbon-Strukturen ganz offen. Auch die hinteren Rückleuchten strahlen mit LED-Technik.

Kohlefaser-Sitze vom Porsche 918 Spyder

Ganz besondere Highlights des Interieurs sind zweifellos die Carbon-Sportsitze: Sie stammen aus dem Hybrid-Hypercar Porsche 918 Spyder, schlagen als Paar mit 35.000 Euro zu Buche und erhielten vor ihrer Installation auf Eigenbau-Konsolen eine Belederung im Martini-Design – wie übrigens auch das Armaturenbrett, die Mittelkonsole und die Türverkleidungen. Selbst die Fußmatten weisen das markante Farbschema auf. Die C5 Z06-Mittelkonsole rüstete corvetteproject für die Integration einer Pioneer Avic F 980 BT-2DIN-Headunit um, während das dick gepolsterte raid Cavallo Race-Airbaglenkrad mit Leder/Alcantara-Bezug mittels eines speziell angefertigten Adapters fixiert wurde.

Aus dem Stand auf 100 km/h katapultiert sich der 1.380 Kilogramm leichte Z06-Zwitter in nur 3,7 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit ist bei 320 km/h elektronisch limitiert.

Übrigens: Ein im vergangenen Jahr erstelltes Gutachten weist neben der Zustandsnote 2+ auch einen Marktwert von 225.000 Euro aus. Angesichts dessen ist der Kaufpreis, für welchen Werner Moll die vielleicht außergewöhnlichste C5 Deutschlands herausrücken würde, geradezu ein „Schnäppchen“: 178.000 Euro stehen auf dem Preisschild.

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Weitere Informationen gibt es bei:

corvetteproject by

automoll e.K.

Inh. Werner Moll

Nordstern-Park 10

52134 Herzogenrath

Tel.: 02404 / 9579777

Fax: 02404 / 9579776

E-Mail: info@corvetteproject.de

www.corvetteproject.de