VW Golf VI Sechser-Eisen

Sechser Eisen – das Original!

Beim Anblick des gezeigten VW Golf 6 scheint es kaum zu glauben, dass sein Besitzer vor seinem Kauf kaum mit Autos oder Tuning zu tun hatte. In den seitdem vergangenen etwa acht Jahren ist Christian Leutner-Happ aus dem oberfränkischen Bad Staffelstein jedoch komplett durchgestartet und mittlerweile tief im Tuning-Bereich verwurzelt. Sein Golf, der den Spitznamen „Sechser Eisen“ trägt, ist in der VW-Szene wohlbekannt, war er doch schon mehrfach auf Messen, sowohl in Friedrichshafen als auch in Essen, vertreten. Zudem rief Christian eine Facebook-Seite ins Leben, auf der er zunächst den Umbau-Fortschritt des Sechser Eisens dokumentierte, die er aber schon bald zu einer erfolgreichen Golf-6-Community weiterentwickelte – so erfolgreich, dass sich der Projektname „Sechser Eisen“ zu einem allgemeinen Synonym für getunte Golf 6 entwickelt hat.

Wir schreiben das Jahr 2009. Die Automobilbranche litt in Folge der seit 2007 ihren Lauf nehmenden Finanzkrise unter deutlich zurückgegangenen Verkaufszahlen. Um dem entgegenzuwirken, führte die Bundesregierung die Umweltprämie für Neuwagenkäufer ein, die ihr altes Auto dafür abwracken ließen. Christian zeigte sich davon begeistert und trennte sich von seinem Audi A4 Avant, um einen kompakteren Ersatz für die Fahrt zur Arbeit zu erwerben. Im Juni bestellte er sich seinen Sechser Golf. In der Folge kaufte er schon vor der Auslieferung einen 19-Zoll-Radsatz von Tomason sowie ein Gewindefahrwerk für sein neue Schätzchen. Damit war schon früh der Startschuss für einen fortwährenden Umbau- und Verfeinerungsprozess gefallen.

Self-made Bodykit & LSD-Doors

Der Fokus lag dabei zweifelsohne stets auf einer Modifikation und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Optik. In den ersten Jahren widmete sich Christian vor allem verschiedenen Karosseriearbeiten, die sein Bruder Michael in dessen Tuningwerkstatt „Cool Cars“ realisierte: So trägt der Golf nach wie vor seine werkseitige Frontschürze, die jedoch eine tiefgreifende Überarbeitung erhielt – die seitlichen Bereiche wurden verschlossen, während der mittlere Lufteinlass modifiziert und mit grobmaschiger Vergitterung versehen ist. Darüber hinaus konnte sie sich ihres Kennzeichenhalters entledigen. Cleanings räumte Christian ohnehin einen großen Stellenwert ein: Demzufolge sind ferner die Motorhaube und der Kühlergrill sowie am Heck die Kofferraumklappe komplett geglättet. Da dies in Bezug auf Letztere auch die Entfernung des VW-Logos und somit des Griffs zur Entrieglung einschloss, erhielt der Golf stattdessen einen automatischen Öffnungsmechanismus. Des Weiteren sorgt ein gecleanter Schürzenansatz für einen ungleich sportlicheren Auftritt des Hecks. Er orientiert sich optisch am Golf R, verfügt folglich über zwei mittige, Carbon-ummantelte Endrohre der verbauten Friedrich Motorsport-Abgasanlage und stammt ebenso aus dem Hause CSR Automotive wie die Spoilerlippe, die die Front nach unten abschließt. Weitere Highlights sind die LSD-Doors, die Christian 2012 – gemeinsam mit einem Kalendershooting und einem Ausstellungsplatz auf der Essen Motor Show – gewann, und die Osram-LED-Frontleuchten. Letztere wurden 2016 auf Anregung des Herstellers verbaut, um in der Folge mit Hilfe von Kalendern, Videos und Co. die neuen Scheinwerfer zu bewerben. Details wie LED-Rückleuchten, mit Warnhinweisen versehene Seitenspiegel vom Dubai- (links) und US-Modell (rechts), R-Seitenschweller und eine Scheibenfolierung runden das Sechser Eisen ab. Apropos Folierung: Last but not least ein echter Eyecatcher ist die auf Basis der schwarzen Lackierung realisierten Designbeklebung, die Christian höchstpersönlich entworfen hat.

Tomason 20-Zöller

In den Radkästen steckt nach wie vor ein Tomason-Radsatz, der mit seiner orangefarbenen Pulverbeschichtung einen farblichen Akzent am im Übrigen überwiegend in Grau-schwarz gehaltenen Golf setzt. Es handelt sich jedoch nicht mehr um die ursprünglich schon vor der Auslieferung gekauften Felgen, sondern um mit schwarzen Lug Nuts befestigte Tomason TN17 in den Dimensionen 8,5×20 Zoll, die mit Hankook-Pneus in 225/30 ZR20 bereift sind. Um die Rundlinge problemlos in ihren Behausungen unterzubringen, mussten an der Vorderachse die Kotflügel um je 2,5 Zentimeter im Blech verbreitert und hinten die Radlaufkanten gebördelt werden. Dies gilt umso mehr, da der Golf nach zwei verschiedenen Gewindefahrwerken mittlerweile „on air“ unterwegs ist. Seit 2016 besitzt der Wolfsburger ein TA Technix-Luftfahrwerk von dessen zwei Tanks einer in einer Nike-Sporttasche im Kofferraum verbaut ist.

Die etwas andere Bonbon-Dose

Wirklich ungewöhnlich und ideenreich ist nicht nur dieser Tank im Gepäckabteil präsentiert, sondern ebenso die Airride-Bedieneinheit im Cockpit: Diese ist in der Mittelkonsole in eine Bonbon-Dose integriert. Das zugehörige Manometer wurde unterdessen formschön in den links vom Lenkrad liegenden Luftausströmer eingepasst. Darüber hinaus werten ein R-Lenkrad, Einstiegsleisten mit „Sechser Eisen“-Schriftzug, flache Kopfstützen und eine per App steuerbare Fußraumbeleuchtung von Osram das Cockpit auf, in dem zudem zahlreiche Kunststoffteile in Wagenfarbe lackiert sind. Und sogar der Multimedia-Einheit verordnete Christian ein Upgrade: Funktionen wie Navigation, eine Freisprecheinrichtung und selbstverständlich das Radio vereint die Pumpkin-Headunit mit großem 8-Zoll-Touchdisplay in sich. Damit ist sie in Verbindung mit der digitalen Endstufe auch für die Ansteuerung der 30-Zentimeter-Subwoofers im Heck des Sechser Eisens zuständig.

Technical Facts

Fahrzeugtyp: VW Golf 6 1.4

Baujahr: 2009

Motor: 1,4-Liter-Reihenvierzylinder-Ottomotor, Kunststoffteile in Wagenfarbe lackiert, Verschlussdeckel vom Audi R8, Edelstahl-Abgasanlage von Friedrich Motorsport mit Echtcarbon-Endrohren

Kraftübertragung: manuelles 5-Gang-Getriebe

Fahrwerk: TA Technix-Luftfahrwerk

Rad/Reifen: in Candyorange gepulverte Tomason TN17-Felgen in 8,5×20 ET45 mit Hankook Ventus S1 Evo-Bereifung in 225/30 ZR20, schwarze Lug Nuts

Karosserie: Motorhaube sowie Frontgrill und Kennzeichenhalter vorne gecleant, Original-Frontschürze komplett modifiziert (Seiten geschlossen, mittleren Lufteinlass neu geformt), Frontlippe von CSR Automotive, Osram LEDriving XENARC-Frontscheinwerfer, Kotflügel vorne um 2,5 cm im Blech verbreitert, LSD-Doors, Rückspiegel an der Fahrerseite vom Dubai-Modell, Rückspiegel an der Beifahrerseite vom US-Modell, R-Seitenschweller, hinterer Radlauf gebördelt, Heckklappe gecleant (samt Scheibenwischer), automatische Kofferraumöffnung, gecleanter Heckansatz von CSR Automotive, LED-Rückleuchten, Scheibenfolierung, selbst gestaltetes Foliendesign

Innenraum: alle Kunststoffteile in Wagenfarbe lackiert, Schalter für die Airride-Einstellung in Bonbon-Dose, Manometer in Luftdüse integriert, Einstiegsleisten mit „Sechser Eisen“-Schriftzug, R-Lenkrad, flache Kopfstützen, Innenraumbeleuchtung auf LED umgerüstet, Fußraumbeleuchtung von Osram (per App steuerbar), Verbandskasten und Warndreieck beledert, Kofferraumausbau mit Hifi- und Airride-Komponenten

Multimedia: 8-Zoll-Touchscreen-Headunit von Pumpkin (mit Radio, Navi, Freisprecheinrichtung etc.), 30-cm-ESX-Subwoofer in 60-l-Kiste mit digitaler Endstufe

Dank an: meine Frau Petra und meine beiden Töchter Sophie und Marie, meinen Bruder Michel und seine Firma Cool Cars in Bamberg. Vielen Dank für die ganzen Sonderschichten!! Steve, Jörg, Vitali und Evangelos. Dominik von Autofocus, Justin und Marc von Tomason, Benne und Sammr von Osram, Tobi und Dirk von Friedrich Motorsport, Michael von Cleandot und die Jungs von Shiny Garage