Wagner Tuning: Die Ladeluftkühler-Experten

Die Aufgabe und das Wirkungsprinzip von Ladeluftkühlern lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Dieser Baugruppe von Turbo- oder Kompressoraufladungen obliegt es, den vom Verdichter kommenden, heißen Luftstrom signifikant herunterzukühlen, um so die Effizienz der Aufladung zu optimieren. Zu den weltweit marktführenden Spezialisten in der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Ladeluftkühlern zählt das Unternehmen Wagner Tuning, welches wir in Dessau-Roßlau besuchten.

Dort nämlich, auf der „grünen Wiese“ befindet sich der Stammsitz des Global Players, welcher von Carsten Wagner – und das ist eindeutig ein Statement für den Trust, welchen der Firmengründer in sein Geschäft und dessen Produkte setzt – nach wie vor als Einzelunternehmen geführt wird.

Wurzeln in den 1990er Jahren

Dessen Wurzeln reichen bis in die 1990er-Jahren zurück: 1994 nämlich war es Carsten Wagners Vater, der mit der Eröffnung einer Kfz-Werkstatt in Mühlstedt, welche bald auch erste Tuning-Upgrades an den Kundenfahrzeugen vornahm, den Grundstein für Wagner Tuning legte. 2002 übernahm „Wagner junior“ das Geschäft, bevor er allerdings von 2003 bis 2007 in die USA auswanderte, um dort als Entwicklungsleiter für einen bekannten Fahrwerkshersteller zu arbeiten. Die Werkstatt in Deutschland ruhte während dieser Zeit. 2008 kehrte Carsten Wagner nach Deutschland zurück – mit einer neuen Geschäftsidee im Gepäck: Fortan wollte er sich konsequent auf Abgastechnik konzentrieren. Gesagt, getan: Zurück in Mühlstedt begann Wagner unverzüglich mit der Konstruktion und Produktion von Ladeluftkühlern. Zunächst für Audi-Sportmodelle wie S2 und RS2, doch infolge der wachsenden Nachfrage des nationalen und internationalen Marktes erweiterte sich das Portfolio schnell und stetig, sodass die Räumlichkeiten in Mühlstedt schließlich aus allen Nähten platzten.

Neuer Standort seit 2016

Carsten Wagner machte Nägel mit Köpfen und erstand vor rund zwei Jahren das heutige Firmenareal im benachbarten Dessau-Roßlau, wo in einem sich aus drei modernen Hallen mit einer Gesamtfläche von rund 11.000 Quadratmetern zusammensetzenden Komplex heute rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind. „In house“ finden hier sowohl die Entwicklung als auch die Gussteilebearbeitung, die Endfertigung sowie die Qualitätskontrolle statt. Dazu ist ein großes Lager mit Versandlogistik angeschlossen, welches stets rund 7.000 fertige Ladeluftkühler-Kits mehr als 100 verschiedener Typen für Marken von A wie Audi bis V wie Volkswagen zur Auslieferung bereithält. In den USA sowie China befinden sich weitere, eigene Versandlager.

German Engineering & Design

Unter den Mitarbeitern sind sechs hochqualifizierte Entwicklungsingenieure, denen modernstes Hard- und Software-Equipment zur Verfügung steht: angefangen von neuester Messtechnik wie FARO-3D-Messarmen für taktile und berührungsfreie Datenaufnahme zur Digitalisierung von Bauteilen über 3D-Drucker und eine Flowbench zur Real Time-Gegendruckmessung der Ladeluftkühler bis hin zu State of the Art-CAD-Systemen mit spezieller, hauseigener Software. Hier entstehen neue Ladeluftkühler-Typen von der Bedarfs- und der Bauraumanalyse über die Digitalisierung, die Berechnung der Netze, die Simulationen und Kalkulationen in CAD, den Prototypenbau sowie Messungen und Tests im Labor und auf der Straße bis hin zur Serienproduktion.
Hightech und Handwerkskunst treffen sich auch in der Fertigung: Ein 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum und eine hochmoderne CNC-Drehmaschine sowie eine Waterjet-Wasserstrahl-Schneidemaschine finden sich hier ebenso wie aufgeräumte Arbeitsplätze, an denen erfahrene Schweißer ihrer Arbeit nachgehen. Von qualifizierten Partnerbetrieben zugeliefert werden die Gussteile, beispielsweise die Endkästen der Ladeluftkühler, sowie die mit Wagner-eigenen Werkzeugen nach genauen Spezifikationen angefertigten Ladeluftkühler-Netze.

Weltweites Händernetz

Rund 3.000 Händler vertreiben die hier entwickelten und fertiggestellten Produkte von Wagner Tuning, wozu neben Ladeluftkühlern inzwischen auch Downpipes gehören. Nur rund ein Drittel davon sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz ansässig, der größere Anteil verteilt sich auf das Ausland, insbesondere die USA, wo Wagner Tuning in Fresno/Kalifornien eine eigene US-Division betreibt, Russland, Japan sowie andere asiatische Länder. Letztere, insbesondere China, sind die derzeit am stärksten wachsenden Absatzmärkte für Wagner Tuning.
Apropos China: Natürlich sind auch die berühmt-berüchtigten China-Kopien ein Thema für Wagner Tuning. Carsten Wagner allerdings sieht’s eher sportlich und macht aus dem Problem eine schmeichelnde Herausforderung: „Ich sage es mal so: Traditionell werden ja immer die Besten kopiert, da sie die größten Begehrlichkeiten wecken. Natürlich werden also auch unsere Produkte da drüben ratzfatz kopiert und dann auf dem Markt angeboten – teilweise sogar mit ‚Wagner Tuning‘-Plakette, aber natürlich in mieser Qualität. Da wir aber alle Produkte sowie den Markennamen weltweit patentrechtlich geschützt haben, gehen wir konsequent dagegen vor. Zudem haben wir uns einige Maßnahmen überlegt, die Kopien sogleich als solche entlarven. So tragen beispielsweise nur originale Wagner Tuning-Produkte unseren Nanogramm-Sticker als Gütesiegel, welcher nicht kopierbar ist und via seines QR-Codes die Echtheit des Produkts verifiziert.“
Dementsprechend hat Carsten Wagner auch keine Angst vor der Konkurrenz des asiatischen Marktes, sondern sieht auf diesem vielmehr noch Raum für die Ausweiten seiner eigenen Präsenz, welche auf absehbare Zeit in Kooperation mit Partnern vor Ort erfolgen soll. Großes Augenmerk legt Wagner Tuning in dieser Hinsicht auf die Qualitätssicherung, denn schließlich ist eben der gute Ruf des „German Engineering“ ein weltweiter Erfolgsfaktor – und das soll auch so bleiben!

 

Weitere Informationen gibt es auf www.wagnertuning.com