Hellenor: Optimierter Mustang aus Prag

Mean Machine Garage 1967 Ford Mustang Fastback Hellenor Restomod Tuning Biturbo-V8 Motor Chassis Fahrwerk Bremsen Getriebe Felgen Karosserie-Upgrade Innenraum-Veredelung USA Muscle Car Klassiker

Restomod mit 1.700 PS

Anfang 2025 zeigten wir die Chevelle Doughboy von Blazin‘ Rods mit gut 2.800 PS! „Klar“, war damals sicher der Gedanke vieler, „so ein wahnwitziges Projekt können sich wirklich nur die Amerikaner ausdenken und es umsetzen.“ Der hier gezeigte Ford Mustang widerlegt diese These jedoch ein Stück weit. Zwar ist er optisch weniger wild und sein V8 nicht gar so extrem stark. Dennoch sind bis zu 1.700 PS eine beeindruckendes Statement! Solche Leistungen sieht man in Europa selten. Denn ja: Der Fastback namens „Hellenor“ entstand auf unserem Kontinent: bei der Mean Machine Garage in Prag.

Erfüllter Traum

Mit der Gründung der Werkstatt erfüllte sich Ondrej Hercik einen Traum, machte seine seit Kindertagen gehegte Passion zum Beruf. Grundidee war die Frage: „Kann etwas wie die US-amerikanische Custom-Szene bei uns existieren?“ Denn: „Europa ist nicht Amerika. Was in den USA als Standard angesehen wird, fühlt sich in Europa oft unerreichbar an. Umso offensichtlicher wird dies in einem Land wie Tschechien“, erklärt Ondrej.


Cars & Stripes 5-26

 

Weitere spannende Geschichten aus der Welt der US-Cars gefällig? Dann checkt unser gedrucktes Cars & Stripes-Magazin!

 

Die aktuelle Ausgabe 5/26 ist im Zeitschriftenhandel verfügbar. Alternativ kann sie versandkostenfrei über Tuning-Couture bestellt werden.

 


Beeindruckendes Flaggschiff-Projekt

Die im Kundenauftrag gebaute „Hellenor“, beweist als Flaggschiff-Projekt aber, dass ein Auto auf dem Niveau von US-Restomods bei uns sehr wohl möglich ist. Mean Machine Garage ist imstande, Beeindruckendes zu leisten, wenn „lästige Faktoren wie Geld oder Zeit“ keine begrenzende Rolle spielen. So flossen in Konzeption und Aufbau fast 6.000 Arbeitsstunden. Das Ergebnis: ein Auto, das sich unmöglich anfühlt, aber völlig real ist. Und dabei neben einer bei Bedarf brutalen Performance andererseits fast schon zivil und alltagstauglich kontrollier- und fahrbar ist.

Tiefgrüne Power-Schlange

Wie der Name „Hellenor“ nahelegt, diente als Inspiration die legendäre Shelby GT500 Eleanor aus „Nur noch 60 Sekunden“. Ondrej und sein Kunde entschieden sich aber bewusst für eine freie Neuinterpretation. Dies wird schon dadurch deutlich, dass der Fastback in tiefgründigem Organic Green Candy lackiert ist. Statt eine reine Replik zu sein, besitzt er seine individuelle Identität mit eigenständigem Style.

Die Karosserie bleibt zwar grundsätzlich der klassischen Linienführung des 60er Jahre-Mustangs treu. Dennoch veränderte Mean Machine Garage beinahe alle Bestandteile, optimierte sie oder fertigte sie gleich komplett neu an. So wurden verschiedene aerodynamische Details und Carbon-Bauteile ergänzt sowie die Kotflügel im Blech verbreitert. Damit entstand unter letzteren genügend Freiraum für dreiteilige Forgeline Grudge-Schmiedefelgen in 9,5×18 und 12×18 Zoll mit 275/35er und 335/30er Nankang-Semislicks.

Mean Machine Garage 1967 Ford Mustang Fastback Hellenor Restomod Tuning Biturbo-V8 Motor Chassis Fahrwerk Bremsen Getriebe Felgen Karosserie-Upgrade Innenraum-Veredelung USA Muscle Car Klassiker

Leder-Alcantara-Innenausstattung

Das Interieur verbindet gleichfalls klassische Elemente mit frischen Aktenten. Das Armaturenbrett blieb grundsätzlich beibehalten. Es ist jedoch mit modernen Instrumenten samt roter Ziffernblättern aufgewertet. Ferner trägt es wie nahezu der komplette Innenraum eine Mischung aus braunem Ferrari-Leder und Alcantara. An vielen Stellen sind die beiden Materialien dabei per Hand verwebt. Dadurch entsteht ein an Carbon erinnernde Struktur.

Einige Details wie das abgeflachte Custom-Lenkrad aus Aluminium, der Schaltsack, der Überrollbügel und der obere Teil des Armaturenbretts sind hingegen mit schwarzem Leder samt brauner Ziernähte versehen. Sparco-Sportsitze mit Schroth-4-Punkt-Gurten versprechen guten Halt. Im Fond bietet „Hellenor“ dank des Verzichts auf eine Rückbank einen recht großen, ebenen Stauraum samt Riemen zum Verzurren von Gepäck. Moderne Annehmlichkeiten wie eine Klimaanlage, ein High-End-Soundsystem von Morel und Smartphone-Konnektivität komplettieren das aufgerüstete Interieur.

Mean Machine Garage 1967 Ford Mustang Fastback Hellenor Restomod Tuning Biturbo-V8 Motor Chassis Fahrwerk Bremsen Getriebe Felgen Karosserie-Upgrade Innenraum-Veredelung USA Muscle Car Klassiker

Technisch top-modern

Wie die 1.700 PS Leistung bei Verwendung von Rennkraftstoff (etwa 1.200 PS mit Standard-Benzin) schon vermuten lassen, steht die Technik des Mustangs im krassen Gegensatz zu seiner klassischen Optik, ist also Restomod-typisch auf aktuellem Stand. Für Vortrieb sorgt ein 7,0-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung, den Nelson Racing Engines auf Basis eines 351er Windsor-Aggregats aufbaute. Es bietet unter anderem Zylinderköpfe sowie einen Ansaugkrümmer aus Aluminium, Direkteinspritzung und eine sich über keramikbeschichtete Krümmer anschließende Edelstahl-Sidepipe-Abgasanlage. Die Motorsteuerung bietet die Wahl zwischen verschiedenen Mappings.

Fun Fact: Statt der versprochenen 10 bis 12 Monate dauerte es 33 Monate bis zur Lieferung des Motors. Um in der Wartezeit nicht „Däumchen drehen“ zu müssen, fertigte Ondrej einen Dummy in Originalgröße an, anhand dessen er vorab die Front konzipieren und entwickeln konnte.

Mean Machine Garage 1967 Ford Mustang Fastback Hellenor Restomod Tuning Biturbo-V8 Motor Chassis Fahrwerk Bremsen Getriebe Felgen Karosserie-Upgrade Innenraum-Veredelung USA Muscle Car Klassiker

Standfeste Bremsanlagen

Die Übertragung der Kraft erfolgt mittels einer Vierstufen-Automatik und Baer-Bremsanlagen mit vorne Sechs-Kolben-Sätteln auf 355-Millimeter-Scheiben und hinten Vier-Kolben-Sätteln auf 350-mm-Scheiben versprechen Top-Verzögerungswerte. Fahrdynamisch bewegt sich „Hellenor“ auf einem gänzlich anderen Niveau, als man es von den 60er-Jahre-Mustangs gewohnt ist: Dies ist unter anderem dem Roadster Shop-Chassis, Federbeinen mit verstellbaren Dämpfern und einem Strange-9-Zoll-Sperrdifferenzial an der Hinterachse zu verdanken.

Große Zukunftspläne

Seit der Fertigstellung erregte „Hellenor“ schnell Aufmerksamkeit, nicht nur in Tschechien, sondern international und war mittlerweile auf vielen großen Auto-Events und -Messen zu sehen. Beispielsweise im vergangenen Winter auf der Essen Motor Show. Nicht nur die Szene zeigt sich dabei begeistert, sondern ebenso Spezialisten der Tuning-Branche. Der eindrucksvollste Moment war für Ondrej, als ihn aus den USA die Frage erreichte: „Warum steht dieses Auto nicht auf der SEMA Show?“ Für die Zukunft hat Mean Machine Garage weitere spektakuläre Projekte in Planung, von denen manche womöglich sogar noch ambitionierter sein sollen als „Hellenor“ – und erstmals nicht mehr nur als Einzelstück entstehen könnten. Man kann gespannt sein!

Specs

Ford Mustang Fastback

Baujahr: 1967

Motor: 7,0-Liter-V8-Ottomotor von Nelson Racing Engines mit Biturbo-Aufladung auf Basis von Ford 351 Windsor, Hubraumerweiterung von 5,8 Liter auf 7,0 Liter, Aluminium-Zylinderköpfe, Custom-„Alien“-Ansaugkrümmer aus Aluminium, Direkteinspritzung, Motorsteuerung mit verschiedenen wählbaren Mappings, keramikbeschichtete Abgaskrümmer, Custom-Edelstahl-Abgasanlage mit Sidepipes, 1.700 PS (mit 115-Oktan-Rennkraftstoff, mit Standard-Kraftstoff: ca. 1.200 PS) / ca. 1.500 Nm (bei 1,1 bar Ladedruck)

Kraftübertragung: Vierstufen-Automatikgetriebe (Gearstar 4L85E Stage IV)

Fahrwerk: Roadster Shop Spec-Chassis, VA Einzelradaufhängung und Federbeine mit in Höhe und Härte verstellbaren Dämpfern, HA Starrachse mit Strange-Verstärkungen und Strange-9-Zoll-Sperrdifferenzial

Rad/Reifen: dreiteilige Forgeline Grudge-Schmiedefelgen in 9,5×18 und 12×18 Zoll, Betten in Transparent Smoke, Sterne pulverbeschichtet in Medium Anodized Bronze, angedeutete Zentralverschluss-Mutter, Nankang Sportnex AR-1-Semislick-Bereifung in 275/35ZR18 und 335/30ZR18

Bremsen: Baer-Hochleistungs-Bremsanlagen mit VA Sechs-Kolben-Sätteln auf innenbelüfteten 355-mm-Scheiben und HA Vier-Kolben-Sätteln auf innenbelüfteten 350-mm-Scheiben, elektronische Parkbremse

Karosserie: sämtliche Karosserieteile neu angefertigt mit optimiertem Design im Shelby GT500-Look, verbreiterte Kotflügel, Custom-Aerodynamikteile, Lackierung in House of Kolor-Farbe Organic Green Candy mit Racing-Streifen in Schwarz und seitliche Zierstreifen in Bronze

Innenraum: braune Custom-Ausstatung mit Ferrari-Leder und Alcantara (an diversen Stellen handgewebt), Metall-Armaturenbrett erhalten, CNC-gefrästes Custom-Lenkrad aus Aluminium, von originalen Armaturen inspirierten Custom-Instrumente samt roter Ziffernblätter, LCD-Display für Bedienung des Motorsteuergeräts und Mapping-Wechsel, diverse CNC-gefräste Aluminium-Bedienelemente, individualisierte Sparco-Sportsitze, Schroth-4-Punkt-Gurte, Überrollbügel, Rückbank entfernt, Klimaanlage mit Smartphone-Steuerung, moderne Elektronik und Kontrollsysteme

Multimedia: Smartphone-Konnektivität, Morel-High-End-Soundsystem