Elfenbein-Outlaw
Neben dem 911 ist bis heute dessen Vorgänger 356 einer der bekannteste, beliebtesten Porsche-Klassiker und somit heutzutage ein gefragter Oldie. Schon im guten Serienzustand erzielen sie je nach Modell und Ausstattung problemlos mittlere sechsstellige bis hin sogar zu siebenstelligen Werte. Selbiges gilt umso mehr für nachträglich modifizierte Fahrzeuge. Absolut renommierte Spezialisten auf diesem Gebiet ist das Team von Emory Motorsports.
Versteigert für 747.500 Dollar
Die Umbauten der Firma aus Oregon sind extrem gefragt. Dementsprechend lang sehen die Wartelisten. Drei Jahre müssen Kunden ab Bestellung aktuell bis zur Auslieferung eines Outlaws warten! Doch zum Glück gibt es Alternativen – zumindest, wenn man bereit ist, ein Auto zu nehmen, das nicht gerade brandneu aus der Emory-Werkstatt gerollt ist. Das auf diesen Seiten gezeigte elfenbeinweiße Exemplar bot eine solche Chance.
Es wechselte in Phoenix im Rahmen einer Versteigerung durch das weltweit renommierte Auktionshaus RM Sotheby’s den Besitzer. Das Coupé ging für 747.500 Dollar an einen neuen Eigner. Dafür erhielt dieser einen wirklich außergewöhnlichen Klassiker, in den die ganze Erfahrung von Unternehmensinhaber Rod Emory einfloss.
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Erstklassiger Zustand
Weit weg vom Neuzustand ist der Outlaw nicht: Seit dem Aufbau bei Emory Motorsports hat er kaum mehr als 1.500 Kilometer zurückgelegt. Ursprünglicher Start seines Lebens war das Jahr 1957. In diesem verließ er als 356 A T1 Reutter Coupé die Werkshallen in Zuffenhausen. Die damals sicherlich montierten Stoßstangen wurden ersatzlos gestrichen, was einen entscheidenden Beitrag zum typischen Outlaw-Styling beiträgt.
Weitere Neuerungen die dieses Erscheinungsbild unterstreichen sind die Vergitterungen der Scheinwerfer, der durch die Fronthaube ragende Einfüllstutzen des darunterliegenden Tanks, der GT-Style-Außenspiegel und der Heckdeckel mit 180-Grad Scharnieren und einem Edelstahl-vergitterten Luftauslass samt „356 Outlaws“-Plakette. An den Achsen sitzen schwarze Emory Outlaw-Leichtmetallräder im Stahlfelgen-Design. Sie messen 16 Zoll und sind mit 205/55er Reifen besohlt.
Technisch weitreichend aufgewertet
Dass der Porsche für einen 356 recht dynamisch-tief auf dem Asphalt steht, dem komplett optimierten Fahrwerk zu verdanken. Es zeichnet sich durch verstellbare Koni-Dämpfer, Stabilisatoren vorne wie hinten sowie Einzelradaufhängung an der Hinterachse aus. Ebenfalls neu ist der Motor: Es ist ein 2,6-Liter-„Outlaw 4“-Boxermotor, den Emory zusammen mit Rothsport fertigt. Er zeichnet sich unter anderem durch eine elektronische Benzineinspritzung, ein Full-Flow-Ölsystem, eine Doppelzündanlage mit Motec-Steuerung und Nockenwellen-Sensor aus. Der Gebläsekasten besteht aus bersteinfarbenem GFK und über Custom-Edelstahl-Krümmer schließt sich eine Custom-Sebring-Style-4-in-1-Abgasanlage an.
Unter dem Strich stehen so etwa 263 PS. Diese treffen auf nur etwa 900 Kilogramm Fahrzeugmasse. Das resultierende Leistungsgewicht beträgt nur 3,4 kg/PS. So geht das Coupé druckvoll voran. Da empfahl sich zweifellos ein ergänzendes Upgrade der Bremsanlage: Emory Motorsports installierte rundum Scheibenbremsen.
Grünes Interieur mit modernen Details
Der Innenraum bietet Speedster-Style-Schalensitze. Sie sind ebenso wie die Türverkleidungen und der obere Teil des Armaturenbretts mit grünem Leder bezogen. Farblich dazu passend ist auch der Webteppich.Er bedeckt die Schweller, die Fußräume und den Fondbereich. Aus letzterem wurde die Rückbank entfernt und stattdessen finden sich hier ein Überrollbügel und Kofferhalteriemen. Abrundende Akzente setzen das Mota Lita-Holzlenkrad und der Custom-Knauf des Handschaltgetriebes mit eingraviertem Adler. Last but not least gibt es moderne Komfort-Annehmlichkeiten wie eine elektrische Klimaanlage und ein Bluetooth-Modul.
Weitere Informationen zu Emory unter:
Fotos: Nathan Leach-Proffer / Courtesy of RM Sotheby’s
Technical Facts
Porsche 356 A
Baujahr: 1957
Karosserie: Stoßstangen entfernt, vergitterte Scheinwerfer, Fronthaubengriff entfernt, durch Fronthaube ragender Competition-Tankeinfüllstutzen, GT-Style-Außenspiegel, handgezeichnetes Mobile Oil Pegasus-Logo auf beiden Kotflügeln, neuer Heckdeckel mit Edelstahl-vergittertem Luftauslass und 180-Grad-Scharnieren, Lackierung in Elfenbein (Porsche 5704)
Motor: 2,6-Liter-Emory-Rothsport-„Outlaw 4“-Boxermotor, elektronische Benzineinspritzung, Full-Flow-Ölsystem, Doppelzündanlage mit Motec-Steuerung und Nockenwellen-Sensor, Gebläsekasten aus bersteinfarbenem GFK, Custom-Edelstahl-Krümmer mit Heizkästen, Custom-Sebring-Style-4-in-1-Abgasanlage, Radium Engineering-Tankzelle unter der Fronthaube, ca. 263 PS
Getriebe: Handschaltgetriebe
Fahrwerk: verstellbare Koni-Dämpfer, Stabilisatoren vorne/hinten, HA Einzelradaufhängung im Stile des 901 mit verschmälerten Custom-Längslenkern
Rad/Reifen: Emory Outlaw-Leichtmetallfelgen in 16 Zoll, Pulverbeschichtung in Satinschwarz, Dunlop-Bereifung in 205/55R16
Bremsen: Scheibenbremsen rundum
Innenraum: Lederausstattung in Green Vine, dreispeichiges Mota Lita-Holzlenkrad, Speedster-Style-Sitze, Custom-Holzknauf mit eingraviertem Adler, hellgrüne Webteppiche, Rücksitzbank entfernt, Fond mit Teppich und Koffer-Halteriemen versehen, Überrollbügel, elektrische Klimaanlage
Multimedia: Stealth-Bluetooth-Modul