Der reinrassige Rennwagen-Bruder

2021er Porsche 911 GT3 Cup

2021er Porsche 911 GT3 Cup

Die Reihenfolge mag etwas komisch anmuten und doch passiert es immer wieder: Die Enthüllung von neuen Motorsportfahrzeugen, bevor die konkret entsprechenden Serienmodelle vorgestellt sind. So geschah es auch beim 911 GT3, denn die reinrassige Racing-Ausführung GT3 Cup debütierte schon im Dezember 2020 und somit etwa drei Monate vor der Straßenversion.

Bei der Neuauflage des mit über 4.200 Exemplaren meistverkauften Rennwagen der Welt legten die Zuffenhausener großen Wert auf optimierte Kundenfreundlichkeit und noch einfachere Fahrbarkeit. Durch höhere Haltbarkeit und somit weniger Wartungsbedarf sollen die Betriebskosten sinken: Verschiedene Komponenten wie die Hinterachs-Antriebswellen, das sequenzielle Sechsgang-Klauengetriebe und der über ein Einmassen-Schwungrad und eine Dreischeiben-Sintermetall-Rennkupplung angebundene Sechszylinder-Boxer-Saugmotor sind noch langlebiger. Das 510 PS und 470 Nm starke Aggregat besitzt unter anderem Trockensumpfschmierung und Einzeldrosselklappen; zudem stehen drei Abgasanlagen-Konfigurationen zur Wahl, um unterschiedliche Reglements zu erfüllen. Das in Höhe, Spur und Sturz verstellbare Fahrwerk bietet vorne spielfrei uniballgelagerte Doppelquerlenker, während die Mehrlenker-Hinterachse quasi mit der Serie übereinstimmt. Innenbelüfteter 380-Millimeter-Stahlbremsscheiben mit vorne Sechs- und hinten Vier-Kolben-Sätteln aus Aluminium garantieren hervorragende Verzögerungswerte. Den Straßenkontakt stellen Rennreifen in 30/65-18 und 31/71-18 auf 12×18 und 13×18 Zoll messenden Zentralverschluss-Felgen her.

Weitere optische Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Serienmodell sind überarbeitete Karosserieelemente, allen voran der größere – in dem Fall elffach verstellbare – Schwanenhals-Heckflügel. Das Gewicht liegt mit 1,26 Tonnen dank des modifizierten Materialmix‘ mit deutlich erhöhtem Aluminiumanteil nur 35 Kilogramm über dem des 991 GT3 Cup. Weitere Leichtbau-Maßnahmen sind gehärtete Polycarbonat-Scheiben und Türen sowie eine Motorabdeckung und der Heckflügen aus CfK. Diverse Bauteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, umgangssprachlich Carbon, bietet auch das Interieur, etwa in Form des oben offenen Rennlenkrads mit beleuchteten Knöpfen. Es wurde auf Fahreranregungen umgestaltet und soll so wie der FIA-konforme, noch umfangreicher verstellbare Rennsitz mit Sechspunkt-Gurten und das neue zentrale Schalterpanel noch mehr Bedienfreundlichkeit gewährleisten. Eine eingeschweißte Stahl-Sicherheitszelle ist ebenfalls an Bord.

Erste Auslieferungen des 992 GT3 Cup fanden bereits vor einigen Wochen statt; der Preis beläuft sich 225.000 Euro, darin enthalten ist auch ein mitgeliefertes Zubehörpaket mit allen notwendigen Spezialwerkzeugen und Querlenker-Distanzscheiben zur Spureinstellung.