The Black Death

Ford Mustang Fastback Südafrika

Ford Mustang Fastback Südafrika

Die Ford Mustangs – egal welcher Baureihe und welchen Baujahrs, die wir euch bis dato im Cars & Stripes-Magazin präsentiert haben, kamen quasi ausschließlich entweder vom europäischen Kontinent oder aus den USA. Wobei, je schneller und extremer das Ergebnis auftrat, die Wahrscheinlichkeit umso höher war, dass es seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten hat. Wahnsinnig schnell und extrem ist auch das auf diesen Seiten gezeigte 1968er Mustang Fastback, doch anders als zu erwarten, stammt es diesmal nicht aus Nordamerika. Ebensowenig aus Europa, vielmehr hat es seinen Ursprung in einem Kontinent, den wohl so spontan niemand mit einem solchen Muscle-Car-Tuning par excellence assoziieren würde.

Zuhause ist das Coupé nämlich in Kapstadt, der zweitgrößten Stadt Südafrikas. Besitzer des Fords, der optisch bitterböse und düster Auftritt und somit sicherlich nicht zufällig den Spitznamen „The Black Death“ trägt, ist Laurent Decalion. Zum Aufbau des Mustangs entschied dieser sich gemeinsam mit Chad Wentzel, seines Zeichens Besitzer der in Johannesburg beheimateten Tuningschmiede Sportech. Als ehemaliger Rennfahrer war Chad bei der Umsetzung insbesondere darauf bedacht, dem Wagen eine hervorragende Fahrdynamik und Power im Überfluss zu ermöglichen.

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V8-Triebwerk aus den US

Als erste Indizien dafür, dass dies eindrucksvoll gelungen ist, können wohl die reinen Leistungsdaten gewertet werden: Beeindruckende 800 PS treiben den Mustang bei Bedarf ausgesprochen kraftvoll voran, das maximale Drehmoment beträgt schier unglaubliche 1.000 Nm. Das etwa 6,7 Liter große Triebwerk, das diese Fabelwerte generiert, stammt dann doch aus dem Mutterland des Muscle Cars. Der V8 entstand bei Proformance Unlimited. Die Spezialisten aus Melbourne – ja, tatsächlich, gemeint ist hier aber nicht die australische Millionenmetropole, sondern die gleichnamige Stadt in Florida – bauten das Aggregat von Grund auf und verschifften es anschließend nach Südafrika, wo es eigentlich nur noch in den Motorraum eingebaut werden sollte. Chad und Laurent merkten jedoch schnell, dass das Unterfangen so einfach doch nicht sein würde. Es zeigte sich, dass es nach der Installation unmöglich war, die Motorhaube zu schließen. Ursache war der zu hoch bauende, obenliegende Procharger-Kompressor, der den Motor kräftig unter Druck setzt und somit sicherlich hauptsächlich verantwortlich für die beachtliche Leistung ist. Zur Lösung des Problems wurde das Triebwerk tiefer eingebaut, was weitreichende Anpassungen nach sich zog, etwa eine entsprechende Verlegung der Ölwanne. Kombiniert ist der über Direkteinspritzung verfügende V8 unter anderem mit einem MRP Motorsport-Kühler, einer Benzinpumpe sowie einem -druckregler von Aeromotive und einem neuen Motorsteuergerät. Abgestimmt wurde der Mustang vor Ort in Südafrika für die dortigen Bedingungen, etwa die teilweise hohen Lagen.

Fahrwerk und Bremsen komplett neu

Ebenfalls modernisiert und damit an die Anforderungen des neuen Kraftwerks angepasst, sind die übrigen technischen Komponenten: An den Achsen sorgt eine Wilwood-Scheibenbremsanlage mit Sechs-Kolben-Sätteln und Stahlflex-Leitungen sowie Hauptbremszylinder selbigen Herstellers samt Bremskraftverstärker für hervorragende Verzögerungswerte. Das Fahrwerk stammt von Heidts und umfasst voll einstellbare Gewindefederbeine sowie Sbalilisatoren und PU-Buchsen. Hinzu kommen Custom-Querlenker und -Achsschenkel sowie eine 9-Zoll-Differential. Das verbaute Tremec-5-Gang-Getriebe ist mit einer Hochleistungs-Kupplung kombiniert, die dem bulligen Drehmoment problemlos standhält.

Schwarz in schwarz

Wie bereits angedeutet, macht der Mustang optisch auf Anhieb klar, dass mit ihm nicht zu spaßen ist: Die gesamte Karosserie ist in Schwarz lackiert – inklusive aller ursprünglich chromsilbernen Teile. Über die Fahrzeugmitte zieht sich vom Bug zum Heck ein breiter Zierstreifen gleicher Farbe, jedoch mit mattem Finish, der von zwei dünnen, roten Akzentlinien flankiert wird. Eine solche findet sich ebenso auf den Hörnern der nach Laurents Vorstellungen speziell für den Mustang angefertigten Y-Speichen-Felgen, die im Übrigen ebenfalls in mattem Schwarz ausgeführt sind. Bezogen sind die 18-Zöller mit Michelin Pilot Super Sport-Reifen in 255/40 ZR18 sowie 285/35 ZR18. Vor dem Neuaufbau des Mustangs zum aktuellen Zustand, wurde der Wagen jedoch zunächst komplett bis auf die Rohkarosse gestrippt. Sie wies zahlreiche Mängel auf, die beispielsweise durch das Einschweißen neuer Bleche behoben werden mussten.

Feines Leder-Alcantara-Interieur

Dementsprechend ebenfalls komplett neu eingerichtet ist der Innenraum. Fahrer und Co-Pilot nehmen in Recaro-Sportsitzen Platz, die mit einer Kombination aus Leder und Alcantara samt rotet Ziernähte bezogen sind. Perfekt daran angepasst sind auch die Rückbank, die Türverkleidungen sowie die Custom-Mittelkonsole mit mehreren Zusatzanzeigen und das Armaturenbrett. Letzteres ist mit Velocity-Instrumenten bestückt. Davor wartet ein wunderschön klassisches Dreispeichen-Lenkrad mit Holzkranz auf Lenkbefehle – die Suche danach nahm beinahe vier Monate in Anspruch! Für zusätzliche Sicherheit sorgt letztlich ein Überrollbügel, der selbst im Unglücksfall dabei helfen soll, dass „The Black Death“ für die Insassen nicht mehr wird als der Spitzname des Mustangs

Technical Facts

Ford Mustang Fastback

Baujahr: 1968

Motor: 6,7-Liter-V8-Ottomotor (408 cui) von Proformance Unlimited mit Procharger-Kompressor, Direkteinspritzung, MRP Motorsport-Kühler, Öl- und Getriebekühlung neu, zwei Zündungen (einmal MSD, einmal Mallory), Aeromotive-Benzinpumpe und -druckregler, neues Motorsteuergerät, Custom-Boost Pipes und -Abgasanlage, 800 PS / 1.000 Nm

Kraftübertragung: Tremec-5-Gang-Getriebe, Hochleistungs-Kupplung

Fahrwerk: Heidts-Fahrwerk mit voll einstellbaren Gewindefederbeinen, Stabilisatoren, Polyurethan-Buchsen, Custom-Querlenker und -Achsschenkel, 9-Zoll-Sperrdifferential

Rad/Reifen: Custom-Felgen in 18 Zoll mit Michelin Pilot Super Sports-Bereifung in 255/40 ZR18 und 285/35 ZR18, mattschwarzes Finish mit roter Akzentlinie am Felgenhorn

Bremsen: Wilwood-Bremsanlage mit Sechs-Kolben-Sätteln, besonders weichen Bremsbelägen und Stahlflex-Leitungen, Wilwood-Hauptbremszylinder mit elektronischem Bremskraftverstärker

Karosserie: komplett neu instand gesetzt und aufgebaut, HID-Scheinwerfer, komplette Lackierung in Schwarz inklusive aller Chromteile, mattschwarze und rote Zierstreifen

Innenraum: neues Armaturenbrett inkl. weißer Velocity-Armaturen, Custom-Mittelkonsole mit Schaltern und Zusatzanzeigen, American Powertrain-Schalthebel, Dreispeichen-Lenkrad mit Holzkranz, Recaro-Sportsitze mit Leder-Alcantara-Bezug, Rückbank sowie Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türverkleidungen entsprechend angepasst, Custom-Überrollbügel

Sonstiges: Klimaanlage