El Emperador

Was kann einen Mann glücklicher machen als eine Frau, die sein Tuning-Hobby toleriert? Richtig: eine Frau, die sogar selbst mit dem Tuning-Virus infiziert ist. Demnach ist Sven aus dem bei Aachen gelegenen Herzogenrath ein echter Glückspilz, denn seine Freudin Jill teilt seine Tuning-Leidenschaft so uneingeschränkt, dass sich die 22-Jährige und der 29-Jährige unter ihrem Label „Emperador Motorismo“ sogar gemeinsam selbständig machten. Das Angebot von Emperador Motorismo umfasst neben Karosseriebauarbeiten und Fahrzeugfolierungen beispielsweise auch Airride-Installationen, Car Care sowie neuerdings auch den Vertrieb von Automotive Apparel. Aktuelles Aushängeschild von Emperador Motorismo ist der hier abgebildete Nissan Silvia S13 im Rocket Bunny-Gewand.

Nachdem sie das aus dem letzten Baujahr der S13-Ära (1994) stammende Chuki-Modell vor gut drei Jahren in bedauernswertem Zustand erworben hatten, starteten Sven und Jill einen grundlegenden Neuaufbau. Sowohl die Karosserie als auch die Technik des Japan-Sportcoupés wurden komplett zerlegt, instandgesetzt und wieder zusammengefügt. Kaum eine Schraube blieb unangetastet.

Rocket Bunny-Outfit

Doch bei der Restaurierung eines „serienmäßigen“ Fahrzeugs blieb es natürlich nicht: Im Zuge des Neuaufbaus wurde die Karosserie des 200SX auch gleich mit einem wuchtigen Rocket Bunny V1-Widebody-Kit bewehrt, dessen markanteste Merkmale natürlich die ausladenden Bolt-On-Kotflügelverbreiterungen sind. Ferner gehören eine Frontschürze mit großem Lufteinlass, Seitenschweller, eine vergleichsweise dezente Heckschürze sowie natürlich der charaktertistische Ducktail-Heckspoiler mit zum Rocket Bunny V1-Bausatz. Eigenkonstruktionen hingegen sind das den Motorsport zitierende Frontspoilerschwert sowie die optisch angeglichenen Seitenschwelleransätze. Das Heck wurde zudem auf den Look der japanischen RPS13-Version des in seinem Heimatland als 180SX vermarkteten Sportcoupés gehüllt.
Dem nun deutlich maskuliner auftretenden S13-Body spendierte das Emperador Motorismo-Duo abschließend eine Neulackierung in Schwarz, welche auch den Motorraum, den Unterboden und die Achsen umfasste. Zu sehen ist vom Schwarz allerdings praktisch nichts mehr, wurde das „Raketenhäschen“ doch in eine metallic-blaue Vollfolierung gehüllt.

Edle WORK-Wheels

Einen warmen Kontrast zu dieser kühlen Farbgebung bilden die dreiteiligen WORK Meister M1-Felgen, deren Y-Speichen-Sterne und Stufenbetten jeweils in Bronze gehalten sind. Die Verschraubung der Mehrteiler ist dazu ebenso golden wie die Lug Nuts. Bezogen wurden die 9,5×18 und 11×18 Zoll messenden Edelfelgen mit Falken Azenis FK453-Bereifung der Dimensionen 245/35R18 vorn und 295/30R18 hinten. Für üppigen Tiefgang zeichnet ein K-Sport-Gewindefahrwerk verantwortlich, dem Camber Arms von Japspeed assistieren.

300 PS aus 1,8 Litern Hubraum

Dem werksseitig knapp 170 PS starken 1,8-Liter-Vierzylindermotor (CA18DET) halfen Sven und Jill mittels des Upgrades auf einen stärkeren Garrett T28-Turbolader mitsamt Driftworks Supercool-Ladeluftkühler, APEXi-Blow Off und Stoßaufladungskrümmer auf die Sprünge. Ein  GReddy-Boost Controller diktiert dem Lader sein Arbeitspensum, während Frischluft durch einen  APEXi-Luftfilter einströmt. Der Luftmassenmesser stammt vom großen Biturbo-Bruder 300ZX Z32. Eine Walbro-Benzinpumpe fördert den Treibstoff via 444er-Injektoren in die Zylinder. Ein sattes Röhren aus dem armdicken Endrohr der Japspeed-3-Zoll-Catback-Abgasanlage inklusive 200-Zellen-Sportkatalysator kündet von den rund 300 PS, die der aufgeladene Vierzylinder in der Spitze entwickelt.
Angesichts einer beinahe verdoppelten Motorleistung stand natürlich auch eine Aufrüstung der Bremsanlage auf der ToDo-Liste. Selbige realisierte Emperador Motorismo mittels OEM-Technik: Während die Vorderachsstopper vom 300ZX Z32 stammen, arbeiten hinten die Sättel und Scheiben eines Skylines der R34-Baureihe.
Bislang weitgehend unangetastet blieb das Interieur des Nissans: Lediglich ein Sparco-Sportlenkrad sowie einige Zusatzinstrumente fügten Jill und Sven in das von ihnen mit einem Augenzwinkern als  „1990er-Jahre-Vintage“ umschriebene Cockpit ein.

Technical Facts

Nissan 200SX S13

Baujahr: 1994

Karosserie: Rocket Bunny V1-Bodykit, Eigenbau-Frontsplitter und Seitenschwelleransätze, RPS13-Heck

Motor: 1,8-Liter-Vierzylindermotor (CA18DET), Garrett T28-Turbolader, Driftworks Supercool-Ladeluftkühler, APEXi-Blow Off-Ventil, Stoßaufladungskrümmer, GReddy-Boost Controller, APEXi-Luftfilter, 300ZX Z32-Luftmassenmesser, 444-cc-Einspritzdüsen, Walbro-Benzinpumpe, Ölkühler, 200-Zellen-Kat, Japspeed-3-Zoll-Catback-Abgasanlage, ca. 300 PS

Fahrwerk: K-Sport-Gewindefahrwerk, Japspeed-Camber Arms

Rad/Reifen: dreiteilige WORK Meister M1-Felgen in 9,5×18 und 11×18 Zoll, Falken Azenis FK453-Bereifung in 245/35R18 und 295/30R18

Bremsen: VA-Bremsanlage vom 300ZX Z32; HA-Bremsanlage vom Skyline R34

Innenraum: Sparco-Sportlenkrad, Zusatzinstrumente im Armaturenbrett