Big Red: Old Chevys never die!

Chevrolet C10 Cheyenne Stepside

Chevrolet C10 Cheyenne Stepside

Old Chevys never die.“ Dieses gerne zitierte Motto hat sich auch Udo Schweikert aus dem zwischen Frankfurt und Darmstadt in Hessen gelegenen Mörfelden-Walldorf auf die Fahne geschrieben. 2027 feiert er bereits das 40-jährige Jubiläum mit seinem hier gezeigten C10 Cheyenne Stepside-Truck mit Spitznamen Big Red. „Über die Zeit haben wir miteinander gelebt und gelitten – und ich hoffe, noch 20 weitere gemeinsame Jahre drauf setzen zu können“, verrät er.

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Gekauft schon 1987

Nach Deutschland kam der Pick-up dementsprechend schon bald nach seiner im Juli 1981 erfolgten Fertigung im kanadischen GM-Werk Oshawa. Zunächst an einen Farmer aus der Nähe von Houston ausgeliefert, brachte ihn ein Militärangehöriger 1987 mit über den großen Teich. Schon im selben Jahr verließ er Deutschland wieder, ohne jedoch den C10 wieder mitzunehmen. Stattdessen ging der Wagen in Udos Besitz über. Damals rollte der Truck technisch wie optisch noch deutlich anders an als heutzutage. Nachdem die bürokratischen und technischen Hürden für die Zulassung überwunden waren, genoss Udo die Neuerwerbung zunächst quasi unverändert bei einigen Ausfahrten, unter anderem zum legendären Werner-Rennen 1988 in Hartenholm.

Chevrolet C10 Cheyenne Stepside

Kraftvolle 350-cui-Crate Engine

Noch im selben Jahr starteten aber erste Umbauten. Statt des werkseitigen manuellen Viergang-Getriebes kam zunächst eine TH350-Dreistufen-Automatik an Bord. Der originale 5,0-Liter-V8 hat ebenfalls ausgedient. Nach Erprobungen mit verschiedenen stärkeren Motoren, fiel die Wahl letztlich auf eine 5,7 Liter große Chevrolet-Small-Block-Crate Engine. Sie kam 1998 unter die Haube und erhielt Upgrades wie eine Ansaugspinne und eine Performance-Nockenwelle von Edelbrock, einen Holley-Vergaser, S/R Torquer-Zylinderköpfe sowie Speed Pro-Flat-Top-Kolben. So generiert der Achtzylinder wuchtige 310 PS und 400 Nm Drehmoment. Für eine dieser Power angemessenere Verzögerung garantieren die etwas größeren und damit leistungsfähigeren Bremsanlagen eines C20-Trucks. Die Abgase entweichen durch eine 2,5-Zoll-Doppelrohranlage mit Flowmaster-Endschalldämpfern. Und auch optisch ist der V8 ein Highlight: „Ein guter Freund arbeitete damals beim Verchromer im Nachbarort. So wurden schrittweise immer mehr der originalen Bauteile im Motorraum verchromt – alles was zu demontieren war“, erzählt Udo.

Chevrolet C10 Cheyenne Stepside

Neue Räder und satte Tiefe

Apropos verchromt: Am Exterieur weisen ebenfalls zahlreiche Anbauteile ein silbrig glänzendes Finish auf, von den Stoßstangen über den Kühlergrill und die Außenspiegel bis hin zu den Türgriffen und weiteren Details. Die mit 275/60er Reifen besohlten 10×15-zölligen Chrome Rallye-Felgen passen dabei selbstverständlich bestens ins Bild. Sie waren 1988 eine von Udos ersten Modifikationen an dem Pick-up. Die ursprünglich rote Karosserie mit weißem Dach erhielt 1990 eine frische Lackierung in Candy Apple Red mit kunstvoll geairbrushten „Chevrolet“- und „Big Red“-Schriftzügen am Heck sowie ergänzenden Pinstripe-Verzierungen. Gleichfalls neu ist die schwarze Abdeckung der Ladefläche, während ihr Holzboden aufbereitet wurde. Dass der C10 ausgesprochen satt auf der Straße steht, liegt an den Fahrwerks-Modifikationen. Die Tieferlegung von zwei bis drei Zoll ist vorne kürzeren Federn mit Koni-Dämpfern und hinten modifizierten Blattfedern und Hi-Jackern zu verdanken.

Stilvoll veredeltes Cockpit

Da es sich bei Udos C10 um ein Cheyenne-Exemplar – 1981 die höchste Ausstattungslinie – handelt, war der Innenraum bereits ab Werk gut ausgestattet. Der Chevy rollte mit verkleidetem Dachhimmel samt -säulen, Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern aus dem Werk. Ebenfalls verbaut ist die damals optional angebotene Dreier-Sitzbank. Deren mittlere Rückenlehne lässt sich umklappen und gibt dabei eine hölzerne Ablagefläche samt Cupholdern frei. Apropos: Während die Sitze selbst in braunen Stoff gehüllt sind, ließ Udo das Armaturenbrett und die Türverkleidungen mit Leder beziehen und veredelte sie noch dazu mit metallenen Russel-Vertäfelungen. Die Schalt- und Blinkerhebel sowie die Pedalerie, jeweils von Billet Specialties, ergänzen das Bild sehr gut. Abrundende Custom-Akzente sind der Rückspiegel in Form des Chevrolet-Bowties, drei Zusatzanzeigen für den Lambda-Wert und die Getriebe- respektive Motoröl-Temperaturen sowie ein Drei-Speichen-Lenkrad mit Holzkranz. Letzteres hatte der C10 bereits an Bord, als Udo ihn 1987 übernahm.

Zwischenzeitlich war der Pick-up auf Udos Prioritätenliste übrigens angesichts anderer Projekte und der Familienplanung etwas nach unten gerutscht. Mittlerweile im Ruhestand angekommen, hat der Hesse nun wieder mehr Zeit für sein Schätzchen. So hat er es kürzlich beispielsweise auf eine TH700R4-Vierstufen-Automatik mit Overdrive umgerüstet – für niedrigere Drehzahlen bei höheren Geschwindigkeiten auf Langstrecken sowie dadurch auch einen etwas gemäßigteren Verbrauch.

Specs

Chevrolet C10 Cheyenne Stepside

Baujahr: 1981

Karosserie: im guten Originalzustand erhalten, verschiedene Anbauteile verchromt, Holz-Ladeflächenboden aufbereitet, Ladeflächen-Abdeckung erneuert, Lackierung in Candy Apple Rot, Airbrush- und Pinstripe-Verzierungen

Motor: 5,7-Liter-/350-cui-Small-Block-V8-Crate Engine (eingebaut 1998), Edelbrock-Ansaugspinne, Holley-600-cfm-Vergaser, S/R Torquer-Zylinderköpfe mit großen Ventilen, Edelbrock-Performer-Nockenwelle, Speed Pro-Flat-Top-Kolben (10:1), diverse Bauteile verchromt, 2,5-Zoll-Doppelrohr-Abgasanlage mit Flowmaster 40 Series Delta Flow-Endschalldämpfern, 310 PS / 400 Nm

Kraftübertragung: Vierstufen-Automatikgetriebe (GM TH700R4)

Fahrwerk: Tieferlegung um ca. 2-3 Zoll, VA kürzere Federn und Koni-Dämpfer, HA modifizierte Blattfedern und Hi-Jackers

Rad/Reifen: Chrome Rallye-Stahlfelgen von Vintage Wheels in 10×15 Zoll, Police Caps, Bereifung in 275/60R15

Bremsen: Serien-Bremsanlagen vom Chevrolet C20 nachgerüstet (vorne Scheiben, hinten Trommeln)

Innenraum: komplett aufbereitet, braune Stoffbezüge, Türtafeln und Armaturenbrett neu mit Leder bezogen, Drei-Speichen-Custom-Lenkrad mit Holzkranz, Billet Specialties-Schalt- und Blinkerhebel an Lenksäule, Russel-Armaturenbrett- und Türvertäfelungen, werkseitig optionale Dreier-Sitzbank mit umklappbarer mittlerer Rückenlehne samt Holztisch sowie Cupholdern, Rückspiegel im Chevy Bowtie-Look, Zusatzanzeigen an der A-Säule (Getriebe- und Motoröl-Temperatur, Lambda-Wert), Billet Specialties-Pedalerie, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, verkleideter Dachhimmel inkl. Säulen