Jimco Reaper Luxury Pre-Runner

Offroad-Spaß ohne Grenzen

Wer sich einen Pick-up wünscht, der im Gelände außergewöhnlich begabt ist und dabei auch noch über reichlich Power verfügt, für den war der Ford Raptor – zumindest bis zum nun erfolgenden, offiziellen Start des bereits vorgestellten Ram 1500 TRX mit 712-PS-Hemi-V8 – nicht nur die erste sondern quasi auch die einzige Wahl. Im Bug des sportlich-dynamisch und ausgesprochen bullig gezeichneten Trucks schlägt bekanntlich ein turbogeladenes 3,5-Liter-V6-Herz mit satten 457 PS sowie 691 Nm Drehmoment und das Offroad-Fahrwerk kann für ein Serienfahrzeug außergewöhnliche Federwege von vorne 330 und hinten 353 Millimetern vorweisen.

Über solche Werte kann das hier gezeigte Fahrzeug dennoch nur müde lächeln. Es trägt den vielversprechenden Namen Reaper, zu Deutsch Sensenmann, und wurde bei den Jungs von Jimco Racing aus dem bei San Diego in Kalifornien gelegenen Santee aufgebaut. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von reinrassigen Offroad-Rennwagen spezialisiert, die selbst härtesten Anforderungen wie etwa bei der Rallye Dakar oder der Baja 1000 gerecht werden. Und so sieht der Reaper zwar optisch aus wie ein optimierter Raptor, hat mit diesen bis auf eben den Look der im schwarz-grauen Camouflage-Design ausgeführten Fiberglas-Karosserie nichts gemein.

Mehr als ein halber Meter Federweg

Jimco baute dieses Reaper-Exemplar für Bobby Patton, seines Zeichens Miteigentümer des in der höchsten amerikanischen Baseball-Liga MLB antretenden Teams L.A. Dodgers und zugleich großer Rallye-Fan. Konzipiert ist das Offroad-Monster als sogenannter Pre-Runner: Dies sind die Fahrzeuge, die vor dem eigentlichen Rallye die Strecke abfahren, um für die Rennfahrer das Gelände zu erkunden. Dementsprechend baut der Reaper auf einem robusten, komplett von Jimco eigenentwickelten sogenannten „Victory“-Chassis auf. Das Fahrwerk verfügt vorne über Einzelrad-Aufhängung mit Querlenkern und hinten über eine Mehrlenker-Konstruktion. Die Racing-Federbeine stammen ebenso von Fox wie die Bypass-Dämpfer. Diese Kombination ermöglicht dem Reaper wirklich wahnwitzige Federwege von vorne 660 und hinten 813 Millimeter – nochmals mindestens doppelt so viel wie beim Raptor! Einen weiteren Beitrag für die überragenden Offroad-Fähigkeiten leisten die 17-zölligen Räder samt Beadlock, der verhindert, dass sich die grobstolligen, 40×12.50R17 messenden BFGoodrich Baja T/A KR3-Rennreifen selbst unter höchsten Belastungen nicht auf der Felge verdrehen. Und für den Fall, dass doch einmal Probleme mit einer Felge oder einem Reifen geben sollte, findet sich auf der Ladefläche am Heck ein vollwertiges Ersatzrad.

Kraftstrotzender 9,1-Liter-V8

Ebenfalls eine echte Wucht ist das, was unter der Fronthaube steckt – wenngleich eingefleischte Ford-Fans nun wirklich stark sein müssen: Das Triebwerk, welches die Spezialisten von Dougans Racing Engines aufbauten, basiert nämlich nicht auf einem Ford-Aggregat, sondern auf einem Big-Block-V8 vom Erzfeind GM. Der hochgezüchtete Motor besitzt einen geradezu riesigen Hubraum von 555 cui, was nicht weniger als 9,1 Liter entspricht: Aus diesem schöpft er brachiale 811 PS Leistung und 949 Nm. Das Kühlsystem dieses Kraftwerks stammt von C&R Racing und die Abgasanlage von Butler. Das Motormanagement übernimmt ein Motec-Steuergerät. An die Räder übertragen wird die Power mittels einer speziell für die gegebenen Anforderungen durch das Team von Gearworks angepasste 4L80-E-Viergang-Automatik, die ebenfalls aus dem Regal von GM stammt. Erstklassige Verzögerungswerte gewährleisten zu guter Letzt Sechs-Kolben-Sättel von Brembo, die auf 355-Millimeter-Scheiben einwirken.

Feine Innenausstattung

Jimco bezeichnet Pattons Reaper auch als Luxury Pre-Runner und den Grund dafür erkennt man beim Blick in das Interieur: Dieses ist nämlich nicht, wie man es von einem solchen Wagen erwarten könnte, spartanisch abgespeckt, sondern kommod und regelrecht wohnlich eingerichtet – was wohl auch seinen Teil zu dem beachtlichen Fahrzeuggewicht von knapp über drei Tonnen beiträgt. Fahrer und Co-Pilot verzurren sich mit MOMO-Fünf-Punkt-Gurten in besten Seitenhalt bietenden MasterCraft Pro4s-Schalensitze, die ebenso mit feinem Leder bezogen sind wie komplette Armaturenbrett und weitere Teile des Innenraums. Das geschüsselte Sportlenkrad mit Alcantara-Bezug und gelber 12-Uhr-Markierung stammt gleichfalls von MOMO. Außerdem sind gar Styling- und Komfort-Merkmale wie Zierleisten im Camouflage-Look, gleich zwei Klimaanlagen, mehrere Cupholder und ein Tempomat an Bord. Zur Orientierung in der Wildnis gibt es ein Offroad-Navigationssystem von Lowrance mit mehreren Bildschirmen und die Kontaktaufnahme nach Außen ermöglicht ein Kommunikationssystem von Palomar. Über den Preis dieses Reapers gibt es keine genauen Angaben, es ist aber davon auszugehen, dass er im gehobenen sechsstelligen Bereich liegt – Besitzer Bobby Patton dürfte dies angesichts seines üppigen Vermögens freilich ohnehin egal sein. Übrigens: Wenn er den Wagen fahren will, kann er dies tatsächlich sogar jederzeit im öffentlichen Verkehr machen: Laut Jimco bekommt der Extrem-Offroader in Arizona nämlich sogar eine Straßenzulassung – in Deutschland unvorstellbar …

Weitere Informationen unter:

www.jimcoraicing.com

 

Fotos/Informationen: Jimco Racing / offroadracer.com

Jimco Reaper Pre-Runner

Baujahr: 2019

Motor: 9,0-Liter-(555-cui-)Big-Block-V8-Ottomotor von Dougans Racing Engines, C&R-Racing-Kühlung, Motec-Steuergerät, Custom-Pyrotect-Tankzelle, Butler-Abgasanlage, ca. 811 PS / 949 Nm

Kraftübertragung: GM 4L80-E-Viergang-Automatikgetriebe von Gearworks

Fahrwerk: VA Einzelradaufhängung mit Jimco-Querlenker, Fox 3.0-Racing-Federbeine (14 Zoll), Fox 4.4-Bypass-Dämpfer (14 Zoll), HA Jimco-Vierlenker-Aufhängung, Fox 3.0-Racing-Federbeine (16 Zoll), Fox 4.4-Bypass-Dämpfer (18 Zoll), Federweg 660 mm (VA) bzw. 813 mm (HA)

Rad/Reifen: Leichtmetallfelgen in 17 Zoll mit Beadlock, BFGoodrich Baja T/A KR3-Rennreifen in 40×12.50R17

Bremsen: Brembo-6-Kolben-Sättel auf 355-mm-Scheiben

Karosserie: Custom-Karosserie in Ford Raptor-Optik aus Fiberglas, Baja Designs-LED-Zusatzbeleuchtung, vollwertiges Reserverad auf der Ladefläche, schwarz-graue Lackierung im Camouflage-Style von Balboa Autobody und SignPros

Innenraum: Custom-Lederausstattung von Felipe Ramos (inkl. Armaturenbrett), Custom-MasterCraft Pro4s-Rennschalensitze, MOMO-Lenkrad mit Alcantara-Bezug und 12-Uhr-Markierung, MOMO-5-Punkt-Gurte, Sicherheitszelle, Zierleisten im Camouflage-Design, mehrere Cupholder, Klimaanlage, Tempomat

Multimedia: Lowrance-Navigationssystem mit mehreren Bildschirmen, Palomar-Kommunikationssystem

Sonstiges: Jimco „Victory“ Pre-Runner-Chassis