90er-Jahre-Lufti mit Racing-Touch

Porsche 911 Carrera 2 von Kaiser 911 / Star-Bug

Porsche 911 Carrera 2 von Kaiser 911 / Star-Bug

Man muss es WOB Klassik-Lesern eigentlich nicht sagen: Luftkühlung von Pkw-Motoren war im 20. Jahrhundert lange Zeit durchaus üblich – insbesondere natürlich im VW-Konzern. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde sie dann jedoch zunehmend von der Wasserkühlung abgelöst, bis sie letztlich recht schnell komplett verdrängt war. Eine der wenigen Ausnahmen, die noch sehr lange auf luftgekühlte Aggregate setzte, war der 911: Erst 1997 stellte Porsche den Sportwagen-Klassiker mit dem 996 auf Wasserkühlung um – die letzten Exemplare des Vorgängers 993 liefen gar erst im Jahr 1998 vom Band.

Nochmals ein gutes Stück älter ist unterdessen das auf diesen Seiten vorgestellte Exemplar: Es handelt sich um ein 1990 gefertigtes Carrera 2-Exemplar der dritten Modellgeneration 964. Das Coupé steht wirklich wunderschön auf der Straße, was nicht zuletzt an einigen geschmackvollen Modifikationen und Individualisierungen liegt, die allesamt durch Ringo Kaiser, seines Zeichens VW- und Porsche 911-Spezialist und Inhaber des Unternehmens Star-Bug beziehungsweise Kaiser 911 umgesetzt wurden.

Reminiszenz an den Carrera RS 2.7

Das charakteristische 964-Design mit seinen sehr bauchig ausgewölbten Kotflügeln, durchgehendem Rückleuchtenband und den recht großen Schürzen an Front und Heck wurde als Highlight um eine Motorhaube mit Entenbürzel-Spoiler erweitert. Damit erinnert der Wagen zweifellos an die besonders motorsportlich ausgelegten Ausführungen seiner Ahnen, wie vor allem natürlich den Carrera RS 2.7 aus den 1970er Jahren, der erstmals den Entenbürzel trug. Weitere Racing-Style-Akzente setzen die kleinen RS-Lufteinlässe neben den nun weißen Blinkern an der Front und zudem ist die Heckscheibe nun aus Makrolon, sprich gewichtssparendem Kunststoff gefertigt. Ebenfalls echte Hingucker sind die neuen Rad/Reifen-Kombinationen: Zwar prangt auf ihren Nabendeckeln das Porsche-Logo, es handelt sich aber um mit ihren Dimensionen 8,5×19 und 10×19 Zoll recht üppig bemessene Sportec Mono/10-Felgen. Die aufgezogenen Falken-Bereifungen messen dabei 215/35ZR19 sowie 265/30ZR19. Durch ihr glanzschwarzes Finish setzen sie sich Felgen dezent von der Karosserie ab, die eine Vollfolierung in mattem Grau erhielt. Dabei sind im unteren Bereich der Flanken als weitere Eyecatcher dreidimensionale Porsche-Schriftzüge und Zierstreifen eingearbeitet.

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Mehr Tiefe und Leistung

Die erstklassige Platzierung der neuen Räder in ihren Behausungen ist nicht zuletzt der Tieferlegung des Fahrzeugs zu verdanken: Ein KW Variante 3-Gewindefahrwerk erlaubt die individuelle Einstellung auf eine perfekte Höhe und zugleich selbstverständlich ein modernisiertes und noch dynamischeres Fahrverhalten. Motorseitig sitzt im Heck eine weiterentwickelte und im Zuge dessen auf 3,6 Liter Hubraum vergrößerte Version des bereits aus den Carrera 3.2-Ausführungen des G-Modells bekannten Sechszylinder-Boxermotors, der im Serienzustand auf 250 PS kam. Zugegeben: In Anbetracht dessen, was schon die 911-Einstiegsmodelle heutzutage leisten, mag dies nach recht wenig klingen, dennoch dürfte reichlich Porsche-Fahrspaß garantiert sein. Etwas mehr Power wünschte sich der 964-Besitzer Eddie Lorenz dann aber trotzdem und so erhielt das Triebwerk eine Cartronic-Leistungssteigerung, womit es auf nunmehr etwa 300 PS erstarkte. Optisch weiß das Aggregat ebenfalls vollends zu überzeugen, denn erst vor kurzem verzierte Ringo Kaiser es umfangreich mit diversen Carbon-Komponenten. Zur Entsorgung der Abgase und für einen kernigen Sound schließt sich unterdessen eine Sportauspuffanlage an, die mit ihrem chromglänzenden, ovalen Cup-Endrohr zudem noch einen weiteren optischen Akzent am Heck setzt. Die Kraftübertragung an die Hinterräder gewährleistet unterdessen wie gehabt die werksseitige Fünfgang-Handschaltung.

Motorsport-Ambiente im Cockpit

Komplett neu und ein einzigartiges Eigenbau-Teil ist dabei jedoch der Schalthebel, über welchen das Getriebe betätigt wird: Er ragt hoch auf und besitzt eine schwarze Lackierung samt roter Zierlinie auf dem Knauf und einen Schaltsack aus schwarzem Alcantara. Apropos Alcantara: Auch im Hinblick auf die übrige Gestaltung des Innenraums spielt dieser Mikrofaserstoff eine essentielle Rolle – das Cockpit, welches beim Kauf des Wagens noch eine komplett weiße Ausstattung trug, erhielt nämlich ein runderneuertes Styling. So sind die Mittelkonsole, das Armaturenbrett sowie die Türleisten und die aus einem 911 GT3 der Baureihe 997 entliehenen Carbon-Schalensitze mit schwarzem Alcantara samt diverser roter Ziernähte versehen. Die seitlichen Ohrenteile im oberen Bereich der letzteren sind zudem ebenso wie der im Fond verbaute Wiechers-Überrollbügel in Candyrot lackiert. Dass durch diese Ausstattungsmerkmale auch im Innenraum zweifellos erzeugten Motorsport-Ambiente unterstützen weitere Details wie die RS-Türverkleidungen mit roten Zuzieh-Schlaufen, das Lenkrad aus einem Porsche 993 GT2 und mehrere Elemente aus Carbon. Deren Anzahl wurde erst vor wenigen Wochen nochmals deutlich vergrößert, sodass nun – anders als noch auf unseren Bildern zu sehen – beispielsweise auch das Armaturenbrett eine große Carbon-Blende über die komplette Breite trägt. Im gleichen Zuge erhielt der Kofferraum im Bug, in dem sich ergänzend eine Carbon-Domstrebe findet, eine komplette Alcantara-Auskleidung mit roten Steppnähten in Rautenform.

Weitere Informationen unter:

Kaiser 911 / Star-Bug

Inh.: Ringo Kaiser
An der Brehnaer Str. 1

06794 Glebitzsch

Tel.: 0175 / 4172067

https://www.star-bug.com/porsche/

E-Mail: info@kaiser-porsche.de / star-bug@gmx.net

Technische Daten

Fahrzeugtyp: Porsche 911 Carrera 2

Baujahr: 1990

Karosserie: RS-Lufteinlässe in der Frontschürze, weiße Blinker/Lichter vorne, Heckklappe mit Entenbürzel, Makrolon-Heckscheibe, Vollfolierung in Mattgrau mit 3D-Porsche-Schriftzügen auf den Seiten

Motor: 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, Cartronic-Leistungssteigerung, Sport-Auspuffanlage mit ovalem Cup-Endrohr, diverse Carbon-Veredlungen, ca. 300 PS

Kraftübertragung: Fünfgang-Handschaltgetriebe

Fahrwerk: KW Variante 3-Gewindefahrwerk

Rad/Reifen: Sportec/BBS Mono/10-Leichtmetallfelgen in 8,5×19 Zoll ET23 und 10×19 Zoll ET45, Finish in Schwarz, Falken Azenis FK453-Bereifungen in 215/35ZR19 und 265/30ZR19, Nabendeckel mit Porsche-Logo