SEMA Star: Gruppe 5-E21 mit S52-Power
Jugendarbeit und Nachwuchsförderung sind heutzutage im Motorsport selbstverständlich: Junge Talente werden praktisch schon „auf dem Bobby-Car“ gescoutet und dann von Rennteams, Herstellern sowie privaten Supportern mit deren Know-how, Vitamin B und nicht zuletzt natürlich auch finanziellen Mitteln unterstützt. Bei BMW reicht die werksseitige Förderung junger Rennfahrer-Talente bis in die späten 70er zurück: 1977 brachte Jochen Neerpasch, damals Geschäftsführer der BMW Motorsport GmbH, das international besetzte BMW Junior Team an den Start: Manfred Winkelhock (Deutschland), Marc Surer (Schweiz) und Eddie Cheever (USA) durften mit BMW-Support in der Deutschen Rennsport Meisterschaft (DRM) gegen die alten Hasen kämpfen – und fuhren mit wilden Sturm und Drang nicht nur gleich aufs Podium, sondern auch in die Herzen der Motorsport-Fans. Ihr Einsatzgerät damals: Der zur Saison 1977 brandneue BMW 320-Rennwagen, nach dem wilden Gruppe 5-Reglement auf E21-Basis aufgebaut.
Save the date: 27. Juni 2026 – BMW Power Day im wunderschönen Stöffel-Park (57647 Enspel – Westerwald) Jetzt Ticket sichern bei uns im Shop unter: https://www.tuning-couture.de

Bis heute faszinieren diese dickbackigen Rennsport-Boliden die Motorsport– und auch die Tuning-Community – und zwar rund um den Globus. Im Toyo Tires Treadpass der SEMA Show in Las Vegas präsentierte nun Marvin „Marv“ Fonacier mit seinem E21 eine eindeutige Reminiszenz an den legendären Rennwagen.
Flying Brick-Widebody
Absolut maßgeblich für diesen Auftritt ist natürlich der optisch ziemlich originalgetreue Gruppe 5-Style-Widebody-Kit des in Polen beheimateten Labels Flying Brick. Marvs E21 ist der erste seiner Art mit diesem Umbau in den USA, nachdem in Europa zuvor schon Flying Bricks hauseigenes Projektfahrzeug und ein Maxton Design-Showcar.

Neben den wuchtigen, kastigen Kotflügeln und Seitenwandverbreiterungen samt verbindender Schweller umfasst der Kit unter anderem eine weit nach vorne gezogene Frontspoiler-Schürze, eine die Breite der hinteren Radhäuser übernehmende Heckpartie, einen Dachspoiler sowie ein gewaltiges Heckleitwerk. Dazu wurden im Rahmen des Umbaus Polycarbonat-Scheiben mit Schiebefenstern vorne und NACA-Lufteinlässen hinten eingebaut. Lackiert wurde der Gruppe 5-E21 in einer sicherlich kontroversen Kombination aus Alpinweiss und pastelligem Pink, auf deren Grund die japanischen Spezialisten von Team Ikuzawa noch ein Racing-Design kreierten, welches subtil die Brücke zwischen historischem Rennsport und aktuellem Tuning-Zeitgeist schlägt.
Aufgeschüsselt: BBS-Magnesium-Felgen
Perfekt passend zu diesem Style: Die BBS Motorsport E16-Rennsportfelgen, deren goldene Magnesium-Sterne mit von ursprünglich 15 auf nun 17 Zoll vergrößerten Stufenbetten verschraubt wurden. So kommen die Zentralverschluss-Räder nun 8,5×17 und 12,5×17 Zoll, bezogen mit Toyo Proxes R888R-Semislicks in 235/40R17 an der Lenk- und 315/35R17 an der Antriebsachse. Gut versteckt hinter den Y-Speichen-Sternen: Die 4-Kolben-Sättel des Wilwood-Big Brake Kits, welche vorne auf geschlitzte Bremsscheiben einwirken.
Bei der Suche nach passender Fahrwerkstechnik wurde Marv bei seinem Kumpel Igor Polishchuk von CAtuned fündig, dessen E28-Fünfer im Toyo Tires Treadpass der SEMA Show nur wenige Meter weiter präsentiert wurde: Der Gruppe 5-E21 steht auf einem CAtuned-Gewindefahrwerk.

Aufgerüsteter S52
Selbstverständlich konnte in einem solch brachial gestylten Fahrzeug der zahme 1,8-Liter-M10-Vierzylinder des werksseitig als 318 vom Band gelaufenen E21 nicht an Bord bleiben. Immerhin wurden die Gruppe 5-Rennwagen zunächst von rund 300 PS 2,0-Liter-M12/7-Formel 2-Saugmotoren und später sogar von 1,4-Liter-M12/12-Turbomotoren mit bis zu 450-480 PS angetrieben. Marv suchte also etwas, was ungefähr in dieser Größenordnung spielt – und fand einen S52-Reihensechszylinder mit Einfach-VANOS, wie er in den US-Versionen von E36 M3 sowie Z3 M Roadster und Coupé einsetzte wurde. Vor seiner Installation im E21 wurde der 3,2-Liter-Sportmotor auf das – hierzulande in diesen M-Modellen übliche – Doppel-VANOS aufgerüstet, sodass er nun rund gut 300 PS entwickeln dürfte und damit auf einem Niveau mit den „echten“ Gruppe 5-Rennwagen liegt.
Rennsport-Cockpit
Vollkommen auf „Rennsport“ wurde natürlich auch das Cockpit getrimmt. In ausgeräumten und auslackierten Ambiente warten vor dem umfassend verstrebten und verstärkten Überrollbügel zwei Momo Daytona Evo-Ohrensessel auf Passagiere. Aus gleichem Hause stammen die 4-Punkt-Gurte, das unten abgeflachte Lenkrad und die Pedalerie. Ein auf den ersten Blick unsichtbares, technisch dafür aber umso interessanteres Rennsport-Style-Upgrade ist die pneumatische Hebeanlage von Nuke Performance.
Technical Facts
BMW E21 (Basis 318)
Baujahr: 1980
Karosserie: Flying Brick-Gruppe 5-Kit, Polycarbonat-Scheiben mit Schiebefenstern vorne und Lufteinlässen hinten, Lackierung in Alpinweiss III / Blush Pink, Team Ikuzawa-Racing-Design
Motor: 3,2-Liter-Reihensechszylinder (S52B32) mit Doppel-Vanos, Custom-Abgasanlage, ca. 250-300 PS am Rad
Kraftübertragung: 5-Gang-Schaltgetriebe (Getrag 260)
Fahrwerk: CAtuned-Gewindefahrwerk
Rad/Reifen: BBS Motorsport E16-Rennsportfelgen mit Zentralverschluss in 8,5×17 und 12,5×17 Zoll (umgeschüsselt von 15 Zoll auf 17 Zoll), Toyo Proxes R888R-Semislicks in 235/40R17 und 315/35R17
Bremsen: VA Wilwood-Big Brake Kit mit 4-Kolben-Sätteln und geschlitzten Bremsscheiben, HA OEM-Trommelbremsen
Innenraum: komplett ausgeräumt, Überrollbügel mit Verstrebungen und Verstärkungen, Momo Daytona Evo-Schalensitze mit Momo-4-Punkt-Gurten, Momo MOD 30-Rennsportlenkrad, Momo R3000-Pedalerie, Simpson-Rennsport-Netz
Sonstiges: Nuke Performance-Hebeanlage
Danke an: Ehefrau Juvi und die Kinder Minelli und Jaevin
