1970er Dodge Super Bee

1970er Dodge Super Bee: Bee Different!

Kein Zweifel: Wenn es um amerikanische Muscle und Pony Car-Klassiker aus den Sechziger und Siebziger Jahren geht, die bis heute große Beliebtheit und Bekanntheit genießen, sind die üblichen Verdächtigen schnell gefunden. Sie tragen die Namen Ford Mustang, Chevrolet Camaro, Dodge Charger oder auch Dodge Challenger. Was dabei manchmal in Vergessenheit gerät ist, dass diese Fahrzeugklasse in den USA damals florierte und noch diverse weitere Angehörige hatte, deren Existenz wir uns heutzutage weitaus weniger bewusst sind. Zu diesen gehört sicherlich das auf diesen Seiten gezeigte Fahrzeug: eine Dodge Super Bee.

Das Muscle Car lief zwischen 1968 und 1971 auf Basis der Coupé-Version des Dodge Coronet vom Band. Damit gehörte es einer damals bestehenden, großen Modellfamilie im Chrysler-Konzern an, wurde dieser Wagen doch nahezu baugleich, nur mit jeweils spezifischen Ausstattungsumfängen unter diversen verschiedenen Namen vertrieben: Neben den beiden Dodge-Versionen gab es ihn bei Plymouth unter den Bezeichnungen Belvedere, Satellite, Road Runner und GTX. Besonderheit der Version aus dem Baujahr 1970, dem letzten in dem die Super Bee auf dem Coronet aufbaute, war der charakteristische, in der Mitte zweigeteilte Kühlergrill, der an die Flügel einer Hummel erinnern sollte – Dodge bezeichnete ihn als „Bumble Bee Wings.“ Um ein Exemplar eben dieses Modells handelt es sich offenkundig bei dem auf diesen Seiten gezeigten Fahrzeug.

500 cui Stroker-V8

Es befindet sich im Besitz von Thomas Chuchlik aus dem österreichischen Eggendorf. Dieser ist – Fernsehsendungen wie Pimp my Ride oder Overhauling sei Dank – seit mehr als 10 Jahren glühender US-Car-Fan. Erworben hat er ihn nach langer Fahrzeug-Suche bei der Mopar Garage in Voitsberg von deren Inhaber Michael Mugrauer alias Doc Stinger. Dieser war den Dodge zuvor 20 Jahre lang selbst gefahren. Infomge der Übernahme wurden zunächst einige Umbauten, die das Fahrzeug schon aufwies, zurückgerüstet und die Super Bee optisch weitestgehend in ihren originalen Zustand versetzt. Soll beispielsweise heißen, dass sie nun wieder im auffälligen, werkseitigen Lila-Ton Plum Crazy erstrahlt. In den Radkästen drehen sich schwarze Wheel Vintiques 63 Series O.E. Chrysler-Stahlfelgen der Dimensionen 8×15 Zoll und 10×15 Zoll mit roter Akzentlinie auf dem Felgenhorn. Bezogen sind sie mit 235/60er und 275/60er Reifen.

Innenraum erneuert

Ferner bekam der Dodge auch wieder ein originalgetreues Interieur, welches ihm ebenfalls zwischenzeitlich abhanden gekommen war. Ein Großteil der Ausstattung ist in Weiß ausgeführt, etwa die Bezüge der Bucket Seats und der Rückbank. Darüber hinaus finden sich ein Hurst-Schalthebel zur Bedienung des Dreigang-Automatikgetriebes und eine Mopar Rallye Dash-Instrumenteneinheit. Die Richtungsanweisungen tätigt Thomas stilecht mit einem Grant-Lenkrad in zeitgemäßer Optik samt Holzkranz.

Stroker-V8 mit reichlich Power

Komplett neu ist hingegen das Triebwerk unter der langen Haube der Super Bee. Statt des „nur“ 6,3 Liter respektive 383 cui großen und 335 PS starken Originalmotors, arbeitet hier nun ein extrem großvolumiger Stroker-V8 auf Basis eines 440RB-Blocks mit glatten 500 cui sprich 8,2 Litern Hubraum. In seinem Inneren arbeiten unter anderem Ross-Kolben auf Pleueln, die ebenso von Eagle stammen wie die Kurbelwelle. Die Zylinderköpfe sind aus dem Portfolio von Edelbrock. Hinzu kommen zahlreiche Komponenten von Comp Cams – etwa die Nockenwelle und die Steuerkette – sowie ein Aluminium-Kühler und die Six-Pack-Vergaseranlage. Zur Abgasentsorgung ist eine Auspuffanlage aus drei Zoll durchmessenden Rohren mit X-Pipe und Flowmaster-Endtöpfen mittels TTI-Krümmer an das Aggregat angeschlossen. Die von dem Aggregat entwickelte Leistung beträgt knapp 600 PS, während das maximale Drehmoment laut Prüfstandmessung 820 Nm beträgt und bereits ab 2.900 Umdrehungen anliegt.

Optimiertes Fahrwerk

Hinsichtlich des Fahrwerks wurde das US-Coupé ebenfalls verfeinert. Seine XHD-Blattfedern sind mit Koni-Stoßdämpfern kombiniert. Zudem ist es komplett mit PU-Buchsen ausgerüstet. Die Querlenker bekamen bei der Mopar Garage eine Verstärkung und die Subframe Connectors wurde ebenfalls dort in Eigenbau gefertigt. Weitere Merkmale des Dodges sind die Einzelradaufhängung und die Hinterachse mit Auburn-Differentialsperre, während das Stage III-Lenkgetriebe von Firmfeel stammt.

Wie in Deutschland ist ein Fahrzeug wie die Super Bee selbstverständlich auch in Österreich eine echte Seltenheit und somit ein Hingucker par excellence: So berichtet Thomas beispielsweise von regelmäßig hochgereckten Daumen von Passanten, wenn er vorbeifährt, oder sogar von Leuten, die ihm extra folgen, um Bilder von dem Dodge zu machen. Bei diesem Fahrzeug ist wohl wirklich schlicht und ergreifend Name Programm: einfach super, diese Bee.

Dodge Super Bee

Baujahr: 1970

Motor: 8,2-Liter-(500 cui-)„Stroker“-V8-Ottomotor mit 440RB-Block und Six-Pack-Vergaseranlage, Eagle-Kurbelwelle und -Pleuel, Ross-Kolben, Edelbrock-Aluminium-Zylinderköpfe, mechanische Roller-Nockenwelle von Comp Cams, Edelstahl-Kipphebel von Comp Cams, Comp Cams-Pushrods (3/8“), Double Roller-Steuerkette von Comp Cams, TTI-Headers ohne Kat, Six-Pack-Luftfilter, MSD-Zündanlage, Aluminium-Kühler, 3-Zoll-Abgasanlage mit X-Pipe und Flowmaster-Endtöpfen, ca. 600 PS / 820 Nm

Kraftübertragung: verstärktes 3-Stufen-Automatikgetriebe (A727 Torqueflite), TCI-Drehmomentwandler mit 2500 U/min Stall Speed

Fahrwerk: XHD-Blattfedern, Koni-Stoßdämpfer, Polyurethan-Buchsen, verstärkte Querlenker (Eigenbau), Eigenbau-Subframe Connectors, Einzelradaufhängung, 8.75-Zoll-Hinterachse mit Auburn-Sperre, 1.04-Zoll-Drehstäbe, Firmfeel Stage III-Lenkgetriebe

Rad/Reifen: Wheel Vintiques 63 Series O.E. Chrysler-Felgen in 8×15 Zoll und 10×15 Zoll mit Bereifung in 235/60 R15 und 275/60 R15

Bremsen: Trommelbremsen

Karosserie: Lackierung in Originalfarbe Plum Crazy

Innenraum: originale Innenausstattung komplett erneuert, Sportsitze (Bucket Seats), Mopar Rallye Dash-Instrumente, Hurst-Schalthebel (Floor Shifter)

Sonstiges: Hornblaster-Kit mit zugehörigem Kompressor im Kofferraum

Dank an: Michael Mugrauer von der Mopar Garage für das Motortuning, die Getriebearbeiten, den Auspuff und dafür, dass er mit viel Liebe und Detailarbeit die Bee wieder so aufgebaut hat, wie ich es wollte.

Text: Simon Mombartz, Fotos: Martin Riedmann/Lucky8 Design & Fotografie