Brabus G65 V12 One of ten

Brabus 900 „One of Ten“ (Basis Mercedes-AMG G 65)

V12-Ottomotor. 6,3 Liter Hubraum. 900 PS. 1.200 Nm Drehmoment. 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Beim Lesen dieser Eckdaten denkt man eigentlich unweigerlich an einen reinrassigen Supersportler mit schnittiger, zweisitziger Coupé-Karosserie und womöglich Mittelmotor-Bauweise. Die zu diesen Angaben gehörige Höchstgeschwindigkeit macht jedoch stutzig. Sie ist mit „nur“ 270 km/h doch relativ niedrig – zumindest für das gerade beschriebene, auf Grundlage der reinen Zahlen vor unserem geistige Auge erschienene Auto. In einem deutlich anderen Licht steht die Höchstgeschwindigkeit hingegen schon in Anbetracht des Fahrzeugs da, zu dem all jene Daten tatsächlich gehören: des Brabus 900 „One of Ten“.

Der hier gezeigte Koloss ist nämlich eben kein typisches Supercar, sondern basiert vielmehr auf dem Mercedes-AMG G 65. Dieser stellt seinerseits bereits im Serienzustand die einigermaßen wahnwitzige Top-Version der G-Klasse, von Mercedes‘ kantigem Geländewagen-Klassiker dar. Mit aktuell 630 PS und 1.000 Nm ist er schon ab Werk kraftvoller, als sich die Ingenieure bei der Einführung im Jahr 1979 jemals für diese Baureihe hätten träumen lassen. Dass nichtsdestotrotz immer auch noch mehr geht, zeigen Tuner wie die Mercedes-Spezialisten von Brabus bekanntlich regelmäßig – egal bei welchem Basisfahrzeug und unabhängig davon, wie stark es ab Werk war.

900 PS dank Hubraumvergrößerung

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass sich die Bottroper dem AMG G 65 zuwenden, jedoch ist der 900 „One of Ten“ ohne Frage der bisherige Höhepunkt. Die bereits angesprochenen 900 PS ermöglicht Brabus mit zahlreichen Hard- und Softwaremodifikationen des eigentlich 5.980 Kubikzentimeter großen Biturbo-V12 im G 65. „Eigentlich“, da das Triebwerk durch den Einsatz einer Spezialkurbelwelle, großer Schmiedekolben sowie besonderer Pleuel und entsprechend erweiterter Zylinderbohrungen eine Hubraumvergrößerung auf 6,3 Liter erhielt. Ferner ersetzte Brabus die beiden Serien-Turbolader durch leistungsfähigere Pendants. Flankiert werden diese durch modifizierte Abgaskrümmer sowie auf der anderen Seite 80 Millimeter durchmessende Downpipes, an die eine steuerbare Edelstahl-Klappenabgasanlage mit Metallkats anschließt. Das „Ansaugmodul 900“ samt Spezialfiltern und Luftfiltergehäuse mit größerem Ansaugquerschnitt sowie eine modifizierte, auf die neue Hardware abgestimmte Motorelektronik runden das Motorupgrade ab. Apropos Elektronik: Die 1.200 Nm maximales Drehmoment des Triebwerks sind bereits begrenzt, eigentlich wuchtet das V12-Monster sogar bis zu 1.500 Nm auf die Kurbelwelle. Als weitere technische Neuerungen erhielt der AMG ein neues Fahrwerk mit elektrisch verstellbaren Stoßdämpfern sowie eine Hochleistungs-Bremsanlage, die unter anderem 412×38 Millimeter messende Scheiben und 8-Kolben-Sättel an der Vorderachse umfasst.

Muskulöser Widebody-Auftritt

In optischer Hinsicht hat Brabus vehement dafür gesorgt, dass der 900 „One of Ten“ alles andere als ein Wolf im Schafspelz ist. Dank des Widestar-Bodykits mit seinen Karosserieverbreiterungen ist der G 65 an beiden Seiten um jeweils sechs Zentimeter breiter als im Ursprungszustand. Ergänzt wird der Umbau durch die Heckschürze mit einem zentralem Rückstrahler und gleich zwei Nebel- und Rückfahrleuchten sowie einen Frontspoiler mit integrierten LED-Leuchtleisten. Letztere finden sich ohnehin en masse an der Front des Brabus, so installierten die Bottroper ein weiteres Paar im Rahmen des Aufsatzes am Dach, während die serienmäßigen Tagfahrlichter durch Pendants ersetzt wurden, die auch gleich die Blinker-Funktion übernehmen. Dadurch konnten die charakteristischen, auf die Kotflügel aufgesetzten Blinker entfallen, an ihrer Stelle finden sich nun Carbon-Aufsätze. Die zwischen diesen liegende, neue Motorhaube baut mit ihrer riesigen Carbon-Lufthutze zur Versorgung des Ansaugsystems deutlich höher als das Serienteil. Diverse weitere Applikationen aus Sichtcarbon an der Front und ein Spoiler auf dem Heck runden die Optik ab. In den Radkästen des gezeigten Fahrzeugs stecken gleich zwei verschiedene Radmodelle der Platinum Edition, denen die Dimension 11×23 Zoll und ihre 305/35er Yokohama-Bereifung gemein sind: Auf der Fahrerseite drehen sich grau-silberne Brabus Monoblock R-Felgen, während an der Beifahrerseite komplett schwarze Monoblock F montiert sind.

Lederausstattung und Einzelsitze

In Anbetracht der Brabus-eigenen Sattlerei war es quasi Pflicht, dass der Innenraum des G 65 eine umfassende Überarbeitung bekam. Er trägt eine komplett neue vanillefarbene und schwarze Volllederausstattung, samt roter Biesen sowie Ziernähten und teilweise Perforierungen und Steppungen. Im Heck hat die ursprüngliche Rückbank ausgedient, Brabus ersetzte sie durch zwei luxuriöse Einzelsitze mit dazwischenliegender Mittelkonsole, die Nettigkeiten wie ausfahrbare Tische, ein Sicherheitsfach, ein Touchpanel und Cupholder beinhaltet. Nochmals weiter hinten – im Kofferraum – warten ein edel belederter Kasten mit Schubladen am linken und eine Subwoofer-Installation am rechten Radhaus. Und da der Brabus 900 „One of Ten“, anders als beispielsweise das Mercedes-Maybach G 650 Landaulet, kein Cabrio ist, besitzt er als Ersatz unzählige künstliche Sterne im Alcantara-bezogenen Dachhimmel – und lädt damit wahrlich zum träumen ein. In einem 900 „One of Ten“ werden jedoch nur wenige träumen können, ein weitaus größerer Teil wird sich damit zufrieden geben müssen von diesem Supersport-Geländewagen zu träumen: Schließlich werden einerseits nur zehn Exemplare gebaut und diese andererseits zum schier wahnwitzigen Preis von 666.000 Euro verkauft.

Weitere Informationen unter:

BRABUS GmbH

Brabus-Allee

46240 Bottrop

Telefon: 0 20 41 / 777 0

Telefax: 0 20 41 / 777 111

E-Mail: info@brabus.com

www.brabus.com

Technical Facts

Fahrzeugtyp: Mercedes-AMG G 65

Motor: 6,0-Liter-V12-Ottomotor mit Biturbo-Aufladung, überarbeitete Motorelektronik, Hubraumerweiterung auf 6,3 Liter durch Spezialkurbelwelle (längerer Hub), vergrößerte Zylinderbohrungen, größere Kolben (geschmiedet) und Spezialpleueln, Brabus Ansaugmodul 900 (Luftfiltergehäuse mit größerem Ansaugquerschnitt, Spezialfilter, „Golden Heat Reflection“-Beschichtung), neue Turbolader mit größerer Verdichtereinheit und Turbine, modifizierte Abgaskrümmer, 80-mm-Downpipes, Metallkatalysatoren, klappengesteuerte Edelstahl-Hochleistungsabgasanlage, 662 kW / 900 PS, 1.200 Nm (elektronisch begrenzt)

0-100 km/h: 3,9 Sek.

Vmax: 270 km/h (elektronisch begrenzt)

Fahrwerk: Brabus Ride Control-Fahrwerk mit zweifach elektrisch verstellbaren Stoßdämpfern rundum

Rad/Reifen: Fahrerseite Brabus Monoblock R Platinum Edition-Schmiederäder in 11×23 Zoll, Beifahrerseite Brabus Monoblock F Platinum Edition-Schmiederäder in 11×23 Zoll, Yokohama Advan Sport-Bereifung in 305/35 ZR23

Bremsen: Brabus Hochleistungs-Bremsanlage Version V mit innenbelüfteten, gelochten 412×38-mm-Scheiben und 8-Kolben-Sätteln vorne, Stahlflex-Leitungen, High Performance-Bremsflüssigkeit

Karosserie: Brabus Widestar-Breitbau-Bodykit mit Kotflügelverbreiterungen samt LED-Beleuchtung der Spangen und Trittbretter sowie Frontspoiler mit integrierten LED-Leuchtleisten und Heckschürze, Motorhaube mit Carbon-Lufthutze, Zusatzscheinwerfer-Aufsatz aus Sichtcarbon mit zwei LED-Leuchtleisten auf dem Dach, Carbon-Einfassung der Scheinwerfer und des Kühlergrills, Carbon-Blenden an der Frontschürze, Sichtcarbon-Spiegelkappen, schwarz getönte Scheinwerfer, LED-Tagfahrleuchten mit integrierter Blinkerfunktion, Sichtcarbon-Blenden neben der Motorhaube, Heckspoiler

Innenraum: Fine Leather-Volllederausstattung in „Mondial Vanille“ und „Mondial Schwarz“ mit roten Biesen sowie Verzierung mit roten Biesen, Perforation und muschelförmiger Steppung, schwarzer Alcantara-Dachhimmel mit Sternenhimmel aus Glasfaser-Lichtleitern, Boden mit schwarzem Leder bezogen, Einzelsitze (mit Multikonturverstellung, Memory und Belüftung sowie Heizung) und Brabus-Mittelkonsole (mit 4,3-Zoll-Touch Control Panel Cupholdern, Sicherheitsfach und ausfahrbaren Arbeitstischen) im Fond, Aluminium-Pedale und -Türpins, integrierte Staufächer im Kofferraum links am Radkasten, Edelstahl-Einstiegsleisten mit beleuchtetem Brabus-Logo

Multimedia: Subwoofer-System im Kofferraum rechts am Radkasten