Audi RS6 Avant „gepfeffert“

Audi RS6 Avant „gepfeffert“

Unter einer „Familienkutsche“ stellt man sich üblicherweise einen VW Touran TDI mit sieben Sitzen und Dachgepäckbox vor. Oder vielleicht einen Sharan oder Passat Variant. Nicht so bei Andreas Pfeffer aus Bayern. Er hat da eine etwas eigene Vorstellung vom idealen Gefährt für Kind und Kegel…

Lange blieb der Audi RS6 nicht im Originalzustand

Als der „gepfeffert.com“-Inhaber seine Neuwagenbestellung bei Audi absetzte, stand dort ein bäriger Audi RS6 auf dem Zettel. Mit LED-Scheinwerfern, Keramikbremse, Panoramadach und etlichen anderen Extras, die das Leben angenehmer machen sollten, kämen die meisten von uns nicht auf die Idee, dass diesem Auto etwas fehlen würde. Doch der misanorote Originallack sollte die Familie Pfeffer nur kurz erfreuen. Die Verwandlung des RS6 stand kurz bevor. Uns allen ist noch Andy Pfeffers „Carbon-Golf“ aus dem Jahr 2015 gut in Erinnerung. Komplett mit Kohlefasermatten überlaminiert, sorgte der Golf 7 GTI im R-Look für reichlich Aufsehen am Wörthersee. Alle fragten sich, wie das Vorhaben noch zu toppen sei. Die Lösung: Man nimmt einfach ein Auto, das größer ist. In diesem Fall den Audi RS6.

Multi-Kulti-Pampersbomber mit ungarischer Untersützung

Andys Freund Arpi von RS-Carbon.hu freut sich immer, wenn er einen Anruf aus dem bayrischen Wald bekommt. Dann weiss er, es müssen Überstunden gemacht werden. Dieses Mal stand die komplette „Carbonisierung“ des „gepfefferten“ Audi RS6 auf dem Programm. Rund 35 Quadratmeter feinstes Carbon, das auch in der italienischen Supersportwagenschmiede Pagani zum Einsatz kommt, verhüllen das Biest aus Ingolstadt. Die Besonderheit am „Pagani-Carbon“: Die Fasern verlaufen im 90-Grad-Winkel zur Fahrzeugmitte, wo sie in einem schmalen Grat aufeinandertreffen. Damit das Material perfekt sitzt, müssen die Hände, die es verarbeiten, also mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks zu Werke gehen.

35 Quadratmeter Pagani-Carbon

Die Wirkung auf den Betrachter ist grandios. Klar, Fahrzeugteile oder auch ganze Autos in Carbon kennt man schon. Und doch schüttelt man immer wieder ungläubig mit dem Kopf. Der Audi RS6 ist einfach ein gewaltiges Monstrum, das bereits im Originalzustand dermaßen fies aussieht. Da kommt jede weitere Veränderung einem regelrechten Skandal gleich. Als Aushängeschild für Andys Fahrwerks-Marke galt es natürlich auch, die größtmögliche Tieferlegung zu erreichen. Ermöglicht wird der „Drop“ mit einem gepfeffert.com V3 made by KW Gewindefahrwerk. Minus 120 Millimeter gibt Andreas als Tiefgang an.

Ein RS6 braucht anständiges Schuhwerk. Die Wahl fiel auf 10×21 Zoll große O.Z. Ares-Schmiedefelgen. Wer meint, jetzt die Reifenmarke erraten zu haben – nein, es ist nicht Nankang. Der Audi rollt auf 265/30er Contis, inklusive Freigabe über 300 km/h. Nun kommt so ein RS6 bereits ab Werk alles andere als schwachbrüstig um die Ecke gerollt. Doch die Serienpferde dienten allenfalls als gesunde Basis. Mit etwas Training im Stall von HGR, Downpipes und einer Akrapovic Auspuffanlage zerrt das Familienauto locker mit 742 PS an den vier angetriebenen Rädern. Dabei rotzt, spratzelt und donnert es aus den Endrohren, als säße Satan persönlich hinterm Steuer.

„Wild statt mild“ lautet die Devise im Innenraum. Die Seriensitze schmiss Andy raus und installierte Sportschalen eines 2014er Audi R8, verziert mit Alcantara und roten Nähten. Die Rückseite der Sitze wurde (wen wunderts) ebenfalls mit Carbon bezogen. Dachhimmel und Rücksitze bekamen eine zweite Haut aus Alcantara.

Vier Monate dauerte die Verwandlung des gepfefferten RS6 zur rollenden Carbon-Bombe. Und genau wie damals, als Andy die Messlatte mit dem Kohlefaser-Golf auf neue Höhen hievte, fragt man sich unweigerlich: Wohin geht die Reise und wie soll sie enden? Wir sind schon gespannt auf neue Kreationen aus dem Hause Pfeffer…

Technische Daten

Fahrzeugtyp: Audi RS6 Avant

Baujahr: 2015

Motor: 4.0 Liter V8 Bi-Turbo, HGR-Softwareoptimierung, Downpipes, Akrapovic Klappenauspuffanlage, 742 PS

Getriebe: 8-Gang-Tiptronic

Fahrwerk: „gepfeffert.com V3 made by KW Gewindefahrwerk“ mit 120mm Tieferlegung

Räder: O.Z. Ares Schmiedefelgen, rundum in 10×21 ET25, Continental Sport Contact in 265/30 R21 rundum

Bremsen: serienmäßige Audi Carbon-Keramik Bremsanlage

Karosserie: Komplett in Handarbeit mit „Pagani“ Carbon-Gewebe überzogen, schwarze Zierleisten mit Carbon bezogen

Innenraum: Audi R8 Sitze (2014) mit Alcantara, roten Nähten und Rückseite in Echtcarbon, Rückbank mit Alcantara und roten Nähten, Dachhimmel in Alcantara, Lenkrad in Carbon und Alcantara

Dank an: RS-Carbon, KW, O.Z., HGR, Akrapovic Deutschland, Simon Stracker

Text & Fotos: Igor Vucinic