Flashback: Flyin‘ Miata

Hier wagen wir einen Flashback um beinahe neun Jahre: Bereits im Oktober 2011 erschien im damaligen Maximum Tuner-Magazin das folgende Car Feature. Warum haben wir genau dieses jetzt wieder ausgegraben? Weil der Kompressor-befeuerte MX-5 NC nun zum Verkauf steht! Schaut mal hier…

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Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“

„Mazda fahrn is wie wennze fliechst!“ Zugegeben: Gemünzt war das Original dieser „Weisheit“ eigentlich auf einen deutschen Automobilhersteller, den zu erraten nicht schwer fällt. Doch irgendwie passt er einfach perfekt auf den derzeit wohl wildesten MX-5 mit Straßenzulassung – und das im allerbesten Sinne!

Basierend auf einem Track-Rennwagen der hauseigenen Open Race-Spezifikation stellten die Leverkusener nun ein noch heißeres MX-5-Exemplar auf die profilarmen Reifen: Den „Flyin‘ Miata“, dessen 2,0-Liter-Vierzylinder mit einem Kompressor-Kit des gleichnamigen US-Herstellers (www.flyinmiata.com) ausgerüstet wurde, dessen Herzstück ein wassergekühlter Magnussen-Kompressor bildet. Ferner hielten Cosworth-Kolben und -Pleuel, neue Einspritzventile, eine zusätzliche Ölkühlung sowie ein Edelstahl-Fächerkrümmer Einzug ins Maschinendeck. Selbstredend wurde die Motorsteuerung an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Unterm Strich weist das Datenblatt satte 253 PS aus, die bei einem auf 0,55 bar justierten Ladedruck und 6.800 U/min zur Verfügung stehen. Das maximale Drehmoment des Flyin‘ Miatas beträgt 288 Newtonmeter – ein Zuwachs um satte 100 Nm gegenüber dem Serienmotor.

Race-Feeling im Straßenverkehr

Und wie fährt sich der Flyin‘ Miata nun? Nach einem sonnigen Spätsommer-Wochenende mit dem puristischen Roadster ist unsere Antwort so einfach und logisch wie nahe liegend: Wie ein Rennwagen für die Straße. Das beginnt mit dem Entern des engen Carbon-Schalensitzes durch die Streben des Sicherheitskäfigs an das sich eine umständliche Anschnallprozedur mit den Mehrpunktgurten anschließt, die die Passagiere jeglicher Bewegungsfreiheit berauben – genau so soll es sein. Ein Verdeck? Braucht kein Mensch. Dieses wurde aus Gründen der Gewichtsersparnis ebenso wegrationalisiert wie diverse Zier- und Dämmmaterialien, so dass die Insassen auf reichlich nacktes Blech sowie schimmernde Carbon-Oberflächen (Türverkleidungen, Mittelkonsole) blicken. Statt eines Radios gibt es einen AiM-Laptimer, statt eines Airbag-Lenkrads ein kleines Momo-Wildleder-Steuerrad.
Nach einem Dreh am Zündschlüssel erwacht der Motor grollend zum Leben, quittiert Gasstöße mit einem heiseren Bellen aus den beiden armdicken Endrohren der Bastuck-Abgasanlage. Die mit einer Sachs-Sintermetall-Mitnehmerscheibe modifizierte Kupplung will beim Anfahren gefühlvoll bedient werden, sonst wird es unter Umständen peinlich. Ein Mal in Fahrt gebärdet sich der Mazda für einen solch austrainierten Racer aber sehr unkapriziös: Die Leistungsentfaltung des mechanisch aufgeladenen Motors ist sehr linear, der Flyin‘ Miata zieht – untermalt vom charakteristischen Kompressor-Jaulen – aus dem Drehzahlkeller bis hinauf zum roten Bereich sauber und gleichmäßig kräftig durch. Wie erwartet hat das zwangsbeatmete Aggregat mit dem weniger als eine Tonne auf die Waage bringenden Roadster leichtes Spiel, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Fahrspaß pur!

So gerüstet wird der MX-5 zum Porsche Boxster-Schreck: Geradeaus und in Kurven sowieso. Denn die auf ultraleichte Motec-Felgen in 8×17 Zoll montierten Toyo R888-Semislicks bauen, einmal warm gefahren, in Kombination mit den voll einstellbaren Sachs-Racing-Federbeinen mit Eibach-Federn ein überragendes Gripniveau auf, das Kurvengeschwindigkeiten weit jenseits der Wohlfühlgrenze des Beifahrers erlaubt. Dank des Heckantriebs kann die Hinterachse dabei durchaus in die Richtungswechsel mit einbezogen werden – problemlos lässt sich der Flyin` Miatas zu gut kontrollierbaren Power-Drifts überreden. Bei Bedarf packt die an der Vorderachse mit gerillten und innenbelüfteten Scheiben sowie rundum mit Racing-Bremsbeläge getunte Bremsanlage bissig zu und initiiert eine Negativbeschleunigung, die die Passagiere in ihre Gurte presst. Kurzum: Der MX-5 Open Race Edition Flyin‘ Miata ist Fahrspaß pur! Leider werden diesen aber nur sehr wenige Fahrer genießen können, denn beim Flyin‘ Miata handelt es sich um ein als Erprobungsfahrzeug zugelassenes Einzelstück, eine (Klein-)Serienfertigung durch Mazda ist ausgeschlossen. Schade…

Technical Facts

Fahrzeug: Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“

Karosserie: Schuberth-Heckflügel, Bastuck-Heckschürze

Motor: 2,0-Liter-Vierzylindermotor, „Flyin‘ Miata“-Kompressor-Kit mit wassergekühltem Magnussen-Kompressor, zusätzliche Motor-Ölkühlung, neue Einspritzventile, Cosworth-Kolben, Cosworth-Pleuel, optimierte Motorsteuerung, Edelstahl-Fächerkrümmer, Bastuck-Auspuffanlage, max. Ladedruck: 0,55 bar, 186 kW / 253 PS bei 6.800 U/min, 288 Nm bei 5.100 Nm

Kraftübertragung: 6-Gang-Schaltgetriebe, Einscheiben-Trockenkupplung mit Sachs-Sintermetall-Mitnehmerscheibe

Fahrwerk: voll einstellbare Sachs-Racing-Federbeine mit Eibach-Federn

Rad/Reifen: Motec-Motorsportfelgen in 8×17 Zoll ET40, Toyo Proxes R888-Semislicks in 215/45R17

Bremsen: vorn innenbelüftete, gerillte Bremsscheiben, rundum Racing-Bremsbeläge

Innenraum: Fahrgast- und Kofferraum komplett ausgeräumt, Entfall des Faltverdecks, Momo-Rennsportlenkrad, Wiechers-Überrollkäfig mit Flankenschutz, König-Carbon-Rennschalensitze, Schroth-Mehrpunktgurte, Carbon-Türverkleidungen, Carbon-Mittelkonsolen-Cover, AiM-Laptimer