McLaren McL 6GT: Back basics!
Der bei der Monterey Car Week enthüllte McL 6GT ist die Erfüllung eines Traums aus den 60ern. Im Sportwagen-Bereich ist aktuell ein bemerkenswerter Trend zu erkennen: Die Hersteller besinnen sich zunehmend auf den puristischen Fahrspaß mit einem manuellen Getriebe. Klar, so schnell wie mit einem modernen Automatik- oder gar Doppelkupplungsgetriebe ist der Gang per Hand nicht gewechselt. Doch dies nehmen viele Piloten für ein ursprünglicheres Fahrerlebnis gerne in Kauf. So werden momentan nahezu inflationär immer mehr Topsportler mit Handschaltung angekündigt. Auch McLaren reiht sich hier nun ein. Im Rahmen der Monterey Car Week zeigten die Briten den McL 6GT, das erste handgeschaltete Modell seit dem 1992er F1. Und der Mittelmotor-Sportler geht in Sachen unmittelbarer, analoger und konsequent mechanischer Verbindung zwischen Fahrer und Auto weiter, als nur zum manuellen Getriebe zurückzukehren. Ferner tragen ergänzende Aspekte wie die hydraulische Lenkung dazu bei.
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Von Rennwagen der 60er inspiriert
Ohnehin schlägt der McL 6GT eine Brücke zu McLarens traditionsreicher Vergangenheit, denn er ist die Verwirklichung eines Traums von Bruce McLaren. Schon Ende der 60er-Jahre verfolgte der Gründer des Rennteams respektive Unternehmens die Vision eines eigenen Supersportlers für die Straße. Vom M6GT auf Basis des M6A Can-Am-Rennwagens entstanden damals mehrere Prototypen. Infolge des tragischen Todes McLarens bei Testfahrten im Jahr 1970 wurde das Projekt aber nie vollendet, der Wagen ging nicht in Serie. Als Hommage an den M6GT weicht der flache und breite McL 6GT optisch stark von allem ab, was wir seit Einführung des MP4-12C im Jahr 2011 von dem britischen Hersteller gewohnt sind. Es beginnt bei der rundlichen Frontpartie mit zentralen Luftein- und -auslässen sowie senkrechten Scheinwerfern. Die Fahrgastzelle ist fließend in die Karosserie integriert. Ihre Dachlinie läuft sanft über die Motorhaube ins Kammheck mit eingearbeitetem Spoiler und harter Abrisskante aus. Zur Gewichtsersparnis sind Karosserie und Monocoque aus Carbon gefertigt. Dies ist teils klar ersichtlich, denn während der Wagen überwiegend in einem von Bruce McLarens originalem M6GT inspirierten Rot ausgeführt ist, sind einige Komponenten wie der Diffusor oder der Schwellerbereich lediglich in Klarlack gehüllt. Die dunkel gefinishten Zentralverschluss-Felgen mit polierten Fronten sind mit Pirelli P Zero R-Reifen bezogen, die reichlich Grip versprechen. Als weitere Reminiszenz an den aus Neuseeland stammenden Bruce McLaren trägt der Mittelmotor-Sportler Darstellungen des „Speedy Kiwi“-Logos, welches einst das erste McLaren-Markenzeichen war.

Klassisches Bedienerlebnis
Beim Blick ins Cockpit ist der „Speedy Kiwi“ ebenfalls zu entdecken. Highlight ist dabei das dreidimensionale Abbild, welches in den Knauf des mit offener Kulisse regelrecht künstlerisch gestalteten Schalthebel eingearbeitet ist. Wenngleich der McL 6GT ein digitales Armaturendisplay bietet, legt McLaren auch im Innenraum Wert auf ein puristisch reduziertes und mechanisches Erlebnis. So sollen diverse hochwertige Aluminium-Regler und -Schalter eine klassische Bedienung garantieren. Weitere Details sind die schwarze Leder-Alcantara-Ausstattung mit Kassettensteppung, ein unten abgeflachtes Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung und diverse Carbon-Elemente. Viele detaillierte Angaben, beispielsweise zur technischen Ausrüstung, bleibt McLaren noch schuldig. Kein Wunder, bisher ist das Coupé noch ein Concept Car, aus dem jedoch 2028 ein exklusives Supersportwagen-Serienmodell werden soll. Für Vortrieb wird ein V8 sorgen, dessen Kraft über das besagte Schaltgetriebe und die Hinterachse auf die Straße gebracht wird. Auch zu Stückzahl und Kosten ist noch nichts offiziell bestätigt, gerüchteweise ist jedoch von etwa 500 Exemplaren und einem Preis von mindestens einer Million Dollar die Rede.
Weitere Infos findet Ihr auch unter: www.mclaren.com/cars
Motor: V8-Ottomotor
Kraftübertragung: manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb
Rad/Reifen: Zentralverschluss-Leichtmetallfelgen mit Bicolor-Finish und Pirelli P Zero R-Bereifung
Bremsen: gelochte Scheiben mit VA Sechs-Kolben-Sätteln und HA Vier-Kolben-Sätteln
Karosserie: komplett aus Carbon gefertigt (inkl. Monocoque), inspiriert von 1960er-Jahre-Rennwagen (flach und breit), rundliche Frontpartie mit zentralem Lufteinlass und vertikalen Scheinwerfern, Fronthaube mit Luftauslässen, farblich in Sichtcarbon abgesetzte Schwellerbereiche mit Lufteinlass vor Hinterachse, „Speedy Kiwi“-Emblem auf den B-Säulen, Tankdeckel mit „Speedy Kiwi“-Logo, ins Heck integrierter Spoiler, flache ringförmige Rückleuchten, Diffusor mit integrierten vertikalen Abgasendrohren, Lackierung in Rot
Innenraum: schwarze Leder-Alcantara-Ausstattung mit Kassettensteppung, Carbon-Leder-Sportlenkrad mit orangefarbener 12-Uhr-Markierung, Aluminium-Bedienelemente, klassisches „Speedy Kiwi“-Emblem am Schalthebel und an weiteren Stellen, diverse Carbon-Zierelemente
Multimedia: digitales Kombiinstrument
