Back to the roots!
An den Namen Amédée Gordini werden sich wohl die wenigstens erinnern. In den 1960er war der Franzose der wohl erfolgreichste Tuner in Europa, neben Größen wir John Cooper oder auch Carlo Abarth. Die getunten Gordini-Modelle waren damals Kult: blau lackiert, mit zwei weißen Streifen einmal quer über das Auto und natürlich viel Power unter der Haube. In Szene-Kreisen nannte man in „le sorcier“, übersetzt der Hexer. Denn stets chronisch unterfinanziert kitzelte er dennoch aus den kleinen Renault-Motoren ungeahnte Leistungen und die Rallye-Szene lag ihm zu Füßen. Denn die Gordini-Modelle waren sauschnell und fuhren einen Sieg nach dem anderen ein. Die große Karriere machte Gordini unter der Obhut von Renault. Sein größter Wurf, der Renault 8 Gordini. Was in der Serie mit 40 PS und vier Türen als brave Familienlimousine vom Band lief, mutierte in seinen Händen zu einem echten Sportler mit mehr als doppelt so viel Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Damit bedrohte er damals die versammelte Sportwagen-Gilde und dies zu einem Bruchteil der Kosten. Der Sportwagen für Jedermann war geboren und für eine ganze Generation junger Franzosen DER Traum.

Eine Studie zum Verlieben!
Bei Renault scheint man sich in den letzten Jahren immer mehr an seine ruhmreiche Geschichte zu erinnern, an eine Zeit als die Franzosen im Motorsport die Marke war, die es zu schlagen galt, ob im Rallye- oder Tourenwagen-Sport oder auch in der Formel 1. Die Neuinterpretation des erfolgreichen Renault 5 als Elektro-Flitzer war erst der Anfang einer ganzen Reihe an Neuauflagen. Nach R4 und Twingo zeigten die Franzosen auf dem Pariser Autosalon eine atemberaubende Gordini 8 Studie, leider wieder als E-Auto, obwohl deren Umsetzung in die Serie nicht ganz so abwegig sein könnte. Der attraktive Gordini ist 4,12 Meter lang, 1,88 Meter breit und lediglich 1,27 Meter hoch. Damit ist er extrem kompakt und nicht länger wie ein aktueller Renault Clio. Durch die erhöhte Breite um 40 cm und die niedrige Dachlinie wirkt sie deutlich sportlicher wie sein Vorgänger. Die Studie ist nur ein Zweitürer mit weit ausgestellten, kantigen Kotflügeln, in denen sich vorne 19 und hinten 20 Zoll Felgen drehen. Die Front interpretiert die Rallye-Gene neu mit jeweils zwei runden Hauptscheinwerfern rechts und links sowie zwei zusätzlichen Nebelscheinwerfern. Und wie beim Vorgänger gibt es auch keinen klassischen Kühlergrill – nicht wegen des Elektroantriebs, sondern weil der Ur-Gordini ebenfalls eine geschlossene Front hatte. Hier gelang die Kühlluft durch Gitter in der Fronthaube in den Motorraum. Interessantes Styling-Element: Das Fahrzeug verfügt über keine Zierleisten und auch keine Türgriffe, was für eine sehr glatten Karosserieform sorgt. Am Heck trumpft das Coupé mit einem großen Diffusor auf, der den Blick auf eine aufwendig konzipierte Unterseite frei gibt. Die Rückleuchten wurden in die Karosserie integriert und sitzen unter eine extrem dünnen Lackschicht.

Sportliches Cockpit mit gebürsteten Alu!
Der Innenraum präsentiert sich, typisch für eine Design-Studie, recht karg. Die Designer kombinieren hier gebürstetes Aluminium mit blauem Kord, schwarzen Leder und vielen Alcantara-Flächen. Die Rundinstrumente sitzen auf einem horizontalen Streifen aus gebürsteten Alu, wobei die tiefen Einfassungen das Design der Frontscheinwerfer übernehmen. Die Schalensitze ähneln den flachen Sitzen aus dem Ur-Gordini und verwöhnen das Auge mit blauen Kordflächen. Da die Kopfstützen optisch mit dem Dachhimmel verschmelzen, entsteht der Eindruck, die Sitzlehnen wären ähnlich kurz wie in den 1960er Jahren.

Beim Antrieb müssen Petrolheads kurz schlucken. Natürlich gibt es keinen 4-Zylinder Turbo, sondern 270 Elektro-PS an der Hinterachse. Tja, irgendwo gibt es ja immer einen Haken!
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