INVADR im V8-Revier: 1.263 PS und 1.356 Nm
1.263 PS und 1.356 Nm. Diese exorbitanten Leistungsdaten müssen doch zu einem Motor mit (mindestens) acht Zylindern gehören. Und fünf, sechs, sieben oder gar mehr Liter Hubraum werden es wohl schon sein, oder? Umso mehr, wenn sie in einem ausgewiesenen US-Car-Magazin zu lesen sind! Alles zweifellos naheliegende Gedankengänge. Nichtsdestotrotz sind sie mit Blick auf das hier gezeigte Fahrzeug ein Irrweg. Denn die Ringbrothers verbauten in ihrem auf der SEMA Show vorgestellten Buick Grand National mit Spitznamen INVADR einen 3,8-Liter-V6!
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Ganz so abwegig, wie sie im ersten Moment wirken mag, ist diese Wahl der renommierten Spezialisten aus Wisconsin dann übrigens doch nicht. Ganz im Gegenteil. Denn die Grand National-Sportcoupés der 80er Jahre und ihre Derivate wie Regal T-Type und GNX waren damals auch serienmäßig allesamt eben nicht mit acht Zylindern unterwegs, sondern mit – teils freisaugenden, aber oftmals turbogeladenen – Sechszylindern. So folgte das Team um die Brüder Jim und Mike Ring also eigentlich nur der werkseitigen Konzeption des Fahrzeugs.
Doppelt hält besser
Mit seinen vierstelligen Leistungswerten ist der INVADR in dieser Hinsicht natürlich meilenweit entfernt von den damals eingesetzten Triebwerken. Sie befanden sich im Bereich von anfangs etwa 120 bis später 250 PS beziehungsweise bewegten sich 1987 mit dem Topmodell GNX in Richtung 300 PS. Das der von den Ringbrothers genutzte Motor um ein Vielfaches stärker antritt, ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass es über eine Aufladung mit zwei statt einem (oder gar keinem) Turbo verfügt. Noch dazu wählte das für den Aufbau des 3,8-Liter-V6 verantwortliche Unternehmen Duttweiler Performance natürlich extrem große und leistungsfähige Lader, nämlich 62 Millimeter durchmessende Precision GEN2. Sie werden über Custom-Kühler mit reichlich wohltemperierter Ladeluft versorgt. Weitere Merkmale des Aggregats sind der Block und geportete Zylinderköpfe aus Aluminium, ein Custom-Ansaugkrümmer, die Bryant-Kurbelwelle und der DeWitts-Custom-Kühler. Die Dominator EFI-Motorsteuerung stammt von Holley. Kraftstoff wird mittels Walbro-Pumpen aus einer Radium-Tankzelle mit Ausgleichsbehälter befördert und die Überreste der Verbrennung entweichen durch eine Custom-Abgasanlage. Diese schließt sich über ebenfalls sonderangefertigte Krümmer mit Thermoisolierung an.
Kraftvolle Bremsanlagen
Beschleunigungs-Werte oder eine Höchstgeschwindigkeit geben die Ringbrothers zwar nicht an. Mike Ring erklärt aber vielversprechend: „Die Beschleunigung dieses Autos ist absolut brutal. Das könnte gut das schnellste Auto sein, das wir bisher je gebaut haben.“ Da empfiehlt es sich, gute Bremsen an Bord zu haben: Der Buick erhielt Brembo-Anlagen von der Corvette C6 ZR1. Diese kombiniert vorne Sechs- und hinten Vier-Kolben-Sättel mit 394 respektive 380 Millimeter durchmessenden Carbon-Keramik-Scheiben. Die Kraftübertragung auf die Straße erfolgt mittels eines Bowler Tremec T-56 Magnum-Sechsgang-Handschaltgetriebes, an welches sich eine Kardanwelle aus Carbon anschließt. Auch das Chassis ist komplett neu, es stammt vom Roadster Shop und umfasst unter anderem eine verschmälerte 9-Zoll-Ford-Hinterachse. Das Fahrwerk zeichnet sich rundum durch Vierlenker-Konstruktionen und dreifach einstellbare Penske-Federbeine aus. Vorne sorgt zudem ein Stabilisator für erhöhte Fahrpräzision.
Optisch dezent aufgewertet
Hinsichtlich des äußerlichen Auftritts gibt sich der Grand National für Ringbrothers-Verhältnisse regelrecht zurückhaltend angepasst. Die ab Werk aus Kunststoff produzierten Schürzen an Bug und Heck wurden durch aus Edelstahl mit Aluminium-Schutzleisten neu angefertigte ersetzt. Zudem sind die vorderen Kotflügel modifiziert, damit diese fließender in die neue Front übergehen. Die Schweller reichen für einen cleaneren Look weiter nach unten. Komplett oder weitreichend neu aus Carbon angefertigte Karosserien, wie man sie an früheren Ringbrothers-Kreationen oder solchen ähnlicher Anbieter schon oft gesehen hat, gibt es hier also nicht. Trotzdem fehlt Carbon nicht gänzlich: Details wie der in die originale Motorhaube integrierte Luftauslass, die Spiegel und die Heckspoilerlippe bestehen aus dem beliebten Werkstoff. Last but not least sind die neuen Felgen eine perfekte Abrundung des individuellen Look. Es handelt sich um HRE Wheels 528-Dreiteiler in 10,5×19 und 13×20 Zoll mit 295/35er und 345/30er Michelin-Bereifungen.
Modernisiertes Cockpit
Bei der selbstverständlich abrundend umgesetzten Neueinrichtung des Innenraums konnten die Ringbrothers einmal mehr auf den langjährigen Partner Upholstery Unlimited vertrauen: Steve Pearson bezog die Sitze und Türverkleidungen, das Armaturenbrett sowie die Mittelkonsole neu mit einer Mischung aus Leder und Stoff in Schwarz und hellem Grau. Absoluter Eyecatcher ist das unten abgeflachte Carbon-Lenkrad. Es ist ebenso eine Ringbrothers-Eigenkonstruktion der wie der Schalthebel. Die Armaturen kommen unterdessen von Dakota Digital und der Rückspiegel aus dem Hause Gentex. Impact-Vier-Punkt-Gurte, ein Custom-Überrollkäfig und eine Vintage Air-Klimaanlage runden das Interieur ab.
Weitere Informationen unter:
Specs
Buick Grand National INVADR
Baujahr: 1987
Motor: 3,8-Liter-V6-Ottomotor von Duttweiler Performance mit Biturbo-Aufladung, zwei Precision GEN2-62-mm-Turbolader, Custom-Ladeluftkühler, Aluminium-Block, geportete Aluminium-Zylinderköpfe von Twisted 6 Racing, Custom-Ansaugkrümmer, Bryant Racing-Kurbelwelle, DeWitts-Custom-Hochleistungs-Kühler, Radium Engineering-Tankzelle mit Ausgleichsbehälter und zwei Walbro-525LPH-Kraftstoffpumpen, Holley Dominator EFI-Motorsteuerung, Ringbrothers-Custom-Abgaskrümmer mit HeaderShield-Thermo-Ummantelung, Ringbrothers-Custom-Abgasanlage, 1.263 PS / 1.356 Nm
Kraftübertragung: Bowler Tremec T-56 Magnum-Sechsgang-Handschaltgetriebe, Precision Shaft Technologies-Drag-Race-Kardanwelle aus Carbon, Heckantrieb
Fahrwerk: Fast Track Stage III-Custom-Chassis vom Roadster Shop mit verschmälerter Strange Engineering-Ford-9-Zoll-Hinterachse, Vierlenker-Aufhängung rundum, dreifach einstellbare Penske-Federbeine rundum, 1,25-Zoll-Stabilisator vorne, integrierte stickstoffbetriebene Duco Performance-Wagenhebeanlage
Rad/Reifen: dreiteilige HRE Wheels 528-Leichtmetallfelgen in 10,5×19 und 13×20 Zoll mit Michelin Pilot Sport Cup 2-Bereifungen in 295/35R19 und 345/30R20
Bremsen: Brembo-Carbon-Keramik-Bremsanlagen von der C6 ZR1 mit VA Sechs-Kolben-Sätteln auf 394-mm-Scheiben und HA Vier-Kolben-Sätteln auf 380-mm-Scheiben
Karosserie: Front- und Heckschürze aus Edelstahl neu angefertigt mit Aluminium-Stoßschutzleisten, Custom-Frontspoilerlippe, Carbon-Luftauslass in originale Motorhaube integriert, angepasste Kotflügel vorne, Carbon-Außenspiegel, weitere runtergezogene Schweller, Custom-Carbon-Heckspoilerlippe, Lackierung in BASF-Farbe „Dark Vader Gray“
Innenraum: Custom-Interieur von Upholstery Unlimited (Sitze, Türverkleidungen, Armaturenbrett, Mittelkonsole gesattelt), Ringbrothers-Carbon-Lenkrad (Prototyp), Dakota Digital-Custom-Armaturen, Sportsitze, Impact-4-Punkt-Gurte, Gentex FDM-Rückspiegel, Ringbrothers-Schalthebel, Custom-Überrollkäfig, Vintage Air Gen IV Magnum-Klimaanlagen-Kit, neu gestaltete Bodenwannen
Multimedia: Alpine-Headunit mit Bluetooth