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Classic VW Golf 1

Der VW Golf startete 1974 als Nachfolger des legendären und extrem erfolgreichen VW Käfers und entwickelte sich schnell selbst zu einem der bestverkauften Fahrzeuge weltweit – woran sich bis heute nichts geändert hat. Vor allem bei den jungen, „wilden“ Auto-Enthusiasten hatte die sportliche GTI-Ausführung einen entscheidenden Anteil daran. Ihre erste Auflage war ab 1976 der stärkste und schnellste Golf: Zwar sind 110 PS nach heutigen Maßstäben wenig beeindruckend, sie standen jedoch einem Gewicht von nur gut 800 kg gegenüber, sodass der GTI Tempo 100 in unter zehn Sekunden und maximal über 180 km/h erreichte.

Damit war er einer der Mitbegründer der gerne als „Hot Hatch“ bezeichneten, Kompaktsportler und weiß bis heute zahlreiche Fans zu begeistern. Zu diesen gehört etwa Patrick Braun aus Hördt. Der 33-Jährige kaufte sich einen 1er Golf aus dem Baujahr 1983 und baute ihn zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2016 auf das Original-Design der ersten GTIs aus dem Jahr 1976 um.

Schwarze 16-Zöller

Dies ist durchaus wörtlich zu nehmen, auf darüber hinausgehende Modifikationen hat Patrick weitgehend verzichtet – sie wären jedoch auch nur in sehr begrenztem Maße möglich gewesen, schließlich ist der Rheinland-Pfälzer mit H-Kennzeichen unterwegs. Somit sind ausschließlich zeitgenössische Tuning-Maßnahmen möglich, etwa die verbauten Frontscheinwerfer mit Fadenkreuz oder die schwarzen Rückleuchten. Bei letzteren handelt es sich selbstredend um die ursprüngliche, kleine Version. Da Patricks Modell jedoch anfangs bereits über die größeren Leuchten verfügte, musste er zudem ein entsprechendes Heckblech ergänzen. Zudem erhielt der Golf eine komplette Neulackierung in Alpinaweiß. Ferner wurden als weitere Anpassung die Radläufe gezogen. Dadurch schaffte Patrick Platz für die Stuttgart ST5-Felgen, die er im Format 8×16 Zoll ET25 unter den Kotflügeln des sportlichen Dreitürers montierte. Die Falken-Bereifung der schwarzen Räder im filigranen Y-Speichen-Design besitzt dabei die Dimensionen 195/40R16.

KR-Motor mit 180 PS

Ein weiterer Grund für die Bearbeitung der Radläufe stellt wohl die Tatsache dar, dass Patrick ein KW Variante 1-Gewindefahrwerk in seinem GTI verbaute. So läuft er trotz der Tieferlegung nicht Gefahr, dass die Räder in ungewollten Kontakt mit den Radkästen oder -läufen treten. Die größte und bedeutendste Modifikation des Fahrzeugs ist unterdessen unter der Haube im aufgeräumten und ebenfalls fein säuberlich lackierten Motorraum zu finden. Hier arbeitet das 1,8 Liter große KR-16V-Triebwerk aus dem späteren Golf 2 GTI 16V. Dieses fand nicht nur seinen Weg in den 1er Golf, sondern wurde von Patrick auch gleich noch deutlich aufgewertet. So verfügt es über Dbilas-Einzeldrossenklappen, Digifant-Einspritzung und eine 268°-Sportnockenwelle von Schrick. Des Weiteren ist der Zylinderkopf bearbeitet. Dank dieser Optimierungen kommt der Vierzylinder statt ursprünglich 139 nun sogar auf 180 PS. Zur Kraftübertragung steht ein CDA-Fünfgang-Getriebe bereit. Doch nicht nur technisch, sondern gleichsam in optischer Hinsicht präsentiert sich das Aggregat deutlich verfeinert: Diverse Komponenten sind schwarz lackiert, zudem schmeicheln zahlreiche Chromteile dem Auge des Betrachters. Die Entsorgung der Verbrennungsüberreste schließlich geschieht über eine Powersprint-Abgasanlage, die über einen Friedrich-Fächerkrümmer mit dem Motor verbunden ist.

Klassisches Karo-Interieur

Ähnlich wie mit dem Exterieur verhält es sich selbstverständlich im Innenraum. Hier fühlen sich Golf 1 GTI-Fahrer und -Kenner ebenfalls direkt heimisch. Patrick realisierte eine 76er-GTI-Ausstattung erster Güte, selbstverständlich inklusive der charakteristischen Sitzbezüge mit Schottenkaromuster. Dieses findet sich ferner sogar auf dem Sportlenkrad wieder. Die Rücksitzbank hingegen musste aus Gewichtsgründen weichen. Keine Änderungen wiederum gibt es in Sachen Soundanlage, nach wie vor sorgt ein einfaches Grundig-Radio für Beschallung. Doch eigentlich wird diese ohnehin nicht benötigt, sagt Patrick doch, genau wie viele andere Auto-Enthusiasten: „Die Musik spielt im Motorraum“.

Technical Facts

Fahrzeugtyp: VW Golf 1

Baujahr: 1983

Karosserie: Heckblech für kleine Rückleuchten, Motorraum aufgeräumt, komplett auf Optik des 76er-GTI umgebaut, Radläufe gezogen, Neulackierung in Alpinweiß (L90E)

Motor: 1,8-Liter-16V-KR-Reihenvierzylinder, Dbilas-Einzeldrosselklappen, Digifant-Einspritzung, bearbeiteter Zylinderkopf, 268°-Nockenwellen von Schrick, Lackierung in Schwarz, diverse Chromteile, Friedrich Motorsport-Fächerkrümmer, Powersprint-Abgasanlage

Fahrwerk: KW Variante 1-Gewindefahrwerk

Rad/Reifen: Stuttgart ST5-Felgen in 8×16 Zoll ET25 mit Falken-Bereifung in 195/40R16

Innenraum: Original-76er-GTI-Optik mit Schottenkarositzen

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