Auferstanden aus Einzelteilen

Wer in der Tuning- und Schrauber-Szene etwas auf sich hält, der baut und modifiziert sein automobiles Schätzchen weitestmöglich eigenhändig. Kaum mehr zutreffen kann dies, als auf den hier vorgestellten Typ 181-Kübelwagen und seinen Besitzer Mathias Beitzel, der dieses Konzept zwangsweise auf die Spitze getrieben hat. Als der 37-Jährige, der aus Schwaben stammt, aber momentan in Frankreich kurz hinter der saarländischen Grenze lebt, den „Kurierwagen“ kaufte, da war dieser nämlich komplett in Einzelteile zerlegt und in Kisten verpackt.

Demzufolge begann nach der Abholung in Frankfurt zunächst ein langwieriger Wiederaufbau-Prozess, der sich über beinahe zweieinhalb Jahre von September 2012 bis Mai 2015 erstreckte. Diesen erledigte Mathias, seines Zeichens Werkstattmeister und aktuell Serviceberater bei einem großen deutschen Autobauer, komplett in Eigenarbeit beziehungsweise mit Unterstützung durch Freunde und Bekannte. Dabei konnten ihn selbst das Fehlen und die Funktionsuntüchtigkeit zahlreicher Teile nicht stoppen. Und auch ein Motorschaden im Sommer 2016 wurde schon im folgenden Winter mit Hilfe eines neu aufgebauten Triebwerks wieder ausgebügelt.

Modifiziertes Fahrwerk für reichlich Tiefe

Doch der Wagen erstand nicht nur aus seinen Einzelteilen neu auf. Getreu dem auf dem Armaturenbrett zu lesenden Motto „Du kannst schon Serienautos fahren, aber dann biste halt kacke…!“ realisierte Mathias einige Individualisierungen seines Typ 181. Während der Wagen, da er seinerzeit bekanntlich ursprünglich für militärische Einsatzzwecke entwickelt und gebaut worden war, als Geländegänger über eine recht hohe Bodenfreiheit verfügte, lässt sich dies von Mathias‘ Exemplar nicht mehr wirklich behaupten: Dessen Fahrwerk erhielt eine umfassende Überarbeitung in Form von Highjackern samt Lufterzeugungskit sowie modifizierten und verstellbaren Achsen. Dadurch kam eine deutliche Tieferlegung der Karosserie zu Stande. Der technisch unveränderte Motor ist unterdessen lediglich optisch aufgehübscht und um eine auch optisch ansprechende CSP Supersport-Abgasanlage mit zwei mittig am Heck mündenden Endrohren ergänzt.

15-Zoll-Alufelgen

Zudem führte Mathias zum Erhalt der grau lackierten Karosserie diverse Schweißarbeiten durch. Auffällig sind ferner die komplett roten Rückleuchten und die extrem lange Antenne am Heck. Selbst Kennern dürfte es demgegenüber ohne das nötige Hintergrundwissen schwer fallen, zu erkennen, dass in der Front statt der originalen Scheinwerfer nun H4-Pendants von einem Golf 1 sitzen. Ein weiteres Highlight des Kübelwagens sind seit Anfang des Jahres ferner seine Aluräder. Der VW steht auf Nachbauten von RDW-Felgen, die sich durch fünf geschwungene Speichen mit grauem Finish sowie abgedrehten Fronten auszeichnen, während die Stufenbetten komplett poliert sind. Ihre Dimensionen betragen 6×15 Zoll und die aufgezogenen Reifen messen 185/55 R15. Auf den Bildern nicht zu sehen und, wenn nicht unbedingt nötig, wohl auch eher selten im Einsatz ist letztlich das vor Kurzem inklusive der seitlichen Steckscheiben für die Scheiben erneuerte Verdeck.

Puristisches Original-Interieur

Den Innenraum zu guter Letzt baute Mathias wieder im originalen Zustand auf. Demzufolge zeigt sich das Cockpit recht spartanisch eingerichtet: Außer einem zentral hinter dem großen Lenkrad angeordneten Tacho und drei Zusatzanzeigen gibt es nicht viel zu sehen. Vor dem langen Schalthabel des Viergang-Getriebes sitzt ein rot leuchtender Feuerlöscher, während die frisch aufgepolsterten Sitze einen neuen Bezug in klassischem Armeegrün erhielten.

Technical Facts

VW Typ 181

Baujahr: 1978

Karosserie: H4-Scheinwerfer vom VW Golf 1, rote Rückleuchten, Verdeck und Steck-Seitenfenster neu, diverse Schweißarbeiten durchgeführt, Lackierung in Grau

Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-Ottomotor, Originalzustand und optisch aufgehübscht, CSP Supersport-Abgasanlage, 50 PS

Kraftübertragung: 4-Gang-Handschaltgetriebe

Fahrwerk: Highjackers rundum mit Lufterzeugungskit, verstellbare Vorderachse, Hinterachse durdh Verstellen der Drehstäbe an Vorderachse angepasst

Rad/Reifen: RDW-Nachbau-Leichtmetallfelgen in 6×15 Zoll mit Sonar-Bereifung in 185/55 R15

Bremsen: originale Trommelbremsen

Innenraum: Originalzustand, Sitze aufgepolstert und neu bezogen