Verjüngter 356 für John Oates

Verjüngter 356 für John Oates

John Oates ist vielen sicherlich noch als eine Hälfte des erfolgreichen Popmusik-Duos Hall & Oates bekannt. Insbesondere in den 70er und 80er erreichte dieses zahlreiche Hits, die in den USA Platz 1 der Charts sowie Gold-Status erreichten, beispielsweise „Rich Girl“, „I Can’t Go for That (No Can Do)“ oder „Maneater“. Teilweise stiegen die Songs auch in Deutschland in die Hitliste ein, wie „Out of Touch“, was hierzulande einer der erfolgreichsten Songs von Hall & Oates war. Wie viele Musik- und Filmstars pflegt John Oates eine intensive Liebe zu Sportwagen, genauer gesagt zu jenen aus dem Hause Porsche. Und so stellte er im Oktober vergangenen Jahres bei einem Event anlässlich des 70. Geburtstages von Porsche sein hier gezeigtes 356 Cabriolet vor.

Für den Aufbau dieses Schätzchens wandte sich Oates vertrauensvoll an Unternehmensgründer Rod Emory und sein Team von Emory Motorsports, welche sich auf die Realisierung individueller und einzigartiger 356 spezialisiert haben und zudem als Gründerväter der Porsche Outlaw-Bewegung gelten. Das Ergebnis ist Oates Traum-356, der einige Custom-Modifikationen sowie technische Anpassungen für eine modernere Performance bekam, ohne jedoch das elegante Original-Design des Klassikers zu zerstören.

Räder im Stahlfelgen-Look

So wurde die zuvor ohnehin beschädigte Front des 1960er 356B komplett erneuert, wobei sich Emory Motorsports – wie auch im Fall der Stoßstangen – an dem Look der früheren 356A orientierte, die Nase im Vergleich zu diesem aber etwas flacher gestalteten. Der charakteristische große Griff auf der Fronthaube musste komplett weichen. Stattdessen besitzt die Kofferraumklappe nun eine Öffnung, durch die der Stutzen des darunterliegenden Tanks hinausragt. Ebenfalls neu am Bug sind die beiden gelb leuchtenden Zusatzscheinwerfer. Beim Blick in Richtung Fahrgastzelle dürfte nur absoluten Kennern auffallen, dass diese ebenfalls modifiziert ist: Der Rahmen der Frontscheibe wurde flacher gestellt und das montierte OE-Hardtop dementsprechend angepasst. Alternativ gibt es für Oates‘ 356 jedoch auch ein Custom-Softtop. Der Heckabschluss schließlich zeichnet sich durch eine neue Emory-Motorhaube aus. Farblich hält sich der Porsche vornehm zurück, ist er doch in einem dezenten Graphite Grey Metallic lackiert. Passend dazu besitzen die 6×16-zölligen Leichtmetallräder in Stahlrad-Optik mit Ausnahme der Nabendeckel ein schwarzes Finish. Die aufgezogene Pirelli-Bereifung misst 205/55ZR16.

Edles Interieur zum Verlieben

Eine echte Augenweide und somit eines der Highlights des Porsches ist zweifellos sein Innenraum. Hier realisierten Rod Emory und sein Team eine komplett neue Ausstattung mit Speedster-Style-Sitzen, in denen sich John Oates und sein Mitfahrer mit Zweipunkt-Motorsport-Gurten fixieren. Zudem verfügt das Gestühl ebenso über einen cognacfarbenen Lederbezug wie weitere Teile des Cockpits, etwa die Türverkleidungen und das Armaturenbrett. Letzteres zeichnet sich ferner durch drei Rundinstrumente im Stil des 904 aus den 60er Jahren sowie schwarze Bedienknöpfe aus. Auf ein Radio wurde verzichtet, den zugehörigen Schacht verdeckt die bekannte „radio-delete“-Blende mit Porsche-Schriftzug. Das neue Lenkrad stammt von Derrington, während der Outlaw-Schalthebel von Emory im eigenen Haus gefertigt ist. Beigefarbener Teppich in den Fußräumen und im Fond des 356 sowie ein herausnehmbarer Überrollbügel ergänzen das Interieur.

Modernisierte Technik

Last but not least erhielt der Porsche eine tiefgreifende technische Überarbeitung, im Zuge derer zahlreiche Komponenten modernisiert wurden. So stammt das manuelle Fünfgang-Getriebe aus einem 911er, hinzu kommt eine rundum montierte Scheibenbremsanlage. Das Fahrwerk zeichnet sich durch einstellbare Koni-Stoßdämpfer sowie Stabilisatoren vorne wie hinten und eine Einzelradaufhängung samt Custom-Längslenkern an der Hinterachse aus. Damit dürfte sich das Fahrverhalten im Vergleich zur Serie erheblich verbessert haben. Und natürlich ist auch der Vierzylinder-Boxermotor im Heck alles andere als von der Stange: Es handelt sich um ein 2,4 Liter großes, komplett neu gebautes „Outlaw 4“-Aggregat, das Emory in Kooperation mit Rothsport Racing entwickelte. Es basiert auf dem 3,6-Liter-Triebwerk eines Porsche 964 und verfügt daher über einige Merkmale dessen wie die Doppelzündung und die Trockensumpfschmierung. Verfeinert ist der Motor durch unter anderem Custom-Kurbel- und Nockenwellen sowie eine computergesteuerte Zündung und Custom-Zündverteiler. Die Entsorgung der Verbrennungsüberreste geschieht über einen Sport-Endschalldämpfer, der sich über einen sonderangefertigten Krümmer an das Aggregat anschließt. Summa summarum resultiert daraus eine beachtliche Leistung von etwa 200 PS.

Technical Facts

Porsche 356B Cabriolet

Baujahr: 1960

Karosserie: erneuerte Frontpartie in Anlehnung an den 356A, Frontscheibenrahmen flacher gestellt, Stoßstangen im Stil des 356A, Fronthauben-Griff entfernt, Zusatz-Fahrlichtscheinwerfer, Emory-Motorhaube, modifiziertes OE-Hardtop (alternativ Custom-Softtop vorhanden), Lackierung in Graphite Grey Metallic

Motor: 2,4-Liter-Vierzylinder-Boxermotor (Emory-Rothsport „Outlaw 4“) auf Basis eines 3,6-Liter-Sechszylinders vom 964 (Doppelzündung und Trockensumpfschmierung), Custom-Nockenwellen im Custom-Gehäusen, Custom-Kurbelwelle, computergesteuerte Zündung, Custom-Zündverteiler, Custom-Abgaskrümmer, Sport-Endschalldämpfer vom Porsche 911, 68-Liter-Sicherheits-Tank mit Einfüllstutzen durch die Motorhaube, ca. 200 PS

Kraftübertragung: 5-Gang-Handschaltgetriebe vom Porsche 911

Fahrwerk: HA Einzelradaufhängung mit Custom-Längslenkern, einstellbare-Koni-Dämpfer, Stabilisatoren vorne und hinten

Rad/Reifen: Custom-Leichtmetallfelgen in 6×16 Zoll mit Pirelli P Zero Rosso-Bereifung in 205/55ZR16, pulverbeschichtet in Schwarz, hochglanzpolierte Radnaben-Deckel,

Bremsen: Emory-Scheibenbremsanlage rundum

Innenraum: Speedster-Style-Sitze mit cognacfarbenem Lederbezug und Sitzflächen in Panamabindung, Zweipunkt-Motorsport-Gurte, Quadratmaschen-Teppiche, Gummi-Fußmatten, drei Rundarmaturen im Stil des 60er Jahre-Porsche 904, Derrington-Lenkrad, Emory-Outlaw-Schaltknauf, schwarze Bedienknöpfe am Armaturenbrett, Radio entfernt, entfernbarer Überrollbügel