Singer DLS Turbo Sepang (Basis Porsche 911)
Im Rahmen des DLS Turbo-Programms baut Singer hochexklusive Reminiszenzen an den 934/5. 2009 in Kalifornien gegründet, erarbeitete sich Singer mit Neuinterpretationen von luftgekühlten Porsche 911 ein hervorragendes Renommee. Kein Wunder: Die Fahrzeuge sind nicht nur von außergewöhnlicher Qualität, folgt Singer doch den Prämissen „A Relentless Pursuit of Excellence“ (Eine unnachgiebige Jagd nach Exzellenz) und „Everything is Important“ (Alles ist wichtig). Ferner wird jedes Fahrzeug hochindividuell in Zusammenarbeit mit dem Kunden nach dessen persönlichen Wünschen konfiguriert. Die aktuelle Speerspitze im Singer-Modellportfolio ist der DLS Turbo.
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Reminiszenz an 934/5
Porsche- und Racing-Fans erkennen auf Anhieb, dass dieses Modell von einer Motorsport-Legende inspiriert ist. Singer-Gründer und -Inhaber Rob Dickinson fasziniert diese seit der Kindheit: „Ich war 12 Jahre alt, als ein Freund meines Vaters uns seinen Super 8-Film vom 1977er Sechs-Stunden-Rennen in Watkins Glen zeigte. Angesichts des vertrauten Gesichts eines Porsche 911, aber mit unmöglich kantig ausgestellten Kotflügeln, klaffenden Lufteinlässen und riesigem, zweistöckigen Heckflügel, erinnere ich mich noch heute an den Schock und die Erkenntnis, dass dies das andere Leben des 911 war – als Rennwagen. Seit wir mit Singer begonnen haben, wollte ich immer zu diesem Moment zurückkehren und zusammen mit unseren Kunden dieses Auto feiert – den 934/5.“ Nun ist es so weit: Die Reinkarnation des erfolgreichen Langstrecken-Racers, der unter anderem 1977 die SCCA Trans Am-Rennserie dominierte, entsteht in einer exklusiven, limitierten Auflage von 99 Stück. Das gezeigte Exemplar bekam von seinem Besitzer den Spitznamen „Sepang“.
Zwei Modellversionen
Basis des DLS Turbo ist wie bei allen Singer ein 964er Porsche, in diesem Fall vom Baujahr 1990. Die Verwandlung des Spenderfahrzeugs begann mit einer kompletten Zerlegung bis hin zum nackten Stahl-Chassis, das im ersten Schritt aufbereitet und verstärkt wurde. Die neue Karosserie ist aus leichtem Carbon angefertigt und im Stile des 934/5 komplett umgestaltet – unter Verwendung von CFD-Analyse zur Optimierung der Aerodynamik. Besonders markant ist das enorm verbreiterte Heck samt des riesigen Flügels. Letzteren trägt der DLS Turbo aber nur in der Rennstrecken-orientierten Konfiguration. Alternativ gibt es eine eher für den Straßen-Einsatz ausgerichtete Variante. Sie kommt mit einem dezenteren Ducktail und einer weniger aggressiv gestalteten Front. Für Sepang existieren gar beiden Schürzen- und Heckdeckelvarianten, sodass nach Belieben gewechselt werden kann. Hingucker sind neben der in Wolf Blue lackierten Karosse die vorne 19- und hinten 20-zölligen Magnesium-Felgen mit stark ausgeprägter Konkavität, Zentralverschlüssen und filigranen Kreuzspeichen-Sternen.
Weitreichend optimierter Motor
Hinter den Rädern sitzen standfeste Carbon-Keramik-Bremsanlagen. Gut so, denn im Heck lauert ein kraftstrotzender Sechszylinder-Boxer. Singer baute ihn vom Motorblock ausgehend neu auf und installierte zahlreiche Hochleistungs-Bauteile, wobei der Hubraum von 3,6 auf 3,8 Liter wuchs. Eine Biturbo-Aufladung mit Luft-zu-Wasser-Ladeluftkühler und elektronischen Wastegates ist entscheidend für die Leistungssteigerung auf etwa 710 PS (netto nach SAE-Norm) und 750 Nm verantwortlich. Als weitere exklusive Merkmale bekam das Triebwerk unter anderem wassergekühlte Zylinderköpfe mit vier Ventilen pro Zylinder, einen horizontal angeordneten elektrischen Lüfter und die Custom-Abgasanlage aus Titan und Inconel mit seitlich mündenden Endrohren. Die Kraftübertragung an die Hinterräder erfolgt mittels eines manuellen Sechsgang-Getriebes. Fahrwerksseitig setzt Singer auf verstellbare Dämpfer sowie vorne Doppelquerlenker und hinten Leichtbau-Längslenker.

Versteigerung zum Millionenbetrag
Bei der Cockpit-Neueinrichtung kamen gleichfalls hochwertigste Materialien zum Einsatz. Die Touring-Schalensitze und Türverkleidungen, das Armaturenbrett, das Dreispeichen-Sportlenkrad samt 12-Uhr-Markierung und mehr sind mit feinem Leder und Alcantara in Cremeweiß und Blau bezogen. Ein echtes Kunstwerk ist der Schalthebel mit offen sichtbarem Schaltgestänge. Er ragt hoch aus der Mittelkonsole auf, die ebenso großflächig mit blau getöntem Carbon verkleidet wurde wie der Fond, in welchem ferner ein Versteifungskreuz für Aufsehen sorgt.
Der DLS Turbo Sepang entstand für einen langjährigen Singer-Stammkunden, der das Auto kurz nach dessen Fertigstellung nun jedoch schon wieder abgab. RM Sotheby’s bot es Mitte März bei einer Versteigerung im englischen Davenport zum Verkauf an. Im Vorfeld rechnete das renommierte Auktionshaus mit einem Erlös im Bereich zwischen 3,45 und 5 Millionen Dollar.
Technical Facts
Motor: 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit Biturbo-Aufladung, zerlegt bis zum Motorblock und neu aufgebaut mit diversen Hochleistungs-Komponenten, Turbolader mit variabler Turbinen-Geometrie und elektronischen Wastegates, Luft-zu-Wasser-Ladeluftkühler, horizontal angeordneter elektrischer Lüfter, vier Ventile pro Zylinder, wassergekühlte Zylinderköpfe, luftgekühlte Zylinder, Custom-Abgasanlage aus Inconel und Titan mit Sidepipe-Endrohren
Leistung: 522 kW / 710 PS (SAE Net) / 750 Nm
Kraftübertragung: Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb
Fahrwerk: motorsportlich ausgelegtes Fahrwerk mit VA Doppelquerlenker-Aufhängung und HA Leichtbau-Längslenkern, fernbedient verstellbaren Dämpfern
Rad/Reifen: Singer-Magnesium-Felgen in 19 und 20 Zoll mit Zentralverschluss und Michelin Pilot Sport Cup 2-Bereifung
Bremsen: Brembo CCM-R-Carbon-Keramik-Bremsanlagen mit Monoblock-Sätteln
Karosserie: komplett neue und aerodynamisch überarbeitete Carbon-Karosserie, Luftauslass in Fronthaube, Lufteinlässe in verbreiterten hinteren Seitenteilen, Einlässe für Motorbelüftung in hinteren Seitenscheiben, verschiedene Karosserieteile in blauem Carbon, Lackierung in Wolf Blue
Innenraum: Leder/Alcantara-Innenausstattung in Cremeweiß und Blau, Dreispeichen-Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung, Custom-Armaturen mit dunkelblauen Ziffernblättern, Touring-Schalensitze mit eingeprägtem „DLS-T“-Logo, türkisblaue Gurte, erhöhter Schalthebel mit offen sichtbarem Schaltmechanismus, diverse Zierelemente aus blau getöntem hochglänzendem Carbon, Versteifungskreuz im Fond mit hellem Alcantara-Bezug
