Audi e-tron-Prototyp

Lautlos durch Genf: Audi e-tron-Prototyp!

…von Simon Mombartz

Ob man es nun für gut und sinnvoll erachtet, oder nicht: Die Elektrifizierung des Automobils schreitet scheinbar unaufhaltsam und immer schneller voran. Rein elektrische Fahrzeuge werden in wachsender Vielfalt und von zunehmend mehr Herstellern angeboten. Auch Audi beschreitet zügigen Schrittes diesen Weg. Während die Ingolstädter bisher nur Plug-in-Hybride anbieten, startet Ende 2018 das erste ausschließlich batteriebetriebene Modell: der Audi e-tron quattro.

Seitdem auf der IAA 2015 in Frankfurt eine Studie den ersten Ausblick gab, hat sich viel getan: Beinahe 250 Erlkönige und Vorserienfahrzeuge absolvierten Testfahrten unter alle erdenklichen Bedingungen, etwa bei Eiseskälte von -20 Grad oder niedriger, aber ebenso bei heißen Temperaturen jenseits der 50 Grad Celsius. Der e-tron quattro legte über fünf Millionen Kilometer auf vier Kontinenten zurück – und die Tests sind noch nicht zu Ende. Dabei versucht Audi diese nicht möglichst unerkannt im Geheimen durchzuführen, sondern eröffnete nun regelrecht eine Prototypen-Jagd, um die Erprobungsfahrten öffentlichkeitswirksam zu Marketingzwecken zu nutzen, bevor das Serienmodell im Laufe der kommenden Monate Weltpremiere feiert.

Auffälliger Prototyp in Genf

Präsentiert und ausgestellt wurde einer dieser Prototyp auch in Genf im Rahmen des dortigen Autosalons. Doch nicht nur auf dem Audi-Stand in der Messehalle enthüllten die Ingolstädter das Fahrzeug: Die mit einem speziellen Tarndesign versehenen SUVs buhlte schon im Vorfeld des Messestart am 5. und 6. März auf den Straßen des Stadtzentrums erfolgreich um Aufmerksamkeit. Und in den nächsten Wochen und Monaten werden sie weiterhin im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sein. Zwar kaschiert die überwiegend weiß-schwarze Folierung mit e-tron-Schriftzügen noch letzte Details der Karosserie, dennoch dürfte das Serienmodell optisch quasi eins-zu-eins den Prototypen entsprechen, die das endgültige Design damit quasi schon vorwegnehmen.

Typisches Audi-Design

Dabei ähnelt das SUV der IAA-Studie, vor allem in der Frontansicht mit dem breiten, aber relativ flachen Singleframe-Grill und den schmalen Scheinwerfern stark. Das Heck hingegen wirkt weniger kantig, übernimmt aber das durchgehende Rückleuchten-Band. In den Radkästen des Prototypen drehen sich schwarze 22-Zöller, die mit Pneus in 285/35ZR22 bezogen sind. Wenn der e-tron quattro auf den Markt kommt soll er nicht nur optisch direkt als Audi zu erkennen sein, sondern zudem die gewohnten inneren Werten hinsichtlich Komfort und Raumangebot bieten. Ferner verspricht Audi eine langstreckentaugliche Reichweite und, dass die Batterien an Schnelllade-Stationen innerhalb von nur 30 Minuten wieder aufladbar seien. Apropos Batterien – auf deren Lage am Fahrzeugboden weist am Prototyp ein optischer Clou hin: Die Seitenschweller, der untere Bereich der Heckschürze und Teile der Frontschürze sind in auffälligem Orangerot mit schwarzen Streifen ausgeführt. Der mindestens 80.000 Euro teure e-tron quattro ist übrigens nur der Startschuss für eine große E-Auto-Offensive: Bis 2020 will Audi zwei weitere rein elektrischen Fahrzeuge ins Programm nehmen, 2025 sogar über 20 Plug-in-Hybride und Elektroautos anbieten.