Macadamia-Brownie

Braune Autos. Vor einigen Jahren waren sie absolut en vogue – in- und außerhalb der Tuning-Szene. Geradezu inflationär hüllten die Automobilhersteller, professionelle Tuner und private Schrauber ihre Karossen in unterschiedlich abgestufte Brauntöne. Was dabei oft vergessen wurde: Nicht zu jeder Karosserieform und Fahrzeugklasse passen die warmen Farbtöne. Keine Sorge, wir werden an dieser Stelle keine Auflistung von Negativbeispielen anführen. Vielmehr zeigen wir ein Exemplar, welchem der braune Metallic-Lack absolut perfekt steht.

Aus der Porsche-Farbkarte stammt das Macadamia Braun, in welches Thomas Ladmann aus Stuttgart seinen 1997er 323i hüllen ließ. Dezent kontrastierend zu diesem warmen Ton ließ der 30-jährige Schwabe das Dach, die Frontspoilerlippe, den Heckeinsatz, die M-Stoßleisten und Zierleisten sowie die BMW-Nieren in Glanzschwarz lackieren. Die schnittige und angesichts ihres formalen Alters von mehr als 20 Jahren vollkommen zeitlose E36 Coupé-Karosserie selbst beließ Thomas darüber hinaus weitgehend unangetastet. Lediglich die hinteren Kotflügel des Youngtimers wurden leicht gebördelt.

Auf Luft gesetzt

Angesichts Thomas‘ enger Freundschaft zu Airride-Guru Damiano Di Viesti von V-Unlimited, in dessen Hände der Coupé-Besitzer weite Teile des Umbaus legte, verwundert es natürlich keineswegs, dass auch das E36 Coupé „auf Luft rollt“. Die Technik des Airrides stammt von German Airride Systems, kurz GAS. Gleichermaßen schmuck und praktisch ist die Art der Hardware-Installation im Fahrzeugheck: Durch die Konstruktion einer speziellen „Aufhängung“ für den 21-Liter-Tank und den Ventilblock sowie die Unterbringung der beiden Kompressoren in einem doppelten Boden bleibt der Coupé-Kofferraum zumindest teilweise nutzbar. Ergänzend installierten Thomas und V-Unlimited K-Sport-Uniball-Domlager sowie Camber-Sturzstreben und Powerflex-Domlager an der Hinterachse.

Exotisch: OX Cygnus-Dreiteiler

Extravagante Exoten rotieren an den Achsen: Die dreiteilig aufgebauten OZ Cygnus-Felgen sind hierzulande nur extrem selten zu sehen. Bezogen wurden die italienischen Mehrteiler, deren 3-Speichen-Sterne an rotierende Messer erinnern, mit Nexen N’Fera SU1-Bereifung. An der Lenkachse wurden 215/35er Gummis mit 8,5×18-Zoll-Felgen kombiniert, während die Antriebskräfte von 225/35R18er Pneus auf 10×18-Zöllern übertragen werden.
Apropos Antriebskräfte: Unter der Motorhaube des 323i haust ein technisch weitgehend
unveränderter M52B25-Reihensechszylinder, dessen markantes Röhren durch einen Eisenmann-Endschalldämpfer unterstrichen wird. Dass das 2,5-Liter-Triebwerk trotz des Ausbleibens weiterer Leistungssteigerungen – von der Installation eines 328i-Kats einmal abgesehen – ausnehmend gut im Futter steht, belegt die Rollenprüfstands-Messung von satten 194 PS. Das ist souverän, aber (noch) nicht rasant. Um seinem 323i zu noch mehr Power zu verhelfen, setzte Thomas unlängst einen Kompressor-Umbau auf die ToDo-Liste – ein genauerer Blick unter die Motorhaube des Dreiers könnte sich in der kommenden Saison also lohnen!

Goldene Performance-Stopper

Eyecatcher und technische Leckerbissen sind schon jetzt die durch die Felgensterne geradezu perfekt in Szene gesetzten, goldenen BMW Performance-Bremsanlagen, die an Vorder- und Hinterachse installiert wurden: Ein E82 135i spendete sowohl die 6-Kolben-Sättel der Vorder- als auch die 2-Kolben-Sättel der Hinterachse. Die gelochten Bremsscheiben hingegen stammen vom M3 der Nachfolge-Baureihe E46. Komplettiert wurde das Bremsen-Upgrade durch Stahlflex-Bremsleitungen, welche für maximale Bremskraft sowie einen knackigen Druckpunkt sorgen.

Sportlich-edle Nappa/Alcantara-Landschaft

Nicht minder exklusiv wie das Äußere des schnittigen Coupés präsentiert sich auch dessen Interieur: In der ersten Reihe hielten BMW Performance-Sportsitze Einzug, an deren edle Nappaleder/Alcantara-Oberflächen auch die Rücksitzbank, die Türverkleidungen sowie das BMW-Sportlenkrad angepasst wurden. Um die Instrumente legen sich schwarze Tachoringe vom 323 ti Compact und anstelle des üblichen Lichtschalters sitzt unterhalb der linken Armaturenbrett-Lüftungsdüse ein Manometer, welches die auf dem Airride herrschenden Druckverhältnisse visualisiert. Die Schalter der elektrischen Fensterheber links des Schalthebels übrigens erfüllen nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion, sondern fungieren als Bedienelemente für das Luftfahrwerk.


Technical Facts

BMW E36 323i Coupé

Baujahr: 1997

Karosserie: Kotflügel hinten leicht gebördelt, Dach schwarz lackiert, M-Stoßleisten und Zierleisten in Glanzschwarz lackiert

Motor: 2,5-Liter-Reihensechszylinder (M52B25), 328i-Kat, Eisenmann-Endschalldämpfer, 194 PS

Fahrwerk: German Airride Systems (GAS)-Luftfahrwerk, K-Sport-Uniball-Domlager, Camber-Sturzstreben an der HA, Powerflex-Domlager an der Hinterachse, Airride-Ausbau im Kofferraum mit „schwebendem“ 21-Liter-Tank und Ventilblock an Eigenbau-Halter sowie zwei Kompressoren im Boden, Airride-Steuerung über die Schalter der el. Fensterheber

Rad/Reifen: OZ Cygnus-Felgen in 8,5×18 und 10×18 Zoll, Sterne in Sterling Grau Matt lackiert, Nexen N’Fera SU1-Bereifung in 215/35R18 und 225/35R18

Bremsen: VA BMW Performance-6-Kolben-Bremssättel vom E82 135i mit E46 M3 CSL-Bremsscheiben 345×28 mm, HA BMW Performance-Bremssättel vom E82 135i mit E46 M3-Bremsscheiben 328×26 mm, Stahlflex-Bremsleitungen

Innenraum: BMW Performance (Recaro Sportster)-Sportsitze, Interieur angepasst, Rücksitzbank mit Nappaleder/Alcantara bezogen, Türverkleidungen mit Alcantara bezogen, Lenkrad mit Nappaleder/Alcantara bezogen, schwarze Tachoringe vom 323 ti Compact, Airride-Manometer statt Lichtschalter