Viper-Alarm
Leuchtend rote, sehr laute und dementsprechend maximal auffällige Autos begleiten das Leben von Michael Helck aus Dinslaken: Während der Berufsfeuerwehrmann alltäglich mit Blaulicht und Tatütata in entsprechenden Einsatzfahrzeugen unterwegs ist, steigt er nach Feierabend in eine seiner beiden feuerroten Viper-Brandstifter um. In der Garage stehen ein Chrysler Viper RT/10-Roadster der ersten Generation und gleich daneben das hier abgebildete 2006er SRT-10-Coupé.
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Beziehung mit Start-Schwierigkeiten
Das 3rd Generation-Coupé erwarb Michael vor nunmehr zehn Jahren in der Nähe von Stuttgart. Einen guten Start hatten die beiden dabei nicht: „Direkt auf der Heimfahrt unmittelbar nach dem Kauf ging das Getriebe auf der Autobahn kaputt. Die letzten 80 Kilometer hatte ich nur noch drei funktionierende Gänge. Große Probleme machte auch die sehr schlechte Umrüstung der elektrischen Lichtanlage: Durchgebrannte Sicherungen waren an der Tagesordnung, die Fehlersuche dauerte insgesamt ein ganzes Jahr bis alles wieder einwandfrei funktionierte. Es ist ein Wunder, dass der Wagen dabei nicht zwischendurch abgebrannt ist“, erinnert sich der US-Car-Fan kopfschüttelnd.
Allerdings: Wir sind ziemlich sicher, dass der Hauptbrandmeister seine Viper schon von Berufs wegen vor einer unplanmäßigen Feuerbestattung bewahrt hätte. Doch das Coupé hatte noch mehr Ärgernisse zu bieten: „Es waren zahlreiche Löcher in das Fahrzeug gebohrt worden: Seitenblinker, Spritzdüsen für die Scheinwerfer und so weiter. Diese haben wir alle wieder verschlossen und die entsprechenden Bereiche neu lackiert. Außerdem war der Hennessey-Heckflügel einerseits nicht eingetragen und andererseits auch nur mit vier dünnen Spax-Schrauben befestigt.“

ACR-Front meets Hennessey-Wing
Von all dem ist heute freilich nichts mehr zu sehen: Die rote Viper steht da wie aus dem Ei gepellt. Am Bug trägt das SRT-10 Coupé, welches in Europa übrigens nie offiziell angeboten wurde, einen originalen OEM-Spoiler der für den Track-Einsatz optimierten Clubsport-Version ACR (American Club Racing) samt abgestützten Splitters. Auf dem Heck thront bereits besagter Hennessey-Flügel, welcher mit der von ihm generierten Downforce etwas Ruhe ins bei ambitioniertem Gasfuß gerne wild auskeilende Viper-Heck bringen dürfte.
Geschmiedete 22-Zöller
Für ein Plus an mechanischem Grip sowie eine augenfällige Tieferlegung zeichnet darüber hinaus ein KW Variante 2-Gewindefahrwerk verantwortlich. Apropos Grip: Passende Räder für eine Viper zu finden, ist schon aufgrund ihrer exotischen 6-Loch-Anbindung und der XL-Dimensionen gar nicht so einfach. Michael wurde bei Schmidt fündig und montierte dreiteilig verschraubte Schmidt DG-Line-Schmiedefelgen mit schwarzen Sternen und auf Hochglanz polierten Radinox-Stufenbetten, die trotz ihrer 11×20 und 13×20 Zoll mit Hankook Ventus S1 Evo2-Gummiwalzen in 295/30R20 und 345/25R20 deutlich filigraner wirken als die 18/19-zölligen OEM-Räder.

Den gewaltigen 8,3-Liter-V10 im langen Viper-Bug ließ Michael in Ruhe. Kein Wunder, benötigt der frei saugende Zehnzylinder angesichts von gut 500 PS und mehr als 700 Nm doch nun wirklich keine Leistungssteigerung. An Bord kam allerdings eine Corsa Performance Cat Back-Sidepipe-Abgasanlage, welche dem Hubraumriesen nun auch einen adäquaten Sound verleiht.
Carbon-Styling fürs Cockpit
„Das Viper-Cockpit wirkt im Serienzustand ehrlich gesagt ziemlich billig“, gibt Michael auch als echter Liebhaber der Zehnzylinder-Sportwagen zu. Hier gab es also Handlungsbedarf. Das Lenkrad wurde im Zug eines Redesigns unten abgeflacht und beim Neuaufbau mit Carbon und Alcantara überzogen. Dazu tragen diverse Kunststoffoberflächen nun eine Wassertransferdruck-Schicht im Carbon-Look oder Alcantara. Ebenso wurden großflächig die Türverkleidungen veredelt. Für gutes Bordentertainment sorgen eine Kenwood-Headunit sowie Lautsprecher und Endstufe von Kicker.
Das wäre doch mal ein amtliches Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr!
Technical Facts
Dodge Viper SRT10
Baujahr: 2006
Karosserie: originaler ACR-Frontspoiler, Hennessey-Heckspoiler
Motor: 8,3-Liter-V10, Corsa Performance Cat Back-Sidepipes, 505 PS
Kraftübertragung: 6-Gang-Schaltgetriebe, Tremec T56
Fahrwerk: KW Variante 2-Gewindefahrwerk
Rad/Reifen: dreiteilige Schmidt DG-Line-Felgen in 11×20 und 13×20 Zoll, Hankook Ventus S1 Evo2-Bereifung in 295/30R20 und 345/25R20
Innenraum: diverse Kunststoffteile mit Wassertransferdruck in Carbon-Optik überzogen oder mit Alcantara überzogen, Lenkrad bei „Meinlenkrad“ überarbeitet (unten abgeflacht in Carbon mit Alcantara-Bezug), Türverkleidungen komplett überarbeitet, Kenwood-Radio, Kicker-Endstufe und -Lautsprecher

