Mercedes-AMG GT R Safety Car

Mercedes-AMG GT R Safety Car

Am letzten März-Sonntag hatte das quälende Warten für Motorsportfans ein Ende. Fast auf den Tag genau vier Monate nach dem Ende der Saison 2017 startete mit der Formel 1 eine der weltweit bekanntesten und beliebtesten Rennserien in die nächste Runde. Mit dabei im australischen Melbourne, wo seit vielen Jahren traditionell der erste Grand Prix stattfindet, war selbstverständlich auch das neue offizielle Safety Car. Dieses stellen – mittlerweile zum 23. Mal in Folge seit 1996 – die Sportwagen-Spezialisten von AMG. Die Basis bildet 2018 erstmals das im vergangenen Sommer vorgestellte Topmodell des Mercedes-Haustuners, der AMG GT R.

Dieses entwickelten die Affalterbacher zu großen Teilen auf einer der anspruchsvollsten und berüchtigtsten Rennstrecken überhaupt – der Nürburgring-Nordschleife in der Eifel. Damit ist er dem Motorsport näher als jedes Mercedes- respektive AMG-Serienmodell zuvor.

Weitestgehend im Werkszustand

Mit dem aufwändigen Fahrwerk, aktiven Aerodynamik-Komponenten, seiner Leichtbauweise, der breiten Spur und natürlich dem vier Liter großen Biturbo-V8 erfüllt der GT R schon ab Werk alle wichtigen Anforderungen, die an ein zuverlässiges Safety Car in der Königsklasse gestellt sind. Demzufolge blieb das Sportcoupé technisch unangetastet: Der Achtzylinder leistet nach wie vor 585 PS, die genügen, um den AMG zum bisher stärksten Safety Car der Formel 1 aller Zeiten zu machen. Nur 3,6 Sekunden vergehen, bis er Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 318 km/h. Und das ist durchaus gut so, obwohl es auf den ersten Blick etwas paradox wirken mag, soll das Safety Car das Feld doch mit reduzierter Geschwindigkeit führen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es wirklich langsam zur Sache geht, nur „langsamer“ im Vergleich zur Renngeschwindigkeit – schließlich müssen Reifen sowie Bremsen der F1-Boliden auf Temperatur bleiben und der Motor nicht überhitzen.

Charakteristische Folierung

Optisch gibt es ebenfalls wenige Anpassungen. Auffällig ist jedoch die typische Folierung mit silberner Basisfarbe und schwarzer Beschriftung. Zum Einsatz kommt dabei auch erstmals das zur Saison 2018 nach 23 Jahren modernisiert neu gestalteten F1-Logo. Hinzu kommt selbstverständlich eine umfassende Lichtanlage: Zum einen besitzt der GT R ein grün blinkendes Panel anstelle des hinteren Nummernschilds. Bedeutendste Neuheit ist jedoch zweifelsohne der orange-grüne Lichtbalken auf dem Fahrzeugdach. Seine Aerodynamik wurde im Windkanal optimiert und der schlanke Carbon-Fuß so designt, dass der Heckflügel nach wie vor ideal angeströmt wird. Abrundend sind die Frontscheinwerfer sowie die Rückleuchten als Blitzlicht ausgeführt. In den Radkästen drehen sich wie beim Serienmodell schwarze Schmiederäder mit glanzgedrehtem Horn in den Dimensionen 10×19 sowie 12×20 Zoll mit griffiger Pirelli P Zero-Bereifung in 275/35 ZR19 und 325/30 ZR20.

Informativer Arbeitsplatz

Den spezifischen Anforderungen an ein Safety Car gerecht werdend, passte AMG auch den Innenraum an. Der erfahrene Pilot ist weiterhin Bernd Mayländer, dessen Hauptaufgabe es selbstverständlich ist, das AMG-Coupé sicher um den Kurs zu zirkeln und dabei nur nebenbei das Feld hinter sich im Auge zu behalten. Die Aufgabe, mit der Rennleitung zu kommunizieren und das Renngeschehen genauer zu überblicken, obliegt dem Beifahrer Richard Darker. Zu diesem Zweck sind zwei zusätzliche Tablets verbaut, eines in der Mittelkonsole und eines direkt vor dem Sitz, die alle benötigten Infos liefern. Fest verzurrt sind beide Insassen mit Sechs-Punkt-Gurten in Sportsitzen, die reichlich Seitenhalt bieten. Neben dem Safey Car stellt Mercedes auch wieder das Medical Car, ein AMG C 63 S T-Modell. In diesem werden bis zu drei Ärzte und die nötige medizinische Ausrüstung schnellstmöglich zum Ort eines Unfalls gebracht.

 

Tech Facts

Mercedes-AMG GT R Safety Car

Motor: V8-Ottomotor mit Biturbo-Aufladung,

Hubraum: 3.982 ccm

Leistung: 430 kW / 585 PS bei 6.00 U/min

max. Drehmoment: 850 Nm bei 2.500-3.500 U/min

0-100 km/h: 4,5 Sek.

Vmax: 318 km/h

Kraftübertragung: 9-Gang-Automatikgetriebe (AMG SPEEDSHIFT TCT 9G), AMG Performance 4MATIC-Allradantrieb mit heckbetonter Auslegung von 40:60

Fahrwerk: AMG RIDE CONTROL-Fahrwerk mit Schraubenfedern rundum und adaptiver Dämpfung, VA Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern, HA Starrachse mit Fünf-Lenker-Aufhängung, Querstabilisatoren vorne und hinten, Geländeuntersetzung, intelligente Lamellenkupplung, drei manuell zuschaltbare Differenzialsperren, Domstrebe vorne

Rad/Reifen: Leichtmetallräder in 22 Zoll mit Bereifung in 295/40 ZR22 (optional, Serie: 21 Zoll)

Karosserie: AMG-Bodykit mit speziellen Schürzen und Radlaufverbreiterungen, Panamerica-Kühlergrill, Sidepipes, Scheinwerfer sowie Blinker und Rückleuchten mit LED-Technik, seitliche Trittbretter

Innenraum: AMG Performance-Multifunktionsenkrad mit Lederbezug und Schaltpaddles, Fahrersitz mit Memory-Funktion, Sitzheizung vorne und hinten