Wiedergeborene DTM-Legende

SGT Automobili 55-SGT

SGT Automobili 55-SGT

Der 55-SGT ist eine moderne Reinkarnation des Alfa Romeo 155 V6 TI DTM der 90er Jahre. 1993 stieg Alfa Romeo in die von deutschen Herstellern dominierte DTM ein. Und wie! Überraschend entschied Fahrer Nicola Larini im 155 V6 TI DTM auf Anhieb elf der 22 Rennen für sich und fuhr weitere Podiumsplätze ein, sodass er souverän den Fahrertitel gewann. Da Kollege Alessandro Nannini ebenfalls gut punktete, insbesondere mit zwei Siegen zum Saisonende, sicherte sich Alfa Romeo zudem die Siege in den Marken- und Teamwertungen.

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Reinkarnation mit Straßenzulassung

Mehr als 30 Jahre später rollt nun eine beeindruckende Hommage an die 155 DTM-Rennwagen an den Start: der 55-SGT. Er stammt von SGT Automobili, einem italienischen Unternehmen, in dem Stefano Lo Bartolo, Emanuele Bomboi und Diego Iodice, drei Koryphäen der Automobilbranche mit jeweils jahrzehntelanger Erfahrung, ihre Kompetenzen bündeln. Der Wagen soll keine Replik und kein Restomod sein, sondern eine „zeitgemäße Vision dessen, wie das ursprünglich für den Motorsport entwickelte Auto heutzutage als Straßenversion aussehen könnte“. Straßenversion? Ja, der 55-SGT besitzt eine Straßenzulassung!

Top moderne Technik

Das Auto steht auf einer externen Plattform, die das Team als „eine der besten jemals entwickelten Automobilarchitekturen“ beschreibt. Wenngleich dies explizit nicht gesagt wird, dürfte es sich um die Giorgio-Plattform handeln, auf der unter anderem Alfa Romeo Giulia und Stelvio stehen. Sie ist für den 55-SGT mit diversen optimierten oder neu konstruierten Teilen komplett überarbeitet. Selbiges gilt fürs Fahrwerk. Es bietet mit in Zug- und Druckstufe vorne und hinten unabhängig voneinander verstellbaren Dämpfern weitreichende Möglichkeiten zur Anpassung. Für Vortrieb sorgt der 2,9-Liter-Biturbo-V6 aus Alfas QV-Modellen. Er ist in mehreren Ausbaustufen verfügbar: SGT Automobili offeriert den 55-SGT einerseits als Stradale, bei dem der Sechszylinder drei Kennfeld-Maps für bis zu 620 PS bietet. In der leichteren, motorsportlicheren Trofeo-Variante kommt er sogar auf bis zu 750 PS. Dies ist Upgrades wie optimierten Turboladern, hauseigenen Schmiedekomponenten, einem vergrößerten Kühlsystem und Sportkatalyatoren zu verdanken. Die Abgase entweichen einer stimmgewaltigen Sinfonia Corsa-Abgasanlage. Auf die Straße gebracht wird die Power mittels einer ZF-Achtgang-Automatik samt Schaltpaddeln und eines SGT-eigenen Allradantriebs. Dieser erlaubt eine manuell einstellbare Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Bereich von 50:50 bis 20:80, beim speziellen Drift-Modus können sogar 100 Prozent an die Hinterachse gehen. Für überzeugende Verzögerung sorgen beim Stradale Brembo- und beim Trofeo SGT-Bremsanlagen.

Deutlich gewachsene Abmessungen

Optisch orientiert sich der 55-SGT stark am kantigen 1996er 155 V6 TI DTM. Designer Emanuele Bomboi skalierte das Styling gemäß der deutlich gewachsenen Fahrzeugdimensionen – das Auto misst gut fünf Meter in der Länge und fast zwei Meter in der Breite! Zugleich wurde die mit Monocoque komplett aus Carbon und weiteren leichten Verbundwerkstoffen gefertigte Karosserie einerseits von überflüssigen Details befreit. Andererseits kamen für eine optimierte Aerodynamik neue Komponenten hinzu – wie der Frontsplitter, die angrenzenden Canards mit verstellbaren Klappen und der verkleidete Unterboden, welcher in einen GT3-Style-Diffusor übergeht. Der einstellbare dreiteilige Heckflügel generiert bei 230 km/h bis zu 460 Kilogramm Abtrieb. Zur Entlüftung der Radhäuser sind Auslässe in die vorderen Kotflügel und die Rückleuchten integriert. Letztere verfügen wie die Scheinwerfer über LED-Technik. Ferner ist der 55-SGT ein reiner Zweitürer, die hinteren Türen sind nur angedeutet. Für Straßenkontakt sorgen 10,5×20-zöllige OZ Superturismo DTM-Schmiedefelgen mit Zentralverschluss und 275/35er Michelin-Reifen.

SGT Automobili 55-SGT

Zweisitzig und mit Überrollbügel

Last but not least zitiert das Cockpit ebenfalls jenes des DTM-Alfa der 90er. Auf der Mittelkonsole bündelt ein Bedienpanel die Knöpfe und Schalter für alle wichtigen Funktionen, die Armaturen sind volldigital. Fahrer und Beifahrer verzurren sich mit Vier-Punkt-Gurten in Sparco-Carbon-Sportsitzen, die wie das Sportlenkrad zwecks einer besseren Gewichtsverteilung nach hinten versetzt sind. Im Fond finden sich ein Überrollbügel, ein Feuerlöscher und Helm-Ablagefächer. Da der 55-SGT trotz seines Fokus auf Rennstrecken-Performance zugleich alltagstauglich sein soll, gibt es abrundend Komfortmerkmale wie eine Klimaautomatik, Airbags und Sicherheitssysteme.

Seine dynamische Premiere feierte der 55-SGT in Form des abgebildeten „Proto Zero“ Ende Juni bei der Milano Monza Motor Show (MIMO 2026) im Autodromo Nazionale di Monza. Die Serienfertigung erfolgt in einer limitierten Auflage von 55 Stück. Dabei kann sich jeder Kunde sein Exemplar im Stile eines One-Offs individuell personalisieren. Zudem gehen die ersten zehn Fahrzeuge als exklusive „Opening Edition“ an einen ausgewählten Kreis von internationalen SGT-Botschaftern.

SGT Automobili 55-SGT

Motor: 2,9-Liter-V6-Ottomotor mit Biturbo-Aufladung, Direkt- und Saugrohreinspritzung, Aluminium-Block, Aluminium-Zylinderköpfe, Sinfonia Corsa-Abgasanlage, bei Trofeo: Turbolader mit exklusiver SGT-Spezifikation, eigenentwickelte Schmiedekomponenten, vergrößertes Kühlsystem, Sportkatalyatoren

Leistung: 456 kW / 620 PS (Stradale) / 551 kW / 750 PS / 800 Nm (Trofeo)

Kraftübertragung: Achtgang-Automatikgetriebe (ZF) mit Schaltwippen, SGT-Allradantrieb (Vorderachs-Differenzial, selbstsperrendes Mitteldifferenzial, Hinterachs-Differenzial mit Torque Vectoring) samt variabler Drehmomentverteilung (50/50 bis 100 Prozent Heckantrieb)

Fahrwerk: unabhängig voneinander einstellbare elektromagnetische SGT-Dämpfer, Lift-System an allen vier Rädern, bei Trofeo: einstellbare Doppelquerlenker-Architektur

Rad/Reifen: OZ Racing Superturismo DTM-Schmiedefelgen in 10,5×20 Zoll, Zentralverschluss, Michelin Pilot Sport Cup 2 N0-Bereifung oder Pilot Sport Cup 2 R-Semislicks in 275/35ZR20

Bremsen: Brembo-Bremsanlage mit VA Sechs-Kolben-Sätteln auf 360-mm-Scheiben und HA Vier-Kolben-Sätteln auf 350-mm-Scheiben (Stradale), SGT Automobili-Bremsanlagen mit VA Sechs-Kolben-Sätteln auf 395-mm-Scheiben und HA Vier-Kolben-Sätteln auf 355-mm-Scheiben (Trofeo)

Karosserie: zweitürige komplett aus Carbon sowie Kevlar und Carbontitan gefertigte Karosserie im Look des Alfa Romeo 155 DTM von 1996, Frontsplitter, Canards mit variablen Klappen, LED-Scheinwerfer, Kotflügel mit Auslässen zur Entlüftung der vorderen Radhäuser, hintere Seitenteile verbreitert, durchgehendes LED-Rückleuchtenband mit integrierten Öffnungen zur Entlüftung der hinteren Radhäuser, einstellbarer dreiteiliger Heckflügel, Diffusor im GT3-Rennwagen-Stil, durchgehend verkleideter Unterboden

Innenraum: zweisitzige Clubsport-Konfiguration, Armaturenbrett im Look des 155 DTM-Rennwagens von 1996, volldigitales Armaturen-Display, Drei-Speichen-Sportlenkrad mit roter 12-Uhr-Markierung, „Funktionsturm“ auf der Mittelkonsole mit diversen Bedienelementen, klappbare Sparco-Carbon-Sportsitze, Sparco-Vier-Punkt-Gurte, Helm-Halterungen und Feuerlöscher im Fond, Überrollbügel, Zwei-Zonen-Klimaautomatik

Sonstiges: Chassis aus hochfestem Stahl mit Aluminium-Carbon-Strukturverstärkungen, Carbon-Monocoque, versteifter Mitteltunnel, Pista-Fahrmodus für Fahren ohne elektronische Traktions- und Stabilitätskontrollsysteme