Track-Supra mit 680 PS

Track-Supra mit 680 PS

Einer der populärsten 1990er-Jahre-Sportwagen im Tuning- und Performance-Bereich ist zweifelsfrei die Toyota Supra der vierten Generation, welche von 1993 bis 2002 gebaut wurde. Dies ist zu einem Großteil dem turboaufgeladenen 2JZ-GTE-Reihensechszylinder zu verdanken, dessen Potenzial zur Leistungssteigerung unter Kennern als gerade „unerschöpflich“ gilt. Zudem ist das japanische Coupé dabei äußerst vielseitig im Motorsport einsetzbar. Sowohl als Drift Car als auch auf dem Drag Strip gibt es eine gute Figur ab. Und als Track Racer ist die Supra ebenso bestens geeignet, wie etwa das hier vorgestellte Exemplar des Engländers Simon Hart unterstreicht.

Einen ausgezeichneten Eindruck davon, wie schnell Simon im seinem Toyota wirklich ist gibt ein Video, dass er online auf YouTube gestellt hat. Es ist über die Sucheingabe „Toyota Supra vs Radical“ zu finden und zeigt ihn, wie er sich einen packenden Fight mit einem Radical SR3 auf der Nürburgring-Nordschleife liefert.

680 PS / 942 Nm dank BorgWarner-Turbo

Um eine solche Performance gegen diesen extrem leichten und speziell für die Rennstrecke konstruierten britischen Sportwagen zu ermöglichen, realisierte Simon weitreichende, technische Optimierungen. Diese umfassen selbstverständlich insbesondere Modifikationen des 2JZ-GTE-Triebwerks, welche der der Supra-Enthusiast gemeinsam mit seinem Bruder James in dessen Werkstatt umsetzte. Herzstück der Motor-Upgrades stellt dabei ein BorgWarner S366 T4-Turbolader dar, der die werkseitige doppelte Aufladung ersetzt. Ein frontmontierter 4-Zoll-Ladeluftkühler optimiert die Effizienz der Aufladung. Der Krümmer sowie das Wastegate stammen jeweils von HKS. In den Zylindern verbauten die Briten CP-Carrillo-Kolben, die auf Tomei-Pleueln sitzen. Dafür, dass diese in Bewegung versetzt werden, sorgen zwei obenliegende Garage Whifbitz 264-Grad-Nockenwellen im geporteten Zylinderkopf, welche die ARP-Ventile dirigieren. Der benötigte Kraftstoff wird dabei von zwei Walbro-Pumpen angeliefert und über einen HKS-Kraftstoffverteiler mit Precision-Einspritzdüsen in die Brennräume befördert. Neben diesen Verbesserungen sorgen unter anderem zwei 25-Reihen-Ölkühler, ein Fluidyne-Kühler und das Accusump-Ölsystem für eine reibungslose Funktionsweise des durch die Anpassungen auf etwa 680 PS und 942 Nm erstarkten Triebwerks – selbst unter anspruchsvollsten Einsatzbedingungen. Der Ladedruck, der diese Höchstleistung ermöglicht, beträgt 1,9 bar. Simon hat dank einer entsprechenden Programmierung des Syvecs-Motorsteuergeräts im Renneinsatz jedoch die Möglichkeit, diesen manuell auf Knopfdruck mehrstufig zu verändern, sodass jeweils der perfekte Ladedruck für die aktuelle Fahrsituation anliegt.

Bremsen, Fahrwerk & Co. angepasst

Doch der Engländer begnügte sich selbstverständlich nicht mit der reinen Modifikation des Triebwerks. Ebenso wichtig wie ein leistungsstarker Motor sind auf der Rennstrecke bekanntlich ein fähiges Fahrwerk, gute Bremsen und Kraftübertragungs-Komponenten, welche die Leistung zuverlässig auf die Straße bringen. Letzteres gewährleistet ein Getrag V160-Sechsgang-Getriebe in Verbindung mit einer Centreforce-Paddelkupplung sowie einem Tomei-Differentialgetriebe mit Sperre. Gute Verzögerungswerte garantiert die mit Brembo GT-Sätteln und Stahlflex-Leitungen aufgewertete Bremsanlage. Im Hinblick auf das Fahrwerk sorgen die einstellbaren Nitron-Gewindefederbeine, Whiteline-Stabilisatoren vorne wie hinten sowie eine individuell abgestimmte Achsgeometrie für eine verbesserte Fahrdynamik. Einen Teil zu letzterer trägt auch die Sturz-Justage durch neue Querlenker bei.

Zweckmäßige Karosserieanpassungen

Dass es sich bei Simons Supra um einen kompromisslos für den Track-Einsatz ausgerichteten Sportwagen handelt, zeigt eine genauere Betrachtung der Modifikationen der Karosserie. Nichts wurde rein aus optischen Gründen verändert, vielmehr hat jede Anpassung einen aerodynamischen oder funktionellen Hintergrund: An der Front erhielt das Coupé einen großen neuen Splitter sowie seitliche Canards. Auf der Carbon-Kofferraumklappe thront ein riesiger Heckflügel, der für reichlich Abtrieb sorgt. Bei Betrachtung der Front fällt das große Loch im rechten Scheinwerfer auf. Es dient als Intake, um den Turbo mit Ladeluft zu versorgen. In den Radkästen drehen sich BBS LM-Felgen in 9×18 sowie 10×18 Zoll, deren Toyo Proxes R888-Semislick-Bereifung in 255/35ZR18 und 285/30ZR18 reichlich Grip aufbaut.

Abgespecktes Interieur

Zu guter Letzt offenbart der Blick in den Innenraum einen zweckoptimierten Racing-Arbeitsplatz. Simon und sein Beifahrer nehmen in Recaro Pole Position-Sitzen Platz, in denen sie sich mit Schroth- respektive Sabelt-Gurten fixieren. Hinter ihnen erstreckt sich überwiegend nacktes Blech, denn die Supra wurde weitreichend ausgeräumt. Das Armaturenbrett ergänzte Simon um diverse Blitz- und APR-Zusatzanzeigen, während das Lederlenkrad von Momo stammt. Obligatorisch ist zudem der Cusco-Überrollkäfig und sogar ein Feuerlöscher ist für den Notfall an Bord. Und da Simon bei einem Anbieter von Video- und Überwachungssystemen arbeitet, rüstete er seinen Toyota mit diversen Kameras aus, so kann er jeden seiner zahlreichen Ausflüge auf die Rennstrecken dieser Welt detailliert festhalten, aus verschiedenen Winkeln und sowohl von innen wie von außerhalb des Fahrzeugs – womit sich der Kreis zum eingangs erwähnten Nürburgring-Video schließt.

Specs

Fahrzeugtyp: Toyota Supra

Motor: 2JZ-GTE-Reihensechszylinder-Ottomotor in JDM-Spezifikation, BorgWarner S366 T4-Twin-Scroll-Turbolader, frontmontierter 4-Zoll-Ladeluftkühler, Krümmer und Wastegate-Ventil von HKS, geporteter Kopf mit Ventilen sowie Federn und Federtellern von APR, Garage Whifbitz 264-Grad-Nockenwellen, GReddy-Nockenwellenantriebe, CP-Carrillo-Kolben, Tomei-Pleuel, King Racing-Kurbelwellenlager, zwei 25-Reihen-Ölkühler, Fluidyne-Kühler, Accusump-Ölsystem, zwei Walbro-Kraftstoffpumpen mit 450 l/h, HKS-Kraftstoffverteiler mit Precision-880cc-Einspritzdüsen, Carbon-Cover für Motor und Ladeluftkühler, TRD-Ölkappe, Syvecs-Motorsteuergerät und -Sensoren

Hubraum: 2.997 ccm

Leistung: ca. 680 PS (1,9 bar Ladedruck) bei 5.293 Nm

max. Drehmoment: 942 Nm bei 4.500 Nm

Kraftübertragung: manuelles Getrag V160-Sechsgang-Getriebe, Centreforce-Paddelkupplung, Tomei-Differentialgetriebe mit Sperre

Fahrwerk: einstellbare Nitron NTR R1-Gewindefederbeine, Whiteline-Stabilisatoren vorne und hinten, Querlenker für Sturz-Korrektur mit individuell angepasster Achsgeometrie

Rad/Reifen: dreiteilige BBS LM-Leichtmetallfelgen in 9×18 und 10×18 Zoll, Toyo Proxes R888-Semislick-Bereifung in 255/35ZR18 und 285/30ZR18

Bremsen: Brembo GT-Sättel mit VA 4 Kolben und HA 2 Kolben, Renn-Beläge, Stahlflex- Leitungen

Karosserie: Custom-Frontsplitter und -Unterbodenverkleidung, Carbon-Canards an der Frontschürze, Carbon-Heckklappe, Seiten- und Heckscheiben aus Polycarbonat (Lexan), Lufteinlass in den rechten Scheinwerfer integriert, Carbon-Heckflügel von APR

Innenraum: komplett leergeräumt, Recaro Pole Position-Sportsitze mit festen Rückenlehnen, Schroth-Gurt am Fahrer- und Sabelt-Gurt am Beifahrersitz, Cusco-Überrollbügel, Momo-Lederlenkrad, CCTV-Videoanlage, Blitz-/APR-Zusatzanzeigen, Lifeline-Feuerlöschsystem