ULTRACE GERMANY: ARCHIVED DREAMS

Internationales Petrolhead-Festival im Rheinland

Die Nachricht schlug im vergangenen September wie in Blitz in der Tuning-Community ein: „Das ULTRACE kommt nach Deutschland!“ In den frühen 2010er Jahren unter dem Namen Raceism als kleines „Parkplatztreffen“ der Stance- und Tuning-Szene im polnischen Wrocław (Breslau) gestartet, evolutionierte das das ULTRACE in den letzten Jahren zum international besetzten, aufwändig inszenierten und akribisch kuratierten Get-together der Automobil-Popkultur.

Um das gleich vorweg zu nehmen: Das „ULTRACE GERMANY: ARCHIVED DREAMS“ darf weder als klassisches Tuning-Treffen noch als Automobil-Messe verstanden werden. Vielmehr war das ARCHIVED DREAMS ein Culture Mixing-Highlight aus (fast) allem, was die Herzen echter Petrolheads schneller schlagen lässt: legendäre Sport- und Rennwagen vergangener Jahrzehnte, State of the Art-Hypercars, Custom-Projekte aus aller Welt, hochkarätige Tuning-Unikate europäischer, japanischer und US-amerikanischer Herkunft sowie Prototypen-Schätze aus den Archiven der Automobilhersteller. Allen voran sind hier BMW und Mercedes zu nennen, die das ULTRACE GERMANY als Partner begleiteten und jeweils auch eigene, kleinere Hallen des als Event-Location gewählten Areal Böhler in Düsseldorf.

Die größeren Hallen dieses ehemaligen Stahlwerk-Komplexes, in dessen Hallen immer noch der Stahlkocher-Heartbeat pocht, dienten hingegen für die mit Sicherheit spektakulärsten Ausstellungsbereiche „Future“ und „143BPM“ sowie den Bereich „Present“, in welchem sich das Who’s Who der Tuning-Community zusammenfand. Hier zu finden war übrigens auch die Ausstellungsfläche des ARCHIVED DREAMS-Stargastes: The Fast and the Furious-Legende Sung Kang promotete hier höchstpersönlich seinen neuen Blockbuster „Drifter“ und stand den ULTRACE-Besuchern auch für kurze Benzingespräche, Autogramme und Selfies zur Verfügung.


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Im Vorfeld des Events auf den Social Media-Plattformen kontrovers diskutiert und beklagt: die Eintrittspreise. Satte 85 Euro verlangten die ULTRACE-Gastgeber für eine Tageskarte – zuzüglich nochmal 25 oder 35 Euro Zuschlag für Early Access bzw. Night Access. Viel Geld? Ja. Zuviel Geld? Auch das hätte das im Vorfeld der Veranstaltung sicherlich bejaht, musste meine Meinung vor Ort allerdings überdenken. Denn erstens: Die ULTRACE-Inszenierung war so aufwändig, dass hier mit den Eintrittsgeldern zweifellos immense Kosten zu decken waren. Und andererseits: Pünktlich zur regulären Eintrittszeit um 12 Uhr füllten sich die Hallen so zusehends, dass die These, die Ticket-Preise seien zu hoch angesetzt, einfach nicht mehr haltbar war. Sie waren es für die avisierte Zielgruppe offensichtlich nicht. Ähnlich wie auch Kult-Festivals à la Parookaville noch weitaus höhere Ticket-Preise aufgerufen und bezahlt werden.

Auch im Vorfeld – sicherlich mit etwas Häme – geäußerte Prognosen, das ULTRACE GERMANY würde mit Sicherheit zu einem „Stilllegungsfestival“ werden, können wir verneinen. Weder haben wir bei unserem Besuch vor Ort überhaupt Polizeieinsätze gesehen, noch wurden uns nachher irgendwelche Zwischenfälle zugetragen.

Nach einem Besuch des ULTRACE kann ich nun ohne Übertreibung behaupten: Ich bin seit fast 25 Jahren Automobil-Journalist. Und ein solch hohes, komprimiertes und ausnahmsloses Niveau wie bei ARCHIVED DREAMS habe ich in all diesen Jahren noch nie bei einem Event gesehen. Weder in Deutschland, noch im europäischen Ausland noch auf der SEMA Show in den USA. Punkt. Ob einem das nun 85 Euro zuzüglich Gebühren für extra berechnete Besuch-Zeitslots in den Vormittag- oder Abendstunden wert ist, das muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Besuchermangel herrschte beim ULTRACE GERMANY: ARCHIVED DREAMS jedenfalls nicht.

Ob also auch im kommenden Jahr wieder ein ULTRACE in Deutschland stattfindet. Offiziell gibt es dazu noch keine Informationen, wir hoffen es aber sehr. Unmittelbar allerdings steht zuvor noch das „originale“ ULTRACE vor der Tür, welches unter dem Namen „ETERNAL CULTURE“ am letzten Juni-Wochenende im polnischen Gdansk (Danzig) stattfinden wird.

Alle weiteren Informationen zu beiden ULTRACE-Ausgaben gibt es auf www.ultraceofficial.com

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