Audi 200 20V Quattro

Audi 200 20V Quattro

Text & Foto: Michael Kolb

Langer`s leistungsstarker Langer

„Schön groß, sehr selten, viel Leistung und alles an Ausstattung drin“, so definiert Kai Langer seinen über Vier Meter Achtzig langen Audi 200 Quattro.

„Der Audi kommt aus Zwickau“, betont Industriemechaniker Kai. Historisch gesehen ist die Herkunft durchaus in Sinne des Erfinders, schließlich wurden die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau von August Horch im April 1910 gegründet, nur einen Steinwurf entfernt von seinen ehemaligen Horch-Werken. Dem großen Pionier des Automobilbaus hätte der 1989er Audi 200 20V Quattro bestimmt gefallen, der mit seinem 5 Zylinder Turbo mit 20 Ventilen, permanenten Vierradantrieb und einer Karosserie mit sensationell geringem Luftwiderstandswert glänzt.

Ein Muss: 20 Zoll RH-Felgen!

Gibt es eigentlich an einem ab Werk schon so edlen Fahrzeug irgendetwas zu verbessern? „Der Audi hatte über 250.000 Kilometer auf der Uhr und war dementsprechend einem natürlichen Verschleiß unterlegen“ erinnert sich Kai. Seine Devise lautete: „Nicht Verbasteln, sondern Optimieren“, wobei nach einem durchgreifenden Kundendienst der erste Augenmerk den kleinen 15 Zoll Aero-Felgen galt. Luftwiderstand hin, Verbrauch her: Die Räder im Micky-Maus-Format sahen auf dem Fahrzeug zu läppisch aus und wurden zunächst von 18-Zöllern abgelöst. Heute werden die Radhäuser von 10×20 RH NAJ-ALUS mit 265/25/20er Bereifung gefüllt, wobei als einziger Hersteller Hankook diese Dimension liefern konnte. Die Kombination aus KAW-Federn mit Bilstein B8-Dämpfer beurteilt Kai mit sehr guten Noten für Sportlichkeit sowie Komfort

Gelungene Farbkombination!

Die Serienlackierung „Titanmetallic“ führte Audi bis 1989 im Programm, bevor sie durch das hellere Steingrau abgelöst wurde. Kai ließ alle Kunststoffteile in Glanzschwarz lackieren. Anschließend tauschte er die Reflektoren und Blinkerecken an Front und Heck gegen die Orangefarbenen des Audi 5000 (US) und V8 (US), die es hierzulande beim Audi-Händler zu bestellen gibt. Die Vier Ringe stehen, deshalb gibt es keine Plastikmaske. Zwischen C-Säule und Heckscheibe wurde die Alublende des V8 eingesetzt. Die Japan/Schweiz- Modelle haben ein dezent breiteres Kennzeichen als die US-Fahrzeuge, dennoch war die Genehmigung einem Glücksfall unterlegen.. „Bei der Eintragung hatte ich die Gnade der 0er-Seriennummer, um das kurze MEK zu erhalten“, schmunzelt Kai. Im neuen Super-Landkreis ERZ sollen derartige Entgegenkommen nicht mehr möglich sein, was möglicherweise einen Umbau der Heckpartie verursachen würde.

280 PS sind eine Ansage!

Der 2,2 Liter 20-Ventiler Turbo kam als 220 PSler auf die Welt. Heute leistet die Maschine dank Chip 280 PS und stemmt 400 Newton auf die Welle. Im Alltagsverkehr liegen 1,1 Bar Ladedruck und 1,5 Bar Overboost an. Den gefühlten Unterschied kann er sogar in Zahlen ausdrücken. Mit Serienmotor und 15 Zoll Aero-Felgen schaffte der Audi 15,35 Sekunden auf der Viertelmeile in Bautzen. Die gechippte Version verkürzte auf 13,9 Sekunden und das trotz 8×18 Zoll mit 225er Bereifung. Auch die Getriebeeinheit ist besser als das Original. Kai verbaute ein A4 (S4) 6-Gang-Getriebe in Verbindung mit der RS2-Kupplung, was sich mit einer speziellen Adapterplatte und natürlich ausreichend Knowhow nachrüsten lässt. Als ebenfalls bemerkenswert notieren wir die Technik für negative Beschleunigung. So entsprechen die Vorderradbremsen denen des Porsche 993 Bi-Turbo mit 4-Kolben, die von einer Firma für den Zubehörmarkt entwickelt wurden.

Ein „Überschlag-200er“ mit Top-Ausstattung lieferte das, was in Kais Audi fehlte. Sport-Lederausstattung mit elektrischer Sitzverstellung, Heizung, Memory und nicht zu vergessen, den Tempomat. Die digitale Ladedruckanzeige kann die von Werte des Chip nicht verarbeiten, weshalb er zusätzlich eine analoge Anzeige installierte. Der abschließende Dank gilt Maik K. für das verarbeiten der vier Kuhhäute zu einer Lederausstattung, sowie der Firma Schaarschmidt für die Lackierung.

Technische Daten:

Typ: Audi 200 20V Quattro (C3 Typ 44, 0000er Serie)

Baujahr: 1989

Motor: 2,2 Liter, 20V, 5-Zylinder Turbo (Code 3B), Chiptuning (280 PS)

Auspuff: Edelstahl ab Kat von CAC

Getriebe: A4/S4 6-Gang Getriebe mit Ölkühler, RS2 Kupplung

Bremsen: System Porsche 993 Bi-Turbo 4-Kolbenanlage, gelochte Scheiben / Hinterachse Serie

Fahrwerk: KAW Federn (55/40) Bilstein B8 Dämpfer

Rad/Reifen: Schwarz lackierteRH NAJ 10×20 ET 60, Hankook 265/25/20

Karosserie: Gfk-Kotflügel, Kunststoff Glanzschwarz lackiert, Audi 5000 Frontblinker (US), Audi V8 Alublende (C-Säule), Blinker hinten Audi V8 (US), Rücklichter Japan/Schweiz Modell, 34cm-Kfz-Schildblende Eigenbau, Gfk-Kotflügel, A6 Wischerarme mit Aerotwin-Blätter, Lackierung titanmetallic

Interieur: Elektr. Sport-Ledersitze mit Memory und 4x Sitzheizung aus Unfaller, Drehzahlmesser mit Shiftlight, A4/S4 Lenkrad (Bj 2000), A6 Schaltknauf, Gfk A-Säulenverkleidung, Rücksitzbank neu bezogen, Doorboards und A-Säulenverkleidung Eigenbau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.